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Wirtschaft „Wir müssen Dinge einfach mal ausprobieren“
Nachrichten Wirtschaft „Wir müssen Dinge einfach mal ausprobieren“
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08:38 23.05.2017
Hochkarätiges Wirtschaftstreffen: VW-Chef Matthias Müller (Zweiter von rechts) mit UVN-Präsident Werner M. Bahlsen, Conti-Chef Elmar Degenhart und UVN-Hauptgeschäftsführer Volker Müller (v. l.) vor dem Schloss Herrenhausen. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Bei VW habe sich über die Jahre eine „Kultur der Perfektion, der Absicherung, der Null-Fehler-Toleranz“ etabliert, sagte Müller. Diese habe zwar die Qualität der Produkte verbessert, aber auch das Tempo und den Unternehmergeist gebremst. Müllers Vorgänger an der VW-Spitze, Martin Winterkorn, galt als detailversessener Perfektionist, besonders bei technischen Fragen.

Müller sprach sich für eine neue, vom Silicon Valley inspirierte „Einfach-Machen-Kultur“ aus: „Die eigene Komfortzone überwinden, eingetretene Pfade verlassen und Dinge einfach mal ausprobieren - auch auf die Gefahr hin, dass man sich eine blutige Nase holt“. Dies bedeute aber nicht, dass man Kompromisse bei der Sicherheit mache: „Ein Fehler in einer Park-App ist verschmerzbar. Ein Fehler in einem relevanten Sicherheitssystem eines Autos ist es nicht.“ Als Beispiel für die schnelle, pragmatische Entwicklung eines Angebots nannte Müller einen Shuttle-Service der Ende 2016 ins Leben gerufenen Digitalmarke Moia: Die Mischung aus Linienbus und Sammeltaxi werde man noch 2017 in den ersten deutschen Großstädten testen.

Der Manager äußerte sich auch zur Bedeutung des Standorts Niedersachsen für den Konzern: VW könne den digitalen Wandel nicht allein in Niedersachsen gestalten. Man müsse dort vor Ort sein, „wo die besten Köpfe und Ideen sind“. Die Software-Entwickler an VW-Standorten in Berlin und Kalifornien hülfen der Heimatregion. Der Konzernchef betonte, dass VW auch in Niedersachsen in Zukunftsthemen investiere, zum Beispiel in das neue Akku-Zentrum in Salzgitter.

Müller will VW stärker für Partnerschaften mit anderen Unternehmen öffnen. „Die Zeiten sind vorbei, in denen wir in Wolfsburg meinten, alles zu können und allein machen zu müssen“, sagte er. Als Beispiele für neue Kooperationen nannte er unter anderem einen Kleinwagen für Indien, den VW gemeinsam mit Tata Motors baut. Zudem hob Müller die seit Jahrzehnten bestehenden Beziehungen zu Continental hervor: Mit Conti werde VW etwa bei der automatischen Abstandsregelung noch enger zusammenarbeiten.

Kritik an hohen Energiekosten

Conti-Chef Elmar Degenhart, der ebenfalls an der UVN-Veranstaltung teilnahm, übte Kritik an der Politik: Das deutsche Bildungssystem sei nicht mehr zeitgemäß, und die Energiekosten seien hierzulande im internationalen Vergleich viel zu hoch. Eine Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos sei in Deutschland deshalb bisher nicht wettbewerbsfähig. VW-Chef Matthias Müller griff die Bedenken auf: Auch er befürchte, dass die Fertigung von Akku-Zellen wegen der hohen Energiekosten nicht in Deutschland sein werde. Das geplante Zentrum von VW in Salzgitter werde sich mit Akkus als Komplettsystemen beschäftigen - aber nicht unbedingt auch selbst Batteriezellen fertigen.

Auch UVN-Präsident Werner Bahlsen appellierte an die Politiker. Man müsse mehr in Infrastruktur und Bildung investieren, aber auch die Staatsfinanzen konsolidieren. „Wir dürfen nicht auf Pump leben und unseren Kindern die Schulden hinterlassen.“

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