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Wissen Einsatz von Wehenmitteln in der Kritik
Nachrichten Wissen Einsatz von Wehenmitteln in der Kritik
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11:22 07.03.2018
Mund und Nase sollten bei nach der Geburt selbstständig atmenden Babys nicht ausgesaugt werden. Quelle: unsplash
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Hannover

In vielen Fällen seien medizinische Eingriffe während der Geburt überflüssig und können Mutter und Kind gefährden, gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jüngst in einer Stellungnahme zu Bedenken. Besonders bemängelt wurde der immer häufigere Einsatz von Wehenmitteln zur Beschleunigung der Geburt. Bei den meisten der 140 Millionen Geburten pro Jahr weltweit sei das laut WHO nicht nötig.

„Wenn die Wehen sich normal entwickeln und Mutter und Kind bei guter Gesundheit sind, sind Interventionen, um die Geburt zu beschleunigen, nicht nötig“, betont Princess Nothemba Simelela, Leiterin der WHO-Abteilung Familien, Frauen, Kinder und Jugendliche. Die WHO hat deshalb neue Richtlinien für Geburten herausgegeben. Nicht das Krankenhaus, die Ärzte oder Hebammen sollten allein die Schritte der Geburt bestimmen. Die Frauen müssten stets einbezogen werden.

Neue Geburtsrichtlinien für den Kreißsaal

Die WHO gibt in ihren neuen Richtlinien 56 Empfehlungen. Darin wirft sie die Faustregel über Bord, dass sich der Muttermund nach normaler Schwangerschaft bei Einsetzen der Wehen etwa einen Zentimeter pro Stunde öffnen sollte. Für manche Frauen sei das unrealistisch. Eine langsamere Öffnung allein deute nicht automatisch darauf hin, dass es bei der Geburt Komplikationen gebe.

Auch der Anschluss an einen Wehenschreiber sei normalerweise nicht nötig. Die WHO rät von einem Dammschnitt als Routineeingriff ab. Bei Babys müssten überdies nicht automatisch Mund und Nase ausgesaugt werden, wenn sie allein anfingen zu atmen.

In Ländern mit knappen Gesundheitsressourcen sei es wichtig, in den Ausbau der Betreuung für Schwangere zu investieren. Täglich sterben nach Angaben der WHO weltweit 830 Frauen bei der Geburt. Die meisten Todesfälle könnten durch gute Vorsorge und Betreuung bei der Geburt verhindert werden.

Von Christiane Oelrich/RND

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