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18:03 24.07.2017
Nicht staubtrocken: Auf dem Mond gibt es mehr Wasser als bisher erwartet. Quelle: dpa
London

Staubtrocken war der Boden, auf dem Neil Armstrong 21. Juli 1969 stand. Die Oberfläche des Mondes glich bei der legendaren Landung der Apollo 11 der einer Wüste – das zeigte auch das Bild des gestreiften Fußabdrucks, den der Astronaut auf dem Erdtrabanten hinterließ. Eine unwirkliche Umgebung, die dem Menschen ein Leben dort schwer machen würde. Doch der Traum von einer Siedlung auf dem Mond, wie sie etwa der Chef der Europäischen Raumfahrtbehörde, Jan Wörner, hat, scheint nicht mehr allzu abwegig: Denn der Mond ist gar nicht so staubtrocken.

Im Gegenteil: Er besitzt viel mehr Wasser als gedacht. Das schließen zwei US-Forscher aus der Analyse von Daten der Mondsonde „Chandrayaan-1“. Der Mondmantel könnte demnach ähnliche Wasserkonzentrationen aufweisen wie der Erdmantel, schreiben Ralph Milliken von der Brown-Universität in Providence und Shuai Li von der Universität von Hawaii im Fachblatt „Nature Geoscience“.

Wasservorkommen auf dem Mond könnten praktischen Nutzen haben

„Chandrayaan-1“ war eine Raumsonde der indischen Raumfahrtagentur ISRO, die im Oktober 2008 zum Mond startete. Während ihrer Umrundungen sollte sie vor allem nach Wasser suchen. Die Mission endete bereits im August 2009, nachdem technische Systeme versagt hatten der Kontakt mit der Sonde abgerissen war. Doch „Chandrayaan-1“ konnte zuvor genügend Aufzeichnungen machen, die die Forscher Milliken und Li nun zu der neuen Erkenntnis verhalf.

Zuvor galt der Erdtrabant lange Zeit als knochentrocken – nicht nur wegen der Bilder. Das hat mit seiner Entstehungsgeschichte zu tun. Die meisten Forscher gehen davon aus, dass der Mond durch die Kollision mit einem etwa marsgroßen Himmelskörper aus der jungen Erde herausgeschlagen wurde. Das Wasser kann die Hitze dieses Zusammenstoßes normalerweise nicht überlebt haben. Doch bereits 2008 waren Forscher in Mondproben der „Apollo“-Missionen auf Spuren von Wasser in kleinen vulkanischen Glaskügelchen gestoßen.

Ein Jahr später entdeckte ein Team der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Südpol des Mondes Eis, vier Monate später gab es auch Entdeckungen von Wasservorkommen am Nordpol. 2011 Fanden Forscher in Mondgestein, das die Apollo 17 vom letzten bemannten Flug zum Mond mitbrachte, gar Hinweise darauf, dass das Wasservorkommen „Hundert Mal größer“ ist als bisher angenommen. Mit all diesen spektakulären Entdeckungen wurde die Vorstellung des staubtrockenen Mondes endgültig widerlegt.

Woher das Mondwasser stammt, ist noch rätselhaft

Milliken und Li können diese Thesen nun weiter untermalen. Mit einem aufwendigen Analyseverfahren konnten die beiden Forscher in den Raumsondendaten nach dem Wasservorkommen über weite Teile der Mondoberfläche fahnden. Ihr Ergebnis: „Die Signaturen sind über die Oberfläche verteilt, was bedeutet, dass der Wasserfund in den ,Apollo‘-Proben keine einmalige Sache ist“, sagt Milliken. „Vulkanisches Auswurfmaterial auf dem Mond scheint allgemein wasserreich zu sein, was nahe legt, dass für den Mantel dasselbe gilt.“

Woher das Mondwasser stammt, ist noch rätselhaft. „Die sich mehrenden Hinweise für Wasser im Mond legen nahe, dass das Wasser entweder doch irgendwie überlebt hat, oder dass es kurz nach der Kollision von Asteroiden oder Kometen mitgebracht wurde, bevor der Mond ganz erstarrt ist“, sagt Li.

Die Wasservorkommen auf dem Mond könnten vor allem praktischen Nutzen für die Erforschung des Erdtrabanten haben, meinen die beiden Forscher. Immerhin enthalten die vulkanischen Kügelchen in den „Apollo“-Proben 0,5 Promille Wasser – und das könnte sich potenziell extrahieren lassen. „Alles, was künftigen Monderforschern erspart, Mengen von Wasser von zuhause mitzubringen, ist ein großer Schritt nach vorn“, so Li.

Von RND/dpa

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Mondforscher hätten eine Menge Wasser auf den Mond mitzuschleppen. Vielleicht aber auch nicht: Einer neuen Analyse zufolge ist der Erdtrabant gar nicht so knochentrocken wie angenommen.

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