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Wirtschaft Nicht serienreif? VW macht Tausende Testautos zu Geld
Nachrichten Wirtschaft Nicht serienreif? VW macht Tausende Testautos zu Geld
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18:54 07.12.2018
VW-Neuwagen vor der Auslieferung: „Versäumt zu dokumentieren, was nicht serienmäßig ist.“ Quelle: Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Wolfsburg

Der Dieselskandal ist noch nicht ausgestanden, da muss Volkswagen erneut Tausende Autos zurückrufen. Diesmal geht es allerdings nicht um manipulierte Abgaswerte: Der Autobauer hat sogenannte Vorserienfahrzeuge verkauft, die zu Testzwecken gebaut werden und in ihrer Ausstattung oftmals noch gar nicht für den Markt zugelassen sind. Sicherheitsrisiken für die Besitzer sind offenbar nicht ausgeschlossen.

Der „Spiegel“ berichtet darüber, dass der Konzern zwischen 2006 und 2015 knapp 15.000 solcher Versuchsmodelle zu Geld gemacht habe. Dabei habe der Konzern die Kunden nicht darüber informiert, dass es sich um keine Serienmodelle gehandelt habe. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf einen internen Bericht der VW-Revision. Nach Auskunft des Kraftfahrt-Bundesamtes ruft Volkswagen derzeit bundesweit 4000 Autos zurück. Die Aktion werde überwacht, weil ein ernstes Risiko nicht ausgeschlossen werden könne, teilte die Behörde mit.

VW spricht von weltweit etwa 6700 Fahrzeugen, die zwischen 2006 und 2018 in einem Bauzustand verkauft worden sein könnten, die nicht der Serienausstattung entspricht. Oftmals werden in diesen Vorabmodellen technische Ausstattungen getestet, die noch gar nicht für den Straßenverkehr freigegeben sind. Offenbar weiß bei VW aber niemand, ob die Autos vor dem Verkauf wieder in einen legalen Zustand versetzt worden waren: „Es wurde versäumt, zu dokumentieren, was an den betroffenen Fahrzeugen nicht seriengemäß ist“, sagte ein VW-Sprecher am Freitag.

Laut „Spiegel“ waren VW-Prüfer im Jahr 2016 auf diese Praxis gestoßen und hatten auch den damaligen Markenchef und heutigen Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess darüber informiert. Dennoch habe es mehr als zwei Jahre gedauert, bis der Konzern die Kunden angeschrieben habe. Dem VW-Sprecher zufolge hat der Konzern rund 5500 betroffenen Kunden angeboten, die Autos zurückzukaufen. In einigen Fällen sei auch ein Update möglich.

Weitere Details zu den betreffenden Bauteilen nannte der Sprecher nicht. Nach eigenen Angaben sind Volkswagen keine Unfälle oder Verletzungen bekannt, die auf eine nicht serienmäßige Ausstattung der Autos zurückzuführen wären.

In einer Stellungnahme des Wolfsburger Konzerns hieß es, dass die Vermarktung und der Vertrieb von sogenannten Vorserienfahrzeugen rechtlich zulässig und in der Autoindustrie weit verbreitet seien. Dieser Darstellung widersprach der Branchenexperte Stefan Bratzel. Es gebe durchaus solche Fahrzeuge, die aber eigentlich nur mit der entsprechenden Kennzeichnung abgegeben würden. „Eine breite Vermarktung wäre für mich neu, davon habe ich bisher noch nichts gehört.“

Zu viel CO2: VW droht Strafe

Dem Volkswagen-Konzern droht im Jahr 2021 eine Strafzahlung in Höhe von 1,4 Milliarden Euro, weil er die CO2-Vorgaben der EU verfehlt. Das erwartet die Unternehmensberatung PA Consulting, die die Emissionen von Neuwagenflotten analysiert. Die drohende Strafe entspreche 10 Prozent des operativen Gewinns von Volkswagen im Jahr 2017, rechnet PA Consulting vor.

Daimler und BMW überschreiten laut der Studie die Zielwerte nur knapp, Ford und Fiat-Chrysler hingegen noch stärker als VW. Volvo, Toyota und einige weitere Hersteller halten sie hingegen voraussichtlich ein. Ab 2021 gilt in der EU ein Zielwert von 95 Gramm CO2, für Überschreitungen müssen die Hersteller eine Strafe zahlen.

Von Christian Brahmann

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