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Wissen Herbstanemonen sind charmante Spätzünder
Nachrichten Wissen Herbstanemonen sind charmante Spätzünder
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15:02 22.08.2018
Vier bis sechs Wochen Blütezeit sind bei Herbstanemonen keine Seltenheit. Quelle: Pixabay
Hannover

Farblich decken Herbstanemonen ein eher schmales Spektrum von weiß über pastellrosa bis hin zu pink ab. Doch das ist kein Problem – kräftige Rot- und Orangetöne bieten derzeit diverse andere Pflanzen wie die Sonnenbraut oder Dahlien. Herbstanemonen sorgen mit ihren einfachen und auf hohen Stielen sitzenden Schalenblüten für leisere Töne und filigrane Leichtigkeit im Beet. Und belebendes Gelb in Gestalt ihrer gut sichtbaren Staubgefäße bringen sie ohnehin mit.

Verwirrende Botanik

Ihr deutscher Name Herbstanemone deutet auf den späten Blühzeitpunkt hin, wobei einige Sorten gerade in einem warmen und sonnigen Sommer wie diesem schon ab Juli blühen. Auf jeden Fall blüht sie einige Monate nach dem mit ihr verwandten Buschwindröschen (Anemone nemorosa), das hierzulande im Frühling weiße Blütenteppiche in Laubwäldern bildet.

Buschwindröschen sind eine Alternative für ungeduldige Gärtner. Quelle: Pixabay

Wie das Buschwindröschen gehört auch die Herbstanemone zur Gattung der Anemonen, stammt aber ursprünglich aus Fernost. Die meisten Sorten sind durch Kreuzungen verschiedener Arten miteinander entstanden, die bekanntesten sind die Chinesische Herbstanemone (Anemone hupehensis) und die Filzblättrige Herbstanemone (Anemone tomentosa). Daher steht auf dem Etikett vieler Herbstanemonen „Hybride“ statt eines Artnamens. Für die Verwendung im Garten ist aber weniger der teilweise auch unter Botanikern umstrittene Stammbaum, sondern die Sorte entscheidend.

„Honorine Jobert“ blüht in Weiß, während „Praecox“ pink leuchtet und „Septemberglanz“ sich puderrosa zeigt. Auch leicht gefüllte Sorten wie die magentafarbene „Bressingham Glow“ oder die weiße „Whirlwind“ sind Teil des Sortiments – und das schon seit vielen Jahrzehnten. Der nostalgische Charme, der den Herbstanemonen nachgesagt wird, kommt schließlich nicht von ungefähr. Erste Exemplare gelangten über den schottischen Pflanzensammler Robert Fortune bereits Mitte des 19. Jahrhunderts aus Asien nach Europa und sind seitdem ein fester Bestandteil der europäischen Gartenkultur. Aus gutem Grund, denn diese späten Anemonen bieten viele Pluspunkte.

Lange Blüte und Winterschmuck

Vier bis sechs Wochen Blütezeit sind bei Herbstanemonen keine Seltenheit. Wer dann noch frühe Sorten mit späten kombiniert, kann den Flor über mehrere Monate ausdehnen. Ouvertüre öffnet die Knospen bereits im Juli, während Prinz Heinrich meist im September nachzieht und dafür bis Ende Oktober durchhält. Wenn die schalenförmigen Blütenblätter abgefallen sind, bleibt die Blütenmitte wie eine Murmel auf den meist rund einen Meter hohen Stielen stehen. Hier entwickeln sich die Fruchtstände, die ein wenig an Watte erinnern und die schwarzen Samenkörnchen enthalten.

Den Rückschnitt darf man getrost auf das Frühjahr verschieben, denn die abgeblühten Knöpfe scheinen ähnlich wie zuvor die Blüten über den Beeten zu schweben und sorgen bis in den Winter hinein für Struktur im Beet. Kombinieren lässt sich die Herbstanemone gut mit Gräsern wie dem Lampenputzergras (Pennisetum) oder anderen Blütenstauden wie Wiesenraute (Thalictrum), Silberkerze (Cimicifuga) oder Purpurglöckchen (Heuchera). Weiße und hellrosafarbene Sorten kommen auch ohne Begleiter gut zur Geltung, wenn sie vor einem dunklen Hintergrund, wie zum Beispiel einer Hecke, gepflanzt werden.

Herbstanemonen gedeihen vorzugsweise an halbschattigen Plätzen. Quelle: Andrea Warnecke/dpa

Pflege- und Pflanztipps

Als idealer Standort gilt der Halbschatten. In der Sonne gedeihen Herbstanemonen ebenfalls – vorausgesetzt, die Erde wird dort gleichmäßig feucht gehalten. Ein humoser, gut mit Kompost versorgter Boden, der nicht schnell austrocknet, ist dafür ideal. Eher sandige Substrate speichern Wasser besser, wenn sie mit Tonmineralien wie Bentonit angereichert werden. Gepflanzt werden die Herbstanemonen am besten erst im Frühling – sie brauchen viel Zeit zum Einwurzeln. Auch nach der Pflanzung ist ein wenig Geduld gefragt. Rund zwei Jahre Zeit sollte man der Herbstanemone schon geben. Dann hat sie sich gut eingewachsen und bleibt dafür ein treuer Gartengast.

Ungeduldige Gärtner können statt Herbstanemonen ab dem Spätsommer die Rhizome der Buschwindröschen pflanzen. Diese Wurzelstücke trocknen leicht aus und sollten deshalb möglichst bald nach dem Kauf in die Erde gesetzt werden. Ein wenig Eile belohnen sie mit einer frühen Blüte im März und April – genau dann, wenn die Pflanzzeit der Herbstanemonen beginnt.

Mehr über unsere Autorin, die Landschaftsarchitektin Stefanie Syren, auf: http://stefaniesyren.de/ueber-mich/

Von Stefanie Syren

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