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Wissen Eiskratzen: So wird Ihre Autoscheibe eisfrei
Nachrichten Wissen Eiskratzen: So wird Ihre Autoscheibe eisfrei
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09:05 26.11.2018
Eiskratzen am frühen Morgen – mühselig, aber notwendig. Quelle: dpa
Hannover

Der Winter kommt und mit ihm schlägt Jahr für Jahr die Stunde des Eiskratzers. Der bewährte Helfer kommt zum Einsatz, um zugefrorene Autoscheiben von Schnee und Eis zu befreien. Aber was ist beim Eiskratzen eigentlich wirklich wichtig, damit keine Kratzer entstehen? Und gibt es sinnvolle Alternativen, die das allmorgendliche Kratzen überflüssig machen? Wir verraten Ihnen die besten Tipps und Tricks rund ums Eiskratzen im Winter.

Welche Eiskratzer sollte man verwenden?

Der handelsübliche Eiskratzer besteht aus Plastik und ist sehr günstig, meist erhalten Sie ihn schon für wenige Euro im Handel. Qualitative Unterschiede gibt es dennoch: Achten Sie beim Kauf auf ein Modell mit Sägezahnkante, um auch dicke Eisschichten entfernen zu können. Zusätzlich macht eine glatte Eisschabekante Sinn. Um Wasserfilme wegzuwischen, bietet sich eine Gummilippe am Eiskratzer an. Grundsätzlich sollte das Modell außerdem aus stabilem Kunststoff bestehen, damit es bei größerer Belastung nicht direkt bricht.

Welche Eiskratzer sollte man NICHT verwenden?

Nicht verwenden sollten Sie hingegen Ihre Scheckkarte. Diese mag zwar für kleinere Vereisungen funktionieren, ist danach aber nicht selten kaputt. Ebenso wenig wirkungsvoll sind CD-Hüllen oder Kochfeldschaber – im schlimmsten Fall zerkratzen diese Ihre Scheibe.

Gibt es Alternativen zum Eiskratzer?

Die Alternativen zum herkömmlichen Eiskratzer sind zahlreich, wenngleich der Klassiker noch immer die wohl beliebteste Variante darstellt:

Enteisungsspray – wer keine Lust auf mühsames Eiskratzen hat, kann auch zum Enteiserspray greifen. Aber Vorsicht, achten Sie in jedem Fall darauf, dass das Mittel weder Gummi noch Lack angreift. Effektiv zum Scheibenenteisen ist ein hoher Alkoholanteil, der die Auftauwirkung verstärkt.

Schutzplane für die Windschutzscheibe – um Ihre Autoscheibe eisfrei zu halten, greifen Sie von vornherein zu einer Schutzplane. Diese wird einfach am Vorabend auf die Windschutzscheibe gelegt und morgens wieder entfernt, sodass Ihnen das Eiskratzen erspart bleibt.

Kann man gefrorene Scheiben mit heißem Wasser auftauen?

Es liegt nahe, heißes Wasser zum Auftauen zu nutzen – jedoch sollten Sie von dieser Maßnahme besser keinen Gebrauch machen. Denn den großen Temperaturunterschied zwischen heißem Wasser und eiskalter Scheibe verträgt diese nicht. Schlimmstenfalls entstehen Spannungsrisse im Glas.

Kaltes oder lauwarmes Wasser bei gefrorenen Scheiben: Funktioniert das wirklich?

Tatsächlich ist es beim Enteisen von Windschutzscheiben sehr effektiv, diese im Vorfeld mit kaltem oder lauwarmem Wasser zu übergießen und dann einfach mit einem Abzieher (wie man ihn vom Fensterputzen kennt) zu bearbeiten. Wichtig ist nur, dass das Wasser lang genug flüssig bleibt. Ob Sie kaltes oder doch lauwarmes Wasser nutzen, hängt von der Außentemperatur ab. Für die lauwarme Variante kann man eine Gießkanne oder mit Wasser gefüllte Flaschen am Vortag vorbereiten und zum Beispiel in der Nähe der Heizung abstellen.

Kann meine Scheibe beim Eiskratzen beschädigt werden?

