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Wissen Angst vorm Arzt? Einfach hingehen!
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10:02 05.03.2018
Sprechstunde mit: Borwin Bandelow. Er ist Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Georg-August-Universität Göttingen und Experte für Angsterkrankungen. Quelle: Montage: RND; dpa/privat
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Göttingen

Robert K. hatte panische Angst vor Ärzten. Sein Leben lang vermied er aus Angst vor Schmerzen den Gang zum Mediziner. Als er einmal eine kleine Operation über sich ergehen lassen musste, geriet er so in Panik, dass er einen Herzinfarkt erlitt. Das Erstaunlichste war, dass er es eigentlich gewohnt war, anderen Menschen Schmerzen zuzufügen – er war Zahnarzt.

Die Angst vor Ärzten

Viele Menschen haben große Angst vor Ärzten. Allein der Geruch eines Krankenhauses löst bei ihnen Panikgefühle aus. Sie vermeiden deswegen notwendige Arztbesuche, sodass sie Krankheiten verschleppen und aus ihrem kleinen Gesundheitsproblem ein großes wird. Die Angst vor Ärzten, auch Iatrophobie (von Griechisch iatros – Arzt) genannt, geht meist auf eine Blut- und Verletzungsphobie zurück. Manchem wird schon schummrig, wenn der Arzt Blut abnimmt. Die Blutphobie ist die einzige Phobie, bei der man tatsächlich in Ohnmacht fallen kann, während bei anderen Angstzuständen der Blutdruck eher steigt.

Eine Blutphobie liegt in der Evolution begründet

Das liegt in der Evolution begründet: Für ein Tier, das nach einem Kampf aus vielen Wunden blutet, ist es besser, wenn es bewusstlos zusammenbricht. Im Liegen wird der Blutdruck stabilisiert und die Gerinnung gefördert. Damit erhöht sich die Überlebenschance. Verlieren Menschen nach einem kleinen Piks das Bewusstsein, ist dies eine überzogene Form eines uralten Überlebensmechanismus, der uns warnt, alles zu meiden, was mit blutenden Wunden einhergehen könnte. Zwar weiß das Gehirn, dass der Besuch beim Arzt in den meisten Fällen nur mit kleineren Schmerzen einhergeht. Bei manchen Menschen allerdings obsiegt das Urangstsystem.

Besonders ausgeprägt ist die Angst vor Zahnärzten

Fünf Prozent aller Menschen meiden den Besuch beim Zahnarzt. Die Phobie entsteht übrigens nicht durch ein einschneidendes Erlebnis in der Kindheit – sie tritt ja auch oft bei Menschen auf, die nie einen Zahnmediziner aufgesucht haben. Am besten hilft gegen die Angst vor Ärzten und Zahnärzten, einfach hinzugehen, um nachher die Erfahrung zu machen, dass es doch nicht so schlimm war. In schwierigen Fällen kann man mit einer Verhaltenstherapie oder Medikamenten nachhelfen.

Von Professor Borwin Bandelow/RND

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