Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Experten warnen vor Fallen bei Altersvorsorge und Schlüsseldiensten
Nachrichten Wirtschaft Experten warnen vor Fallen bei Altersvorsorge und Schlüsseldiensten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:57 27.06.2018
Verbraucherschützerin Kristandt: “Altersvorsorge von unabhängiger Stelle durchrechnen lassen“ Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Unseriöse Schlüsseldienste, Fehlberatungen bei der Altersvorsorge sowie untergeschobene Verträge für Internet und Telefon – das sind aus Sicht der Verbraucherzentrale Niedersachsen (VZ) zurzeit besonders riskante Fallen für Verbraucher. „In der digitalen Welt wird es zunehmend schwerer, den Überblick zu behalten, Angebote zu vergleichen und bewusste Entscheidungen zu treffen“, sagte Geschäftsführerin Petra Kristandt am Mittwoch bei der Vorstellung des VZ-Jahresberichts.

2017 suchten demnach 76.000 Menschen Rat bei den Verbraucherschützern. 23 Prozent der Anfragen drehten sich um Internet- und Telefonverträge, ein leichter Anstieg. Der Anteil der Beratungen zu Finanzen und Altersvorsorge kletterte von 13 auf 15 Prozent. Vor zurzeit besonders häufigen Problemen warnte Kristandt anhand von Beispielen aus der Praxis:

Fehlberatung bei Altersvorsorge: In einem Fall zahlte ein 35-Jähriger einen Immobilienkredit ab und parallel in eine private Altersvorsorge ein, die allerdings deutlich weniger Zinsen abwarf als der Kredit kostete. Nach Berechnung der VZ kostete diese Konstellation den Verbraucher 33.000 Euro mehr an Zinsen als eine Strategie, bei der man zunächst den Kredit so schnell wie möglich tilgt und anschließend mehr in die Altersvorsorge einzahlt. „Gerade jüngere Menschen sind in Sachen Altersvorsorge oft völlig unbedarft“, warnte Kristandt. Verbraucher dürften nicht darauf verzichten, ihre Strategie von „unabhängiger Stelle durchrechnen zu lassen“.

Untergeschobene Verträge: In Mobilfunk-Shops würden älteren Verbrauchern immer wieder Tarife verkauft, die diese gar nicht benötigen, erklärte Kristandt. In einem aktuellen Beispiel habe ein Laden eine Kundin mit der Falschaussage verunsichert, dass sie ihren aktuellen Vertrag bald nicht mehr nutzen könne. Sie unterschrieb daraufhin einen Vertrag, der sie über zwei Jahre 950 Euro gekostet hätte – doppelt so viel wie der ursprüngliche Vertrag.

Unseriöse Schlüsselnotdienste: Besonders ältere Verbraucher zahlen laut Kristandt extrem überhöhte Preise für Schlüsseldienste, wenn sie sich aus Versehen aus ihrer Wohnung aussperren. In einem Fall berechnete ein Dienst 950 Euro für 20 Minuten Arbeit – mehr als zehn Mal so viel wie seriöse Anbieter. „Das Geld kann man in den meisten Fällen nicht zurückholen“, sagte Kristandt. Die VZ könne Verbraucher lediglich vorab warnen. Laut Kristandt schalten die unseriösen Firmen Anzeigen, mit denen sie bei Google ganz oben in der Ergebnisliste stehen.

Erfundene Forderungen: Auch in diesem Bereich häufen sich die Beschwerden. In einem Fall erhielt eine Verbraucherin eine Forderung eines Online-Versandhandels in Höhe von 300 Euro, obwohl sie kein Internet nutzt. Erklären könne man die Forderung daher nur mit Identitätsdiebstahl, erklärte Kristandt – jemand habe die persönlichen Daten der Verbraucherin gestohlen. Außerdem würden Verbraucher häufig mit unzulässigen Formulierungen eingeschüchtert. Auch bei berechtigten Forderungen stünden zudem die Inkassogebühren oft in keiner Relation zum Rechnungsbetrag.

Von Christian Wölbert

Angesichts der wachsenden Online-Konkurrenz sind die Eigentümer von Karstadt und Kaufhof an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. Kommt nun doch die Fusion?

27.06.2018

Die Deutsche Messe sieht sich nach drei abgeschlossenen Messen im ersten Halