Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Zollstreit: EU droht Trump mit Gegenmaßnahmen
Nachrichten Wirtschaft Zollstreit: EU droht Trump mit Gegenmaßnahmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:14 19.07.2018
20 oder 25 Prozent teurer in den USA? Autos stehen im Hafen von Emden zur Verschiffung bereit. Quelle: dpa
Brüssel

Zwischen den USA und Europa könnte in diesem Sommer der größte Handelskrieg seit den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts ausbrechen. Am kommenden Mittwoch werden EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Handelskommissarin Cecilia Malmström im Weißen Haus mit US-Präsident Donald Trump die weiteren Schritte besprechen.

Malmström sagte am Donnerstag in Brüssel, die von Trump angedrohte Einführung von Abschottungszöllen auf Autos aus der EU sei ein „illegaler Schritt“. Die Amerikaner müssten sich in diesem Fall auf europäische Gegenmaßnahmen „in völlig neuen Größenordnungen“ einstellen. Es drohe eine „Katastrophe“ für den gesamten Welthandel.

Zölle im Gesamtwert eines dreistelligen Millionenbetrags

Inoffiziell hieß es, Juncker werde Trump mit Zusatzzöllen auf amerikanische Produkte quer durch verschiedene Branchen im Gesamtwert eines dreistelligen Milliardenbetrags drohen. Juncker selbst nahm zu Einzelheiten nicht Stellung. Journalisten ließ er lediglich wissen, er werde „heiter und gelassen“ nach Washington reisen.

Juncker hatte Trump bereits am Rande des jüngsten G-7-Treffens in Kanada vor einer Eskalation des Handelskriegs gewarnt. Trump hatte Juncker daraufhin einen „brutalen Killer“ genannt.

Die Europäer hoffen darauf, dass bei den Amerikanern gerade noch rechtzeitig die Einsicht in die schädlichen Folgen eines Handelskriegs für die USA selbst wachsen wird. Erste Anzeichen dafür gibt es bereits.

Die Fed warnt vor getrübter Stimmung in der US-Wirtschaft

Die zwölf Regionaldirektoren der amerikanischen Bundesbank (Federal Reserve) beschreiben in einem turnusmäßigen Bericht eine Eintrübung der Stimmung der US-Wirtschaft in sämtlichen Regionen des Landes. Bei den Unternehmen wachse die Sorge, die Handelspolitik Trumps werde die Produktionskosten steigen lassen, den Absatz erschweren und möglicherweise ganze Lieferketten stören.

Der IWF rechnet mit Verlusten für die globalen Handelsströme

Zuvor hatte bereits der Internationale Währungsfonds (IWF) die USA vor den Folgen eines eskalierenden Handelskriegs gewarnt. Die moderne Wirtschaft der USA mit ihren weit reichenden globalen Verflechtungen sei „in spezieller Weise verwundbar“. Laut IWF droht wegen Trumps Handelspolitik bis zum Jahr 2020 eine um 430 Milliarden US-Dollar geringere globale Wirtschaftsleistung – was sich in den Staatshaushalten und Sozialsystemen negativ auswirken werde.

Trump hatte Anfang Juni Zusatzzölle auf Stahl und Aluminium verhängt. Die EU hatte mit nadelstich­artigen Gegenzöllen im Wert von 2,8 Milliarden Euro auf US-Waren reagiert, davon betroffen sind Produkte wie Whiskey, Orangensaft, Jeans und Motorräder. In einem zweiten Schritt will Trump europäische Autos verteuern, um 20 oder 25 Prozent. Hier wird der Umfang auf 50 Milliarden Euro geschätzt.

Der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, ließ in einer Kongressanhörung durchblicken, dass er auch Gefahren für die Geldwertstabilität sieht. Höhere Preise durch Zölle könnten die Inflation anschieben. Sollten weltweit die Notenbanken zum Ausgleich die Zinsen erhöhen, dürften Schuldner – private wie öffentliche – in unerwartete Probleme geraten.

Von Matthias Koch/RND

Die drohenden Fahrverbote haben Kunden abgeschreckt, doch nun meldet VW erstmals seit Langem wieder steigende Nachfrage nach dem Selbstzünder. Auch der Autoverband VDA rechnet mit einer Trendwende.

19.07.2018

Der Billigflieger hat sich lange gegen Verhandlungen mit Gewerkschaften gewehrt. Dann kam die Kehrtwende – nun redet man aneinander vorbei.

19.07.2018

Die Cloud zahlt sich aus für SAP: Das Geschäft mit Mietsoftware im Internet wächst rasant, spült viel Geld in die Kasse und stimmt den Walldorfer Softwarekonzern noch etwas optimistischer.

19.07.2018