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Wirtschaft Immobilienwirtschaft sieht Politik in der Pflicht
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16:31 20.08.2018
Überall werden Wohnungen gebaut – aber es mangelt an bezahlbarem Wohnraum. Quelle: dpa
Hannover/Berlin

In vielen Städten sind Wohnungen extrem knapp, dies lässt die Mieten in die Höhe schießen. Die Immobilienwirtschaft macht dafür auch Bund, Länder und Kommunen verantwortlich. Im Kampf gegen steigende Mieten in Großstädten werde von staatlicher Seite nicht genug getan, kritisiert der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA), , der mehr als 25 Verbände der Immobilienbranche vertritt.

Bauen sei in den vergangenen Jahren stetig teurer geworden, sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner. „Die politischen Auflagen haben sich erhöht, die Grundstückspreise sind ebenfalls auf einem Allzeithoch, und Kosten für Baustoffe und Gewerke steigen konstant.“

Als ein Beispiel für mögliche Verbesserungen nennt der Verband das sogenannte serielle Bauen. Einmal genehmigte Bautypen sollten in allen Bundesländern anwendbar sein, um schnell in Serie bauen zu können. Derzeit sorgten die unterschiedlichen Landesbauordnungen für Verzögerungen und Kosten. „Um serielles Bauen voranzubringen, braucht es eine verbindliche Festlegung bestimmter technischer Anforderungen in einer Bundesbauordnung“, fordert der Verband.

Außerdem fordert der ZIA die Kommunen auf, die Möglichkeit von „Konzeptvergaben“ stärker zu nutzen. Dabei verzichten Kommunen bei der Vergabe von Grundstücken auf den maximal möglichen Preis und entscheiden auch nach Qualität des eingereichten Vorschlags von Projektentwicklern. Zudem müssten die Kommunen die digitale Bauplanung stärker nutzen.

Nach Ansicht des Städte- und Gemeindebunds ist es dagegen entscheidend, dass Städte und Gemeinden bessere Möglichkeiten zur Mobilisierung von Bauland bekommen. Dazu seien Vereinfachungen im Planungs-, Bauordnungs- und Vergaberecht nötig. „Gefordert sind hier nicht die Kommunen, sondern Bund und Länder“, erklärte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

Ähnlich äußerte sich Thorsten Bullerdiek vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund. Vor allem außerhalb der Großstädte gebe es noch genug Möglichkeiten, neues Bauland bereitzustellen. „Wir werden der Probleme nur Herr, wenn wir ins Umland ausweichen.“ Dafür müsse allerdings dort auch die Infrastruktur attraktiver werden. Bullerdieck nannte als Beispiele einen getakteten öffentlichen Personennahverkehr und schnelles Internet.

Für die Dauer der Genehmigungsverfahren seien dagegen in erster Linie Bund und Länder verantwortlich. Die Vorschriften müssten entschlackt werden. Bisher gebe es auf diesem Gebiet aber nur Versprechungen und keine Fortschritte, kritisierte Bullerdiek.

Die Landesregierung in Hannover arbeitet an dem Thema. Der für den Wohnungsbau zuständige Minister Uwe Lies hat gleich nach Amtsantritt das Bündnis für bezahlbares Wohnen ins Leben gerufen. Dabei gehe es um den sozialen Wohnungsbau, aber auch die Bauland-Frage und die Baukosten, wie eine Ministeriumssprecherin mitteilte. Derzeit gibt es fünf Arbeitsgruppen - erste Empfehlungen zur sozialen Wohnraumförderung sollen am Ende August vorgestellt werden.

Von Albrecht Scheuermann und Alexander Sturm

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