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Wirtschaft Duesmann kommt als neuer Vorstand
Nachrichten Wirtschaft Duesmann kommt als neuer Vorstand
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17:09 24.07.2018
BMW-Vorstand Markus Duesmann soll bei VW anheuern –in welcher Funktion ist noch unklar. Quelle: Sepp Spiegl
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Wolfsburg

BMW-Einkaufschef Markus Duesmann wechselt in den Konzernvorstand von Volkswagen – und könnte bald neuer Audi-Chef werden. Eine Vereinbarung zum Eintritt in den VW-Vorstand sei bereits unterzeichnet worden, teilte der Konzern am Dienstag in Wolfsburg mit. „Die Position des Audi-Chefs ist nur eine von mehreren Möglichkeiten“, verlautete aus Unternehmenskreisen. Denkbar sei aber auch, dass der 49-Jährige ein Technikressort führen oder das China-Geschäft verantworten werde, den wichtigsten Einzelmarkt des Konzerns.

BMW-Chef Harald Krüger hatte zuvor vor leitenden Mitarbeitern in München mitgeteilt, dass Duesmann das Unternehmen „aus persönlichen Gründen“ verlässt und seinen noch gut ein Jahr laufenden Vertrag ruhen lässt. VW teilte mit, Duesmann werde „seine Tätigkeit aufnehmen, sobald er hierfür zur Verfügung steht“. Die genaue Aufgabe sei allerdings bisher offen. „Es gibt noch keine Entscheidung über die Ressortverantwortung“, sagte ein Aufsichtsratssprecher.

Duesmann ist nicht der erste prominente Manager, den VW von BMW holt. Auch Konzernchef Herbert Diess kam 2015 aus München, wo er das Entwicklungsressort geführt hatte. Bernd Pischetsrieder war von 1993 bis 1999 BMW-Chef – von 2002 bis 2006 stand er an der Spitze von VW. Bevor Duesmann in Wolfsburg oder Ingolstadt anfängt, sind aber noch zwei Hürden zu überwinden: sein Vertrag bei BMW und Rupert Stadlers Vertrag bei Audi.

Duesmann ist noch bis September 2019 an seinen bisherigen Arbeitgeber gebunden –darüber hinaus soll es noch eine sogenannte Wettbewerbsklausel geben, die seinen Antritt in Wolfsburg weiter verzögern könnte. Audi-Chef Stadler, der auch Mitglied des VW-Konzernvorstandes ist, sitzt im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre seit einem Monat in Untersuchungshaft. Er ist beurlaubt, bis die Vorwürfe geklärt sind, die Geschäfte bei der Ingolstädter Tochter führt seither Vertriebsvorstand Bram Schot kommissarisch.

Stadlers Vertrag bei Audi läuft noch bis 2022. Er ist nur vorübergehend von seinen Aufgaben entbunden, „bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat“. Kündigen kann der Aufsichtsrat ihm nur aus wichtigem Grund – ein bloßer Verdacht reicht nicht. In diesem Zusammenhang warnte Audi-Aufsichtsrätin Hiltrud Werner in der „Financial Times“ davor, Stadler jetzt weiter zu demütigen. Es gelte, aus dem Selbstmord des Siemens-Managers Joachim Neubürger Lehren zu ziehen: Der 2012 verstorbene Finanzchef des Elektrokonzerns war Beschuldigter in einer Schmiergeldaffäre und hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert. Werner führt im VW-Konzernvorstand das Ressort „Integrität und Recht“.

Für VW sei der Wechsel von Duesmann nach Wolfsburg ein Gewinn, sagte Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Der Manager kenne die Industrie „aus dem Effeff“. Für VW-Chef Diess könne es eine Befreiung sein, wenn ein neuer Manager von außen komme, der keine Rücksichten auf alte Seilschaften im Konzern nehmen müsse: „Man konnte keinen Besseren finden.“ Der Wechsel sei auch eine „große Chance“ für den Manager selbst. Der jüngste BMW-Vorstand hätte in München vermutlich nicht weiter aufrücken können, sagte Autoexperte Stefan Bratzel.

Von Roland Losch und Thomas Strünkelnberg

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