Nahezu jeder Eiskratzer – sei er nun aus Metall, Plastik oder mit Gummiüberzug – kann auf Ihrer Scheibe Kratzer hinterlassen, zumindest theoretisch. Grund dafür sind in der Regel feine Schmutzpartikel, die sich in der Eisschicht abgesetzt haben. Beim Kratzen über die Scheibe wirken sie wie Schleifpapier und können feine Kratzer hinterlassen. Denken Sie daher daran, Ihre Windschutzscheibe am besten schon beim Abstellen des Fahrzeugs am Vorabend noch einmal abschließend zu reinigen, etwa mit der Wischwasseranlage. Effektiv ist es ebenfalls, wenn Sie Scheibenfrostschutzmittel mithilfe einer Sprühflasche auf der Windschutzscheibe verteilen.

Übrigens: Eine saubere Scheibe beugt nicht nur Kratzern vor, sondern friert auch weniger stark ein – denn das Eis hat kaum Möglichkeiten, sich auf der Scheibe „festzuhalten“.

Autoscheibe von innen gefroren – das können Sie tun

Bei extremer Kälte kann Ihr Auto nicht nur von außen, sondern auch von innen gefrieren. Schuld ist Luftfeuchte im Inneren, die sich als Frost an der Scheibe niederschlägt. Auch hier bietet sich der Eiskratzer an. Zusätzlich können Sie die Lüftung Ihres Autos auf die Frontscheibe ausrichten. Ist noch Restfeuchtigkeit vorhanden, wischen Sie diese mit einem Tuch ab.

Damit es gar nicht erst zu gefrorenen Windschutzscheiben im Innenraum Ihres Fahrzeugs kommt, achten Sie auf regelmäßiges Lüften. Vermeiden Sie es außerdem nach Möglichkeit, zu viel Schnee und Feuchtigkeit ins Innere zu tragen. Hilfreich sind auch sogenannte Ausluftentfeuchter – die kleinen Kissen nehmen die überschüssige Feuchtigkeit in sich auf.

NICHT verwenden im Innenraum sollten Sie:

Enteisersprays – sie riechen nicht nur unangenehm, sondern sind auf so kleinem Raum auch gesundheitsgefährdend.

Starke Hitzequellen – verzichten Sie auf Heißluftgebläse, Feuerquellen oder heißes Wasser, ansonsten kann die Scheibe Risse bekommen.

Muss ich meine Scheibe komplett freikratzen oder reichen ein paar Löcher?

Das morgendliche Freikratzen der Windschutzscheibe mag zeitraubend sein, trotzdem sollten Sie für Ihre eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer darauf achten, dass die Scheibe möglichst vollständig enteist ist. Nicht ausreichend sind schnell gekratzte Gucklöcher, stattdessen muss bei allen Witterungsverhältnissen ein ausreichend großes Sichtfeld gegeben sein. Andernfalls droht laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld von 10 Euro. Im Falle eines Unfalls droht Mithaftung. Kennzeichen, Blinker, Scheinwerfer, Rücklichter und Autodach müssen ebenfalls frei von Schnee und Eis sein.

Eiskratzen bei laufendem Motor – ist das erlaubt?

Schnell und unkompliziert wird die zugefrorene Autoscheibe aufgetaut, indem man den Motor startet und laufen lässt. Erlaubt ist diese Methode allerdings nicht. Im § 30 Straßenverkehrsordnung (StVO) heißt es dazu: „Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen.“ Auch hier müssen Autofahrer mit einem Bußgeld von 10 Euro und womöglich dem Unmut ihrer Nachbarn rechnen.

Scheibenheizung statt Eis kratzen?

Sowohl Front- als auch Heckscheiben verfügen mittlerweile bei vielen Automodellen über eine Heizfunktion, die insbesondere im Winter sehr komfortabel ist. Hierbei handelt es sich allerdings um Sonderausstattungen, die sich die Hersteller durchaus einiges kosten lassen. Laut „Auto Motor Sport“ liegen die Kosten bei mehreren hundert Euro – VW verlangt beispielsweise rund 340 Euro, Jaguar 357 Euro und Volvo 480 Euro. Wer sich trotz dieser Zusatzkosten für eine solche Lösung entscheidet, kann sich je nach Dicke der Eisschicht über eine in wenigen Minuten freie Scheibe freuen.

Denken Sie bei der Nutzung von Scheibenheizung und Co. jedoch daran, Ihre Batterie nicht allzu sehr zu strapazieren. Diese ist gerade im Winter anfällig und kann derart hohe Belastungen nicht immer allein durch die Wiederaufladung der Batterie kompensieren.

Von RND/do

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