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Wissen Forscher: „Klima mit moderner Energietechnik stabilisieren“
Nachrichten Wissen Forscher: „Klima mit moderner Energietechnik stabilisieren“
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19:23 08.10.2018
Prof. Reimund Schwarze ist Klimaökonom am Zentrum für Umweltforschung Leipzig. Quelle: Sebastian Wiedling
Berlin

Der Weltklimarat hat seinen Sonderbericht veröffentlicht. Demnach sei es noch möglich, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Doch um dies zu erreichen, seien „beispiellose Veränderungen“ nötig bei der Stromerzeugung, der Fortbewegung, der Landwirtschaft, Industrieprozessen und der städtischen Infrastruktur. Vor allem beim Kohleausstieg drängt die Zeit. Ein Gespräch mit Prof. Reimund Schwarze, Klimaökonom am Zentrum für Umweltforschung Leipzig.

Herr Professor Schwarze, gerade noch haben wir über den Braunkohleabbau im Hambacher Forst diskutiert. Jetzt geht es um Null-Emissionen von Kohlendioxid in 32 Jahren. Wie ist denn das zu schaffen?

Indem wir weniger über Kohleverbrennung, Emissionen und Emissionshandel reden – und mehr über Zukunftstechnologien. Auch im Bericht des IPCC kommt mir dieser Aspekt zu kurz. Wir sollten nicht nur Modelle und Szenarien entwickeln, um etwas zu verhindern. Wichtig sind Modelle, um etwas zu befördern: in diesem Fall eine Klimastabilisierung mit moderner Energietechnik.

Woran denken Sie zum Beispiel?

Ich denke da vor allem an die Netzsteuerung. Damit können die Menschen sämtliche Energieflüsse so lenken, dass sie dorthin gelangen, wo sie benötigt werden, und dazu noch in der richtigen Menge. Damit beschäftigen sich viele Wissenschaftler und Unternehmensgründer.

Wie muss man sich das vorstellen?

Es geht darum, wichtige Wirtschaftssektoren, in Deutschland zum Beispiel Chemie- und Automobilindustrie, energetisch intelligent zu vernetzen. Gegenwärtig sind alle bemüht, Energieschwankungen, die einfach durch Produktionsspitzen oder Feierabend zustande kommen, zu optimieren. Morgen geht es jedoch darum, diese Schwankungen zu minimieren. Das hat zunächst einmal nichts mit Produktänderungen zu tun, sondern viel mit Betriebsführung. Das ist Klimaschutz, über den zu wenig geredet wird.

Wie attraktiv ist das für künftige Unternehmer, die damit Geld verdienen wollen?

Hoch attraktiv. Die Energieversorgung 2.0 hilft, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu überwinden und vom Grundlastdenken wegzukommen. Hier ist viel Hightech und IT im Spiel. Die Anfänge sind längst gemacht, eigentlich gehört die Kohle schon der Vergangenheit an. Wenn sich die neuen Technologien besonders in den alten Revieren ansiedeln würden, wäre das natürlich optimal. Die Politik müsste das steuern.

Wie gut ist Deutschland für das Neue aufgestellt?

International können wir mithalten, haben in Teilbereichen sogar die Nase vorn. Zum Beispiel bei der Nutzung von Energieüberschüssen aus der Chlor-Alkali-Elektrolyse. Die Forschung brummt, und die Ergebnisse sind über das Laborstadium hinaus. Wir am Zentrum für Umweltforschung in Leipzig haben zum Beispiel für Deutschland verschiedene Modelle der Netzsteuerung erstellt. Daran beteiligen sich indus­trielle Partner und Gründer. Das ist nicht nur für die Wirtschaft gut, sondern auch fürs Klima.

Von Thoralf Cleven

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