Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Mieten unbezahlbar: Viele Durchschnittsverdiener können sich Neubauten nicht mehr leisten
Nachrichten Wirtschaft Mieten unbezahlbar: Viele Durchschnittsverdiener können sich Neubauten nicht mehr leisten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:53 24.01.2019
Wegen explodierender Baukosten können sich Mieter mit durchschnittlichem Einkommen kaum mehr eine Wohnung in Stadtlage leisten. Quelle: Jens Büttner/dpa
Hamburg/Berlin

Wer in zentralen Lagen einen Neubau mieten will, muss tief in die Tasche greifen. Für viele Normalverdiener ist das Wohnen in Stadtnähe kaum mehr bezahlbar, wie eine Studie des Immobilienmarktdienstes empirica-systeme im Auftrag des ARD-Magazins „Panorama“ zeigt.

Viele Haushalte müssen demnach mehr als 27 Prozent ihres Nettogehalts für Wohnraum ausgeben. Die sogenannte Mietbelastungsquote gilt Experten zufolge ab 27 Prozent als problematisch, da nur noch wenig Geld für sonstige Ausgaben übrig bleibt.

Auf den ohnehin angespannten Immobilienmärkten der Großstädte hat sich die Lage noch weiter zugespitzt: Hier müssen erhebliche Anteile des Einkommens für die Miete aufgewendet werden. In Berlin etwa zahlt eine durchschnittliche Familie 41,3 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete einer 3-Zimmer-Neubauwohnung. In Frankfurt liegt diese Mietbelastung bei 40,7 Prozent. Auch in mittelgroßen Städte wie Schwerin, Erfurt und Rosenheim wird die kritische Quote von 27 Prozent überschritten.

Wohnraummangel und steigende Baukosten

„Das Ergebnis ist erschreckend. Wenn sich so viele Haushalte eine Neubaumiete nicht mehr leisten können, dann verschärfen wir das soziale Ungleichgewicht in der Gesellschaft“, sagt Dietmar Walberg von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen dem „Panorama“-Magazin.

Lesen Sie hier: Wie Mieter sich gegen Wucherpreise wehren können

Neben dem allgemeinen Wohnraummangel sind hohe Baukosten ein weiterer Grund für die angespannte Situation. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die Baupreise seit 2005 um 33 Prozent gestiegen. Seitdem haben sich viele Bauvorschriften aus den Bereichen Brandschutz, Schallschutz oder für das Dämmen verschärft. Auch die Grundstückspreise sind deutlich gestiegen.

Um dem Anstieg der Kosten entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung im Jahr 2014 eine Kommission einberufen. Dietmar Walberg, der ihr zwei Jahre angehörte, kritisiert die Regierung nun erstmals. „Die wichtigsten Punkte sind nicht umgesetzt worden. Zuständig wäre das Bundesministerium des Inneren, für Heimat und Bau“, sagte er gegenüber „Panorama“. Horst Seehofer bestätigte, dass sein Ministerium bisher nicht dazu gekommen sei, die Vorschläge zu berücksichtigen. „So wie Sie Ihre Probleme nach Prioritäten abschichten müssen, so muss ich das auch, so muss die Politik das auch“, sagte der CSU-Politiker dem Magazin.

Mietpreisbremse zeigt wenig Auswirkungen

Auch an der Mietpreisbremse wird immer wieder Kritik laut. Nach Ansicht des Städte- und Gemeindebundes kuriere das reformierte Gesetz nur die Symptome des maroden Wohnungsmarkts, ohne sie zu bekämpfen. „Abschaffen wäre sicher nicht der falsche Schritt“, sagte der Städtebau-Experte des Verbands, Norbert Portz, der Deutschen Presse-Agentur. Er sehe keine quantifizierbare Verbesserung, zugleich werde das Verhältnis von Mietern und Vermietern belastet. Stattdessen müsse sich der Bund noch stärker auf den sozialen Wohnungsbau konzentrieren.

Nach der neuen Gesetzeslage dürfen Vermieter seit dem 1. Januar 2019 die Mieten bei neuen Verträgen nur noch auf zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete erhöhen. In vielen Städten sind diese Spiegel jedoch nicht verfügbar, auch die Überprüfung gelingt kaum.

Von RND/mkr/dpa

Der Kabelhersteller Nexans schließt sein Werk in Hannover mit 500 Mitarbeitern. Als Grund nennt der Konzern den hohen Wettbewerbsdruck bei Hochspannungsleitungen.

27.01.2019

Mehr als zehn Milliarden Euro geben die deutschen Verbraucher jährlich für Bio-Produkte aus. Ein Großteil davon landet bereits in den Kassen von Aldi, Edeka und Co. Doch das reicht den Händlern nicht.

24.01.2019

Der Mittelstand in Niedersachsen blickt optimistisch auf die kommenden Monate. Laut einer neuen Studie gehen zwei von drei Betrieben davon aus, dass sich die Geschäftslage weiter verbessert. Viele Firmen wollen zudem investieren und neue Jobs schaffen.

24.01.2019