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09:11 21.09.2018
Während des Oktoberfestes in München herrscht erhöhter Methan-Ausstoß. Quelle: dpa
München

Nicht nur der Bier-Ausstoß steigt zur Wiesn-Zeit in München massiv an, auch vom Klimagas Methan werden deutlich höhere Mengen freigesetzt. Das haben Forscher der Technischen Universität München (TUM) herausgefunden. Zu den Quellen des erhöhten Methans gehört den Forschern zufolge das Abwasser aus den Toiletten und aus der Gastronomie, die Gasgrills in den Wiesn-Festzelten und Buden sowie die Gasversorgung für Heizstrahler, sagte Jia Chen, Ingenieurin und TUM-Professorin für Umweltsensorik.

Die jährlich rund sechs Millionen Besucher des Oktoberfestes seien als Ursache für das erhöhte Methan unwahrscheinlich. „Noch nicht einmal die Hälfte aller Menschen produziert überhaupt Methan, und wenn, dann nur ein paar Mikrogramm pro Sekunde, so dass selbst bei einer Rekord-Wiesn niemals die von uns gemessenen Werte erreicht werden könnten“, betont die Wissenschaftlerin. Blähungen von mit Bier abgefüllten und sattgegessenen Wiesn-Besuchern spielen demnach also keine Rolle.

Konzentration teils fünf Mal so hoch

Auch sonst im Jahr sei in der Stadt die Methan-Konzentration erhöht, erklärt die Wissenschaftlerin. Während der Wiesn habe sie aber teils fünf Mal so hoch gelegen wie vor und nach dem Fest. Explosionsgefahr besteht aber nicht. Es gehe um Konzentrationen von ein paar Teilchen Methan pro einer Million Luftteilchen. „Um explosiv zu sein, müsste der Methan-Anteil zehntausendfach höher sein.“

Methan ist ein Treibhausgas, das die Erderwärmung beschleunigt, und zwar 28-mal stärker als Kohlendioxid (CO2). Mehr noch: Seit 2006 nimmt der weltweite Methanausstoß zu, noch ist nicht mit Sicherheit geklärt, was der Grund dafür ist. „Deswegen ist es wichtig, genau zu verstehen wo und warum Methan ausgestoßen wird“, sagt Forscherin Chen.

Forscher hoffen auf einfache Maßnahmen

Die Forscher hoffen, im Laufe der Untersuchung herauszufinden, ob einfache Maßnahmen die Methan-Emissionen beim Oktoberfest senken könnten – zum Beispiel durch kleine Veränderungen an den Erdgasleitungen. Dies, so Chen, ließe sich dann vielleicht auch in anderen Städten anwenden.

Die Rinderzucht gilt als einer der stärksten Faktoren für Methanemissionen: Sie produzieren das Treibhausgas bei der Verdauung.

Von so/RND/dpa

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