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Wissen Halloween-Streiche: Was ist verboten, was ist erlaubt?
Nachrichten Wissen Halloween-Streiche: Was ist verboten, was ist erlaubt?
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14:58 31.10.2018
Halloween-Streiche der extremen Art: Die sogenannten Horror Clowns sorgten in den letzten Jahren für Angst und Schrecken. Quelle: action press
Hannover

Halloween ist nicht nur die Zeit des Horrors, sondern auch die Zeit des Streichespielens. Dabei gilt erst einmal: Harmlose Streiche sind kein Problem, solange weder Eigentum noch Menschen dabei zu Schaden kommen. Ein einfacher Erschrecker, eine eklig eingeschmierte Türklinke oder Konfetti im Briefkasten tun niemandem weh – aber wie sieht es mit Toilettenpapier auf dem Auto oder Eierwerfen auf ein Haus aus? Wir klären auf, was an Halloween erlaubt ist und was sowohl kleine als auch große Gespenster lieber unterlassen sollten.

Warum spielt man an Halloween überhaupt Streiche?

Süßes oder Saures – so lautet der bekannte Halloween-Spruch, der Kindern am 31. Oktober viele Süßigkeiten einbringt. Sind die Nachbarn jedoch geizig, einfach nicht an Halloween interessiert oder haben ganz einfach keine Süßigkeiten mehr für die klingelnden Kids parat, dann drohen Strafen: meist in Form kleiner Streiche.

Halloween-Streiche: Eltern haften für Ihre Kinder

Im Eifer des Gefechts kann so mancher Streich aber auch schnell nach hinten losgehen oder ausarten. Umso wichtiger ist es, dass Eltern ihrem Nachwuchs vorher genau erklären, was sie dürfen und was nicht. Denn eine ungewollte Sachbeschädigung kann schnell zu Schadensersatzforderungen führen oder im Ernstfall vor Gericht enden. Wollen Elternteile auf Nummer Sicher gehen, dann sollten die kleinen Gespenster, Monster und Vampire am besten von einer Aufsichtsperson begleitet werden.

Harmlose Streiche zu Halloween – das ist erlaubt

Glücklicherweise gibt es mehr als genug harmlose Halloween Streiche, die die Kids ihren Nachbar problemlos am 31. Oktober spielen können. Hier ein paar Ideen:

Konfetti in den Briefkasten oder auf die Fußmatte streuen. Auch Luftschlangen oder Toilettenpapier eignen sich bestens, um im Garten verteilt zu werden (in Maßen natürlich)

Türklinke mit Zahnpasta oder Rasierschaum einschmieren

Knallerbsen unter der Fußmatte platzieren

Nachricht mit abwaschbarer Farbe oder Lippenstift ans Fenster schreiben

Münze mit doppelseitigem Klebeband am Boden festkleben

Achtung: Ob ein solch harmloser Halloween Streich wirklich lustig ist, liegt letztendlich im Auge des Betrachters. Nimmt der Nachbar den Streich übel, kann sich das entsprechend auf die nachbarschaftliche Beziehung auswirken – also am besten im Vorfeld schon einmal vorwarnen oder den Kids Bescheid geben, welche Nachbarn besser nicht geärgert werden.

Sind Halloween-Streiche strafbar?

Das kommt ganz auf den Streich an. Aber grundsätzlich: Ja, wenn etwas beschädigt oder jemand bei einem Halloween Streich verletzt wird, sind die Kinder beziehungsweise deren Eltern haftbar.

Halloween-Streiche mit Sachbeschädigung – auf diese Streiche sollten Sie verzichten

Wer übers Ziel hinausschießt oder sogar ganz bewusst eine Sachbeschädigung begeht, kann dafür auch an Halloween entsprechend belangt werden. Folgende Halloween Streiche sind strafbar:

Farbbomben und Eier an Häuser, Türen und Autos werfen – geht etwas kaputt oder entstehende bleibende Flecken, handelt es sich um Sachbeschädigung.

Auto mit Toilettenpapier einwickeln – bei diesem Halloween-Klassiker ist die Grenze fließend. Im Normalfall passiert nichts, manchmal kommt es aber doch zu Kratzern im Lack. Eine Sachbeschädigung mit teuren Folgen.

Durch Vorgärten, Beete und Pflanzen trampeln – auch wenn es unabsichtlich passiert, umgeknickte oder gar herausgezogene Pflanzen können zur Anzeige gebracht werden.

Mülltonnen umkippen – bleiben Reste auf der Straßen, sind die Eltern (und Kinder) für die Reinigung zuständig.

Drohungen aussprechen – wenn der Nachbarn keine Süßigkeiten geben möchte, kann so mancher Jugendlicher sich schon einmal im Ton vergreifen. Das lässt sich unter Umständen als Nötigung auslegen und wird beispielsweise mit Sozialstunden geahndet. Bei Erwachsenen droht eine Geldstrafe.

Süßigkeiten klauen – unter Kindern kann es an Halloween zu Streit kommen. Nimmt der eine dem anderen Süßigkeiten weg, kann das mitunter als Raub zählen.

Halloween Horror Clowns – wie viel Erschrecken ist erlaubt?

In den vergangenen Jahren haben sie traurige Berühmtheit erlangt: die sogenannten Horror Clowns. Pünktlich zu Halloween ziehen sie durch die Straßen und erschrecke Passanten. Dabei gehen sie teilweise so weit, dass sie echte Waffen mit sich tragen. Teilweise wurden in den vergangenen Jahren auch gewalttätige Zwischenfälle gemeldet. Insbesondere 2016 war die Horror Clown Welle in den USA, aber auch in Deutschland präsent, 2017 ebbte der fragwürdige Trend glücklicherweise wieder ab – die Chancen stehen daher gut, dass auch in diesem Jahr nicht allzu viele Horror Clowns unterwegs sein werden.

Ist Erschrecken strafbar?

Zunächst einmal ist das bloße Erschrecken an sich in Deutschland nicht strafbar, so der Rechtsanwalt Christian Solmecke. Komplizierter wird es dann, wenn der Schreck Konsequenzen nach sich zieht wie etwa einen Herzinfarkt – denn dann lautet der Tatbestand womöglich fahrlässige Körperverletzung oder sogar Tötung. Im Fall der Horror Clowns gilt, dass „Späße“ wie etwa eine Verfolgung oder Bedrohung durchaus rechtliche Konsequenzen haben können, sobald sie einen Straftatbestand erfüllen.

Was tun im Falle eines Clown-Angriffs?

Wer tatsächlich einem Horror Clown über den Weg läuft und sich bedroht fühlt, darf sich verteidigen und bezieht sich damit auf das deutsche Recht auf Notwehr. Sogar eine Festnahme ist möglich gemäß § 127 Abs. 1 Satz 1 der Strafprozessordnung (StPO): Demnach „ist jedermann befugt, eine Person ohne rechtliche Anordnung vorläufig festzunehmen, wenn die Person auf frischer Tat betroffen oder verfolgt wird, der Flucht verdächtig ist oder ihre Identität nicht sofort festzustellen ist.“

Dafür muss allerdings ein begründeter Tatverdacht vorliegen, etwa die Bedrohung durch ein Messer.

Von RND/do

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