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Wissen 5000 Wissenschaftler haben in pseudo-wissenschaftlichen Verlagen publiziert
Nachrichten Wissen 5000 Wissenschaftler haben in pseudo-wissenschaftlichen Verlagen publiziert
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16:58 19.07.2018
Pseudowissenschaftliche Verlage gefährden das Vertrauen in die Wissenschaft. Quelle: dpa
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Hannover

Mehr als 5000 deutsche Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren in pseudo-wissenschaftlichen Verlagen publiziert. Das ist das Ergebnis einer Recherche von NDR, WDR, SZ und dem „Süddeutsche Zeitung Magazin“. Dazu sollen Wissenschaftler der Helmholtz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Institute, von Hochschulen und Behörden gehören, von denen viele dafür auch öffentliche Gelder verwendeten. Weltweit sollen rund 400.000 Forscher Paper in Pseudo-Journalen veröffentlicht haben.

Was sind Raubverleger?

Die pseudo-wissenschaftlichen Raubverleger finanzieren sich ausschließlich über Publikationsgebühren. Die Wissenschaftler werden angeworben, bezahlen für die Veröffentlichung und ihre Artikel werden publiziert. Dabei behaupten die Raubverleger, sich an wissenschaftliche Standards zu halten. Tatsächlich, das zeigt die Recherche, erscheinen die Artikel oft ungeprüft, ohne ernsthafte Qualitätskontrolle wie der externen Begutachtung. Normalerweise funktionieren seriöse wissenschaftliche Journale wie zum Beispiel „Science“ oder „Nature“ nach dem Prinzip der „Peer Review“. Dabei überprüfen Experten aus dem gleichen Fachgebiet vor der Veröffentlichung eines Artikels die Arbeit ihrer Kollegen.

Oft verwenden die Raubverleger auch Namen, die denen etablierter Journals ähneln. Sie imitieren deren Websites oder geben falsche Angaben zum Ranking der Journale.

Das Problem der pseudo-wissenschaftlichen Verlage ist schon länger bekannt. Schon häufiger haben die Hochschulen und Forschungsinstitute davor gewarnt. Neu ist aber anscheinend das Ausmaß. So habe sich die Zahl solcher Publikationen bei fünf der wichtigsten Verlage den Recherchen zufolge seit 2013 weltweit verdreifacht, in Deutschland sogar verfünffacht.

Warum publizieren Wissenschaftler in diesen Verlagen?

Wissenschaftler werden an ihren Publikationen gemessen – und diesen Publikationsdruck nutzen die pseudo-wissenschaftlichen Verlage aus. Dabei handelten die Wissenschaftler aber nicht unbedingt alle wissentlich, sondern wurden teilweise auch Opfer der Raubverlage. Einige Forscher hätten erst durch die Recherchen von den Pseudo-Verlagen erfahren, schreibt die SZ. Wer sich zudem nicht wirklich mit dem wissenschaftlichen Publikationssystem auskennt, nicht die relevanten Titel im eigenen Spezialgebiet kennt, wird leichte Beute.

Doch auch prominente Hochschullehrer wie Peter Nyhuis, Leiter des Instituts für Fabrikanlagen und Logistik, der Leibniz Universität Hannover sind den Raubverlagen wohl ebenfalls aufgesessen. Nyhuis äußerte gegenüber dem NDR sein Bedauern und erklärte, man sei „nicht wissentlich einem System aufgesessen“. Solche Veröffentlichungen seien an seinem Institut nach Bekanntwerden sofort gestoppt worden.

Was bedeutet das für die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft?

Das Problem: Durch diese Praxis gelangten nicht selten fragwürdige Studien mit scheinbar wissenschaftlichem Gütesiegel an die Öffentlichkeit. Das kann die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft beschädigen.

Von asu/RND

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