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Wissen Kerzen kaufen: Darauf sollten Sie achten
Nachrichten Wissen Kerzen kaufen: Darauf sollten Sie achten
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15:01 05.12.2018
Kerzen gehören zur Weihnachts­zeit wie Geschenke und der Tannenbaum. Quelle: imago/Science Photo Library
Hannover

Die Geschichte der Kerze ist schätzungsweise 5000 Jahre alt. Die ersten Kerzen bestanden aus Stroh, Hanf oder Schilfrohr, das in Fett oder Harz getränkt wurde, um es brennbar zu machen. Im antiken Rom wurden gerollte Papyrusblätter in flüssigen Talg oder in Bienenwachs getaucht. Im Mittelalter kamen dann die Kerzen aus Bienenwachs auf. Sie brannten sauberer und verbreiteten einen süßen Geruch. Da die Bienenwachs-Kerzen sehr teuer waren, wurden sie nur in der Kirche bei Zeremonien verwendet – auch in sehr „reichen“ Häusern wurde sie entzündet. Für den „normalen Gebrauch“ waren weiterhin Talgkerzen gebräuchlich.

Kerzen aus Stearin

Das Stearin wurde im 19. Jahrhundert entdeckt. Es wird aus nachwachsenden Rohstoffen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs gewonnen. Ausgangsmaterialien sind meist Palm- und Kokosfette, seltener auch Rindertalg und sonstige Fette. Die Vorteile von Stearin: Es brennt lange, rußt wenig, ist hart und unverderblich, besonders hitzebeständig und tropft nicht. Ein Nachteil: Für Palmfette werden Urwälder gerodet. Kerzen, die als Stearinkerzen gekennzeichnet sind, müssen zu mindestens 90 Prozent aus Stearin bestehen, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Kerzen aus Paraffin

Mit der Entwicklung der Ölindustrie entstand das Nebenprodukt Paraffin - wichtigster Grundstoff der Kerzenherstellung. Das Paraffin wird aus Mineralöl gewonnen, hat einen niedrigen Schmelzpunkt und brennt deswegen schneller ab. Da Paraffin billiger als Stearin ist, wird hochwertigeren Paraffin-Kerzen für eine höhere Festigkeit und längere Brenndauer Stearin zugemischt. Kritiker bemängeln, dass beim Abbrennen der Kerze, die Paraffin enthält, gesundheitsgefährdende Substanzen wie Alkane, Alkene, Ketone, Toluol oder Benzol entstehen.

Kerzen aus Bienenwachs

Bienenwachs-Kerzen verströmen einen angenehmen, süßen Duft. Quelle: Ralf Decker

Bienenwachs ist das teuerste Kerzenmaterial mit der längsten Brenndauer. Honigbienen sondern das Wachs ab, um damit ihre Waben zu bauen. Das Naturprodukt war schon immer am teuersten. Bienenwachskerzen dürfen als solche nur bezeichnet werden, wenn die Brennmasse aus Bienenwachs ohne jegliche Beimischung besteht.

Auf Qualität der Kerzen achten

Das RAL-Gütezeichen ist ein Erkennungszeichen für geprüfte Kerzen. Quelle: Gütezeichen Kerzen/Montage

Die Vielfalt von Kerzen ist groß. Mit dieser Vielfalt steigen auch die Unterschiede in Herstellung und Qualität. Da es sich immerhin um einen Brennstoff handelt, sollte auch auf die Sicherheit geachtet werden. Anhaltspunkt kann das RAL-Gütezeichen sein. Steht es auf einer Kerzenverpackung, dann entspricht das Produkt den Vorgaben der Gütegemeinschaft Kerzen. Die Kerzen werden auf ihre Inhaltsstoffe, ihr Brennverhalten und die Brenndauer untersucht und die ständige Einhaltung der strengen Regeln wird dauerhaft durch die Prüfgesellschaft Dekra überwacht.

Schadstoffe belasten Raumluft

Beim Abbrennen von Kerzen entstehen unterschiedliche Schadstoffe. Feinstoffpartikel steigen durch das Abbrennen in die Luft und können eingeatmet werden. Wichtig ist, nach dem Entzünden einer Kerze gut durchzulüften. Allerdings ist die Schadstoffbelastung aus Kerzenwachsen eher gering. Entscheidend ist der richtige Umgang mit den Kerzen, egal ob aus Paraffin-, Stearin- oder Bienenwachs.

Wie lange brennt eine Kerze?

Eine Kerze verbrennt stündlich sieben bis zehn Gramm ihrer Masse, erklärt die Gütegemeinschaft Kerzen in Stuttgart. Es kann aber auch etwas schneller gehen, zum Beispiel wenn einige der Kerzen zu dicht nebeneinanderstehen. Denn dann entwickelt sich viel Wärme, so dass sich die Kerzen unter Umständen auch verformen. Daher raten die Experten zu einem Abstand von mindestens zehn Zentimetern zwischen den einzelnen Kerzen.

Was tun, wenn’s stark raucht und knistert?

Ist der Docht zu lang, bildet er viel Ruß. Und ist er zu kurz, brennt die Flamme nicht gut. Daher rät die Gütegemeinschaft Kerzen zu einer Länge von etwa 10 bis 15 Millimetern. Einen Tipp gibt es auch für das Löschen der Flamme: Wird diese erstickt statt ausgeblasen, bildet sich weniger Rauch.

Die Kerze knistert meist, wenn sie feucht ist. Ist Regenwasser in die Brennschüssel getropft, einfach trockenwischen. Ist der Docht feucht, lässt sich das Knistern nicht verhindern. Gefährlich ist es aber nicht.

Einseitiges Abbrennen der Kerze: Was tun?

Wenn die Kerze nur einseitig abbrennt, liegt das meist am Docht, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg. Er sollte einfach vorsichtig gebogen werden, bis er wieder gerade und mittig steht. Um zu verhindern, dass die Kerze nach und nach hohl wird und dann kümmerlicher brennt, sollte sie immer so lange an bleiben, bis die ganze oberste Schicht Wachs flüssig geworden ist.

Fazit: Auf Bio-Siegel achten

Wer es sich leisten kann, sollte Kerzen kaufen, die hochwertig sind und auf billige Kerzen verzichten. Hochwertige Kerzen erkennt man am zertifizierten Bio-Siegel. Dieses garantiert, dass das verwendete Wachs aus pflanzlichen Fetten aus nachhaltigem Anbau kommt. Auch das RAL-Gütezeichen ist ein Erkennungszeichen für geprüfte Kerzen, die die Gesundheit nicht gefährden.

Kerzen selbst machen

Wer selbst eine Kerze anfertigen möchte, braucht Kerzenreste, ein Glas für die neue Kerze, Holzstäbe, einen Topf und ein Behältnis für das Wasserbad zum Wachsschmelzen. Die Kerzenreste in kleine Stücke zerbröseln und gegebenenfalls die Dochte entfernen. Anschließend die Stücke in das Behältnis zum Erwärmen füllen, in das Wasserbad stellen und bei geringer Hitze schmelzen lassen. Achtung: Anschließend ist das Behältnis nicht mehr benutzbar. Das Wachs auf keinen Fall direkt im Topf schmelzen lassen, es könnte zu brennen beginnen. Wenn das Wachs flüssig ist, den Docht mehrmals hineintauchen. Dann an der Unterseite des Kerzenglases festdrücken. Den Docht oben am über das Glas gelegten Holzstab befestigen. Zum Schluss das Wachs in das Glas gießen und aushärten lassen.

Von RND

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