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Wirtschaft Karstadt und Kaufhof erwägen Zusammenarbeit
Nachrichten Wirtschaft Karstadt und Kaufhof erwägen Zusammenarbeit
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15:07 27.06.2018
Karstadt-Filiale in der Georgstraße, Hannover. Quelle: HAZ, Hannoversche Allgemeine Zeitung
Köln/Hannover

In den kriselnden Warenhausmarkt kommt plötzlich wieder Bewegung: Die Eigentümer von Kaufhof und Karstadt haben nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur neue Gespräche über eine Zusammenarbeit aufgenommen. Die Verhandlungen zwischen dem kanadischen Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay Company (HBC) und dem österreichischen Karstadt-Eigner René Benko befänden sich im Anfangsstadium, hieß es in informierten Kreisen.

Wie eine gemeinsame Zukunft aussehen könnte, darüber gibt es unterschiedliche Signale. Ein Unternehmenskenner sagte, seiner Einschätzung nach lägen „alle Optionen“ auf dem Tisch – Kooperationen bei IT und Logistik ebenso wie ein Gemeinschaftsunternehmen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, Karstadt könne 51 Prozent an einem Gemeinschaftsunternehmen übernehmen.

Beide Ketten leiden unter dem Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando. Verschärft wurde die Situation durch Managementfehler. Besonders kritisch ist die Lage bei Kaufhof. Der Kölner Handelsriese kämpft seit der Übernahme durch die Kanadier 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Kaufhof verhandelt deshalb mit der Gewerkschaft Verdi über einen Sanierungstarifvertrag, der die Kosten um einen Millionenbetrag senken soll. Doch auch Karstadt hat nach einer harten Sanierung gerade erst die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft.

Karstadt-Eigentümer Benko liebäugelt seit Jahren damit, Kaufhof zu übernehmen. Erst vor wenigen Monaten hatte HBC ein Drei-Milliarden-Angebot abgelehnt. Doch die Zeit spielt für den Österreicher. Denn nicht nur der Kaufhof steckt in Schwierigkeiten, der Mutterkonzern HBC kämpft auch in Nordamerika mit Problemen.

Ein Zusammenschluss könnte nach Einschätzung von Handelsexperten zu einem massiven Stellenabbau führen. Eine Konzernzentrale würde überflüssig, auch etliche Warenhäuser stünden wohl zur Disposition. Schließlich liegen die Filialen der Konkurrenten zuweilen nur einen Steinwurf voneinander entfernt.

Karstadt-Chef Stephan Fanderl wies diese Einschätzung in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ zurück. „Das stimmt einfach nicht“, sagte er, kurz nach dem HBC das jüngste Übernahmeangebot zurückgewiesen hatte. „Für mich ist völlig klar: Wir hätten nur sehr, sehr wenige Filialen – sozial verträglich – schließen müssen.“

Vier Filialen in Hannover

Die Gewerkschaft Verdi betonte, im Falle eines Zusammenschlusses stünden für sie drei Themen im Vordergrund: „Die Tarifbindung, die Beschäftigungssicherung und die Standortsicherung“. Signa lehnte eine Stellungnahme ab. Von HBC war zunächst keine Äußerung zu erhalten.

In Hannover gibt es zwei Kaufhof-Filialen, eine Karstadt-Filiale und eine Filiale von Karstadt Sports. „Die Beschäftigten machen sich definitiv Sorgen, dass Häuser geschlossen werden, wenn es wirklich zu einer Fusion kommt“, sagte Mark Philipp Poblete, Vorsitzender des Betriebsrates der Kaufhof-Filiale an der Marktkirche.

Von Erich Reimann

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