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Wirtschaft Weil und Althusmann verlangen Aufklärung zu Abgasversuchen
Nachrichten Wirtschaft Weil und Althusmann verlangen Aufklärung zu Abgasversuchen
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16:05 29.01.2018
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) spricht am 23.01.2018 bei einer Pressekonferenz im Landtag in Hannover (Niedersachsen). Weil berichtet über die Ergebnisse der zweitägigen Klausurtagung der niedersächsischen Landesregierung. Foto: Holger Hollemann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover/Wolfsburg

 Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat vom VW-Vorstand eine rasche Aufklärung zu den mutmaßlichen Diesel-Abgasversuchen an Menschen und Affen gefordert. Er habe bereits am Wochenende die Abgasversuche an Affen als „absurd und widerlich“ bezeichnet, sagte er am Montag in Hannover. Sollten sich die Vorwürfe zu Versuchen an Menschen bestätigen, gelte diese Bezeichnung erst recht. Für Volkswagen gelte, dass das Verhalten des Konzerns „in jeder Hinsicht auch ethischen Anforderungen genügen“ müsse. „Und das bezieht sich selbstverständlich auch auf solche Versuche, wie sie jetzt im Raum stehen“.

Ob sich die Versuche auch auf Menschen bezögen, müsse ebenso geklärt werden wie die Frage nach den Auftraggebern, sagte Weil. „Es wird dann auch zu klären sein, in welcher Weise welche Personen eine persönliche Verantwortung zu übernehmen haben.“ 

Althusmann: Versuche sind „dumm und töricht“

Der niedersächsische Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat Bernd Althusmann (CDU) bezeichnete die Versuche als „absurd und unentschuldbar“. „Die Verantwortlichen für diese Versuche verschiedener Autobauer werden sich jetzt ihrer Verantwortung stellen müssen“, forderte der CDU-Politiker. „Hier darf es kein Vertuschen oder Verharmlosen geben. Ich rate dringend dazu, hier alles auf den Tisch zu legen.“ Es seien ethische Grenzen überschritten worden, was weder entschuldbar noch nachvollziehbar sei. Solche Versuche seien „dumm und töricht“, den Diesel-Skandal womöglich verharmlosen zu wollen, sei dreist.

Althusmann sagte der Deutschen Presse-Agentur, er erwarte neben einer vollständigen Aufklärung und einem umfassenden Bericht an den Aufsichtsrat „harte personelle Konsequenzen“ für diejenigen, die für diese Tierversuche verantwortlich seien. Die Verantwortlichen sollten umgehend ermittelt werden. „Wer mit anderen Autobauern auf solche Ideen kommt, sollte zur Rechenschaft gezogen werden.“ Althusmann sagte, er sei sicher, dass Vorstand und Aufsichtsrat von Volkswagen in dieser Frage eng kooperierten.

Volkswagen entschuldigt sich

Einem Bericht der „New York Times“ zufolge sollen Automobil-Hersteller in den USA Tests mit Stickstoffdioxid an zehn Affen ausgeführt haben, um zu beweisen, dass die Schadstoff-Belastung durch Abgasreinigung deutlich abgenommen habe. Die Tiere seien vier Stunden lang mit Auto-Abgasen eingesperrt worden. Die entsprechende Forschungseinrichtung soll vom Wolfsburger Autobauer Volkswagen sowie von Daimler und BMW finanziert worden sein. VW hatte in den USA jahrelang Stickstoffdioxid-Messwerte manipuliert, um Grenzwerte für Dieselfahrzeuge einzuhalten.

Am Wochenende hatte sich Volkswagen für die Versuche an Affen entschuldigt. „Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war. Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten“, teilte der Konzern am Samstag mit. Volkswagen distanziere sich klar von allen Formen der Tierquälerei. „Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner.“

Von jos/epd/dpa

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