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Wissen Forscher entdecken mehr als 7000 Jahre alte Käsereste
Nachrichten Wissen Forscher entdecken mehr als 7000 Jahre alte Käsereste
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20:03 05.09.2018
Die archäologische Fundstätte von Pokrovnik während der Aushöhlung mit dem modernen Dorf. Quelle: Andrew M.T. Moore/PLOS/dpa
University Park

Wissenschaftler von der Pennsylvania State University haben Fettsäurereste an Tonscherben untersucht, die sie in zwei Ortschaften an der dalmatinischen Küste Kroatiens gefunden hatten. Radiokarbondatierungen hatten ergeben, dass der Ort Pokrovnik zwischen etwa 6000 und 5000 Jahren vor Christus durchgängig besiedelt war. In Danilo Bitinj lebten Menschen von etwa 5300 bis 4800 vor Christus. Die Tonscherben, die die Forscher untersuchten, stammten aus unterschiedlichen Zeiten, was unter anderem auch an unterschiedlichen Formen, Modellen, Verzierungstechniken und technischen Verfahren zu erkennen sei. Möglicherweise habe die Verfügbarkeit von verarbeiteten Milchprodukten wie Käse zu einem Rückgang des Säuglingssterbens geführt, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Plos One“.

Bereits an 7700 Jahre alten Tonscherben wiesen die Forscher Milchreste nach. Spuren von Käse fanden sie erst an 7200 Jahre alten Gefäßen. Der Wandel der Technologie lasse gemeinsam mit den Ergebnissen der Fettsäuren-Analyse darauf schließen, dass Milch ab einem gewissen Zeitraum zu dem festen Milcherzeugnis, Käse, weiterverarbeitet wurde. Das Team um Sarah McClure vermutet, dass die damaligen Bewohner des untersuchten Gebietes für die Verarbeitung und Herstellung unterschiedlicher Speisen verschiedene Keramikgefäße verwendet haben, wobei die Überreste von Käse meist auf sogenannten Rhyta, einhenkligen Gefäßen, und siebähnlichen Keramiken nachgewiesen werden konnten.

Schon vor 7000 Jahren gab es Laktoseintoleranz

Sie nehmen auch an, dass die Nutzung von Milch und Milchprodukten zu einem Rückgang der Säuglingssterblichkeit geführt hat. Die frühen Bauern seien genetischen Untersuchungen zufolge vermutlich Laktose intolerant gewesen, hätten also Milch nicht gut vertragen. Säuglinge haben dieses Problem hingegen nicht - Milch sei für sie eine stabile, kalorien- und nährstoffreiche Nahrungsquelle gewesen. Die Verarbeitung von Milch zu Joghurt und Käse reduziere den Laktose-Gehalt in den Lebensmitteln. Damit habe ein größerer Anteil der Bevölkerung von den Vorteilen des Nahrungsmittels profitieren können, schreiben die Forscher.

Die Verfügbarkeit von tierischer Milch habe es den Frauen auch ermöglicht, früher abzustillen und schneller erneut schwanger zu werden. Die höhere Überlebensrate der Kleinkinder gemeinsam mit der steigenden Geburtenrate könnte den demografischen Wandel begünstigt haben, der auch eine Ausbreitung in den kühleren Norden erlaubte.

Von dpa/RND

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