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Wissen Herrlich unperfekt: Die glückliche Mutter
Nachrichten Wissen Herrlich unperfekt: Die glückliche Mutter
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16:18 21.11.2018
Bloggerin und Autorin Nathalie Klüver hat sich vom Perfektionismus und Termindruck verabschiedet, um mit ihren drei Kindern zumindest halbwegs entspannt durch den Familienalltag zu kommen. Quelle: Nathalie Klüver

Sie haben drei Kinder – die Jungs sind sieben und vier, die Tochter elf Monate. Wie sieht ein normaler Tag für Sie aus?

Erst mache ich mich fertig, dann wecke ich die Kinder, mache Frühstück, fülle Brotboxen. Wenn ich die Kinder weggebracht habe, gehe ich meistens einkaufen. Das kann ich nur allen raten, die ihre Nerven schonen wollen: Nicht mit kleinen Kindern einkaufen gehen! Zu Hause trinke ich meinen zweiten Kaffee, dann fange ich an zu arbeiten.

Wie geht das mit dem Baby?

Ich arbeite, wenn sie schläft. Der Haushalt muss dann warten. Beim Mittagsschlaf habe ich zwei Stunden, abends sitze ich auch oft am Schreibtisch oder aber an den Wochenenden.

Was hat sich vom ersten bis zum dritten Kind geändert?

Man wird viel entspannter! In allem. Ich lese keine Ratgeber mehr und vergleiche überhaupt nicht mehr mit anderen Kindern. Mit dem Großen war ich noch bei zwei Babykursen – aber das hat eigentlich nur gestresst. Je mehr Kinder es wurden, desto weniger Termine haben wir gemacht. Heute sind es gar keine mehr.

Nathalie Klüver: Zur Person

Nathalie Klüver ist Lübeckerin, 38 Jahre alt, und hat drei Kinder (sieben, vier und elf Monate). Sie arbeitet als freiberufliche Journalistin und Autorin und betreibt den preisgekrönten Blog „ganznormalemama.com“. „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein“ ist nach „Willkommen Geschwisterchen“ der zweite Ratgeber im Trias Verlag. Davor sind zwei Wirtschaftsbücher im Wachholtz Verlag erschienen. Ein drittes Buch für Trias ist in Arbeit und erscheint im Sommer 2019.

Sie schreiben in Ihrem Buch, dass Mütter sich Auszeiten nehmen sollten. Wie schafft man das?

Viele denken, man braucht eine große Auszeit – einen Tag oder ein Wochenende. Aber das kann ja niemand im Alltag unterbringen. Das muss man auch gar nicht. Es sind die kleinen Pausen, die Mini-Auszeiten zum Durchschnaufen, die wichtig sind. Zum Beispiel der Kaffee, den man ungestört trinkt. Als ich noch zwei Kinder hatte, habe ich eine Viertelstunde, bevor die Kinder nach Hause kamen, mit der Arbeit aufgehört, in Ruhe meinen Kaffee getrunken und dann erst die Kinder abgeholt. Mit diesen kleinen Pausen kann man ziemlich viel bewegen. Wir Mütter müssen auch an uns selbst denken: Wenn man völlig fertig ist, ist keinem geholfen.

Überforderung: Auf das Wesentliche konzentrieren

Haben Sie mal gedacht, es geht nicht mehr?

Als ich das Buch geschrieben habe. Ich war zu dem Zeitpunkt mit der Kleinen schwanger. Und merkte: Alles dreht sich nur noch um die Arbeit. Als Belohnung gab es prompt einen Tinnitus.

Wie haben Sie reagiert?

Ich habe alle anderen Aufträge abgesagt und mich aufs Wesentliche konzentriert. Das war natürlich eine komfortable Situation, denn ich wusste, nach dem Buch wird es entspannter. Andere Frauen, die zur Arbeit gehen müssen, können das nicht. Gerade Alleinerziehende haben keine Wahl. Dann muss man sich Hilfe suchen. Es gibt überall kostenlose Beratungsstellen. Manchmal reicht es schon, mit anderen drüber zu sprechen.

Was sind Zeichen für Überforderung?

Wenn Freunde sagen: Du hast ja zu gar nichts mehr Lust. Oder: Du hast dich verändert. Es ist ja das Problem, dass viele Mütter die Zeichen nicht ernst nehmen und denken: Ich muss da jetzt durch. Wenn man merkt, dass man nach einem Wochenende oder Urlaub überhaupt nicht erholt ist und nur im Hamsterrad läuft, muss man klar sagen: Ich schaffe das nicht mehr.

Klüver: Zuspruch von anderen Müttern

Warum tun das wenige Mütter?

Sie haben das Gefühl, versagt zu haben. Wenn ich in meinem Blog schreibe, der Wäschekorb quillt über oder ich kapituliere vor dem Chaos im Kinderzimmer, bekomme ich viel Zuspruch. Andere Mütter sind froh, dass es woanders auch nicht perfekt ist und dass das endlich mal jemand zugibt.

Sie schreiben und reden nur von Müttern. Wo sind die Väter?

Machen wir uns doch nichts vor. Viele Väter nehmen zwar Elternzeit, aber ich weiß auch, dass es in etlichen Firmen nicht gern gesehen ist. Theoretisch können sich Väter auch zehn Tage lang krankschreiben lassen für das Kind, aber das kommt bei vielen Chefs auch nicht gut an. Das ist einfach die Realität.

Praktische Tipps an alle Mütter

Jetzt bitte noch ein paar praktische Tipps: Was tun, wenn das Kind sich morgens vor der Kita mit Marmelade beschmiert?

Abtupfen und los. Da wird keiner denken, dass man eine Rabenmutter ist. Oder es so machen wie wir: Die Kinder frühstücken im Schlafanzug.

... wenn es morgens ganz knapp ist, der Große muss zur Schule, das Kita-Kind ist immer noch im Schlafanzug?

Jacke drüber, Sachen mitnehmen und das Kind in der Kita umziehen.

... wenn nichts Frisches zu essen im Haus ist und die Kinder großen Hunger haben? Fertiggerichte?

Wir haben immer Notgerichte im Haus: Tomaten in der Dose und Nudeln, Eier, Gurken.

… wenn man abends völlig k. o. ist und eigentlich noch einen Kuchen fürs Schulfest backen müsste?

Ohne schlechtes Gewissen etwas beim Bäcker kaufen.

… wenn man eine lange Autofahrt vor sich hat? Filme auf dem Tablet gucken?

Das kann man ohne schlechtes Gewissen machen. Meine Jungs mögen Hörspiele. Aber wenn ich mal ganz dringend arbeiten oder telefonieren muss, dürfen die Jungs auch mal was gucken.

… wenn man ungefragt Ratschläge von Eltern, Nachbarn oder anderen Müttern bekommt?

Lächeln! Es lohnt nicht zu diskutieren, denn die Leute sind wenig empfänglich für Argumente. Ich habe so meine Sprüche: Guck an …, interessant ... Das reicht, bloß keine Energie ins Diskutieren stecken. Die brauchen wir doch für wichtigere Dinge.

Von Petra Haase/RND

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