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Nachrichten Wissen Indiens fehlende Frauen
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13:08 30.01.2018
Eine indische Frau bringt ihren Protest gegen die absichtliche Tötung weiblicher Föten zum Ausdruck. Der weibliche Fetozid wird in Indien auch als „focticide“ bezeichnet. Quelle: AP
Neu Delhi

Die Zahl der Männer und Frauen in Indien ist weiter im statistischen Ungleichgewicht: Berechnungen der Regierung zufolge fehlen über das gesamte Land hinweg 63 Millionen Frauen. Millionen Mädchen seien zudem von ihren Familien nicht gewollt gewesen, hieß es bei der Veröffentlichung einer jährlichen Wirtschaftsstatistik am Montag. Den Daten zufolge werden in Familien mit Sohn oftmals keine weiteren Kinder geboren, während Familien mit Tochter weitere Nachkommen zeugen.

Der Vorzug von Jungen gegenüber Mädchen ist in der indischen Gesellschaft tief verwurzelt. Das verzerrte Zahlenverhältnis zwischen Männern und Frauen kommt vor allem durch geschlechtsspezifische Abtreibungen sowie eine bessere Ernährung und eine bessere medizinische Versorgung der männlichen Nachkommen zustande.

Die Geburtenrate in Indien zeigt einen deutlichen Überschuss des männlichen Geschlechts. Quelle: Screenshot Wikipedia/Autor: Samantha Booth

Durch die Analyse von Geburtenraten und die Geschlechter der zuletzt in Familien hineingeborenen Kinder geht der Bericht davon aus, dass 21 Millionen indische Mädchen nicht von ihren Familien gewollt worden sind. Der Autor der Statistik, Wirtschaftswissenschaftler Arvind Subramanian, sagte, Indien müsse „die gesellschaftliche Präferenz von Jungen konfrontieren“. Der steigende Wohlstand im Land habe die Bevorzugung bisher nicht beendet. In vergleichsweise reichen Gegenden, darunter auch Neu Delhi, sei es über die Jahre hinweg sogar schlechter geworden.

Die Geburt eines Sohnes wird in indischen Familien oftmals mit Stolz gefeiert, während auf die Geburt einer Tochter so manches Mal Scham und Trauer folgen. Hintergrund ist die immense Mitgift, die die Familie der Braut traditionell zur Hochzeit beisteuern muss.

Einen positiven Ausblick gibt die Statistik auf den Nordosten Indiens: Dieser könne ein „Vorbild für den Rest des Landes“ sein, da es um die Entwicklung von Frauen dort am besten stehe. Ethnisch sind die Bewohner der Region Ländern wie China und Myanmar näher, einige betrachten sich selbst gar nicht als Inder.

Von RND/AP

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