Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wissen Impfen: Das müssen Sie wissen
Nachrichten Wissen Impfen: Das müssen Sie wissen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:56 21.11.2018
Es ist nur ein kleiner Pieks. Zum Thema Impfungen gibt es aber viele Fragen. Quelle: action press

Wer sollte sich immunisieren lassen?

Das Robert Koch Institut (RKI) rät insbesondere Menschen über 60, Schwangeren, chronisch Kranken und medizinischem Personal zu einer Grippeimpfung.

Was passiert bei einer Impfung im Körper?

Eine Impfung trainiert das Immunsystem, ohne die Erkrankung durchleben zu müssen. Wenn der echte Erreger kommt, ist das Immunsystem vorbereitet und kann schnell die erforderlichen Antikörper herstellen.

Welche Impfungen, die nicht standardmäßig vorgesehen sind, empfehlen Sie darüber hinaus?

Impfempfehlungen kommen von der Ständigen Impfkommission (STIKO), deren wissenschaftliches Sekretariat beim RKI angesiedelt ist. Es gibt Impfungen, die allen empfohlen werden, bei Erwachsenen sind das nur Tetanus und Diphtherie alle zehn Jahre und Keuchhusten bei der nächsten Tetanus-Diphtherie-Auffrischung.

Was zahlt die Krankenkasse?

Die Kostenübernahme ist in der Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) festgelegt. Üblicherweise übernimmt der GBA die Empfehlungen der STIKO in die Schutzimpfungsrichtlinie.

Impfungen sind sehr umstritten, wie können Sie deren Wirksamkeit belegen?

Impfungen sind nicht umstritten, jedenfalls nicht unter Ärzten und Wissenschaftlern. Nach geltendem Arzneimittelrecht erhält ein Impfstoff nur dann eine Zulassung, wenn nachgewiesen ist, dass er auch wirksam und verträglich ist. Den Nachweis muss der Hersteller in vorklinischen Untersuchungen und klinischen Prüfungen erbringen. Geprüft werden die wissenschaftlichen Belege auf EU-Ebene unter der Regie der Europäischen Arzneimittelagentur EMA (European Medicines Agency). Hierzulande liegt die Verantwortung beim Paul-Ehrlich-Institut als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Darüber hinaus werden auch nach der Zulassung meist von den Herstellern, aber auch von unabhängigen Wissenschaftlern aus Universitäten und Forschungs­instituten Studien durchgeführt, in denen die Wirksamkeit und Sicherheit von Impfungen fortlaufend untersucht wird. Daher konnten bei Impfstoffen, die bereits seit vielen Jahrzehnten eingesetzt werden, zum Beispiel beim Masernimpfstoff, Wirksamkeit und Sicherheit bei Millionen von Menschen belegt werden. Ausdruck der Wirksamkeit ist nicht zuletzt die Tatsache, dass die Masern weltweit erfolgreich zurückgedrängt und Todesfälle vermieden werden konnten.

Bundesgesundheitsminister
Jens Spahn könnte sich vorstellen, dass nicht nur beim Arzt, sondern auch künftig in der Apotheke
geimpft wird.

Grundsätzlich sind Impfstoffe Arzneimittel, die nur der Arzt verordnen darf. Es gibt allerdings keine gesetzliche Vorschrift, die die Durchführung einer Impfung ausschließlich dem Arzt vorbehält. Pflegekräfte, Arzthelferinnen und Arzthelfer mit entsprechender Ausbildung dürfen auch Arzneimittel verabreichen. Die Injektionstechniken werden bei der Berufsausbildung dem Pflegepersonal auch vermittelt. Ob das Personal in der Lage ist, eine Impfung korrekt zu verabreichen, ist von fachlichen Vorgesetzten oder dem Arbeitgeber vor einer selbstständigen Ausübung zu überprüfen. Notwendig ist jeweils eine gesonderte ärztliche Anordnung, Überwachung und Dokumentation. Impfungen sollten aber nur in Anwesenheit eines Arztes ausgeführt werden, damit bei unerwarteten Nebenwirkungen und Komplikationen, die in sehr seltenen Fällen auftreten können, sofort optimale Hilfe geleistet werden kann.

Indikation und Kontraindikationen sind vom Arzt zu prüfen. Auch die Haftung sowohl für die Impfung selbst als auch für eine korrekte Aufklärung, Anamneseerhebung trägt der Arzt, unabhängig davon, ob er selbst oder das Personal die Impfung vornimmt.

Warum schützen manche Impfungen ein Leben lang, und warum müssen andere immer wieder aufgefrischt werden?

Das kann unterschiedliche Gründe haben. Meist schützen sogenannte Lebendimpfungen mit abgeschwächten, aber vermehrungsfähigen Erregern besser als Impfungen mit Totimpfstoffen (mit inaktiven Erregern oder Erregerbestandteilen). Vereinfacht gesagt: das Immunsystem übt mit realistischerem Szenario wirksamer. Außerdem gibt es Erreger, die sich häufiger verändern, etwa bei Influenza.

Unter welchen Umständen sollte ich mich auf keinen Fall impfen lassen?

Es gibt wenige Gründe, nicht zu impfen. Dazu gehört zum Beispiel eine Allergie gegen Inhaltsstoffe, das ist aber eher selten. Schwangere und Immungeschwächte dürfen nicht mit Lebendimpfungen (z.B. Masernimpfstoffe) geimpft werden, weil ihr Immunsystem auch einen abgeschwächten Erreger nicht verlässlich eliminieren kann. Und wenn jemand eine schwere akute Erkrankung hat, muss man genau überprüfen, ob eine Impfung möglich ist.

Weitere Informationen rund um das Thema „Impfen“ gibt es auf der Internetseite des Robert Koch Instituts.

Von RND

Am 21. November ist Buß- und Bettag. Aber in welchen Bundesländern haben Sie an dem christlichen Feiertag eigentlich frei und welche Geschichte steckt dahinter?

21.11.2018

Der Vize-Chef der Bundesanstalt für Bergbau und Rohstoffe sieht im Bergbau im All große Chancen und Aufgaben für die Zukunft. Gleichzeitig zweifelt er an der baldigen Wirtschaftlichkeit der Megaprojekte. Ein Gespräch.

21.11.2018

Die Autorin, Bloggerin und dreifache Mutter Nathalie Klüver über die Kunst, entspannt unperfekt und trotzdem (oder gerade deshalb) eine gute Mutter zu sein.

21.11.2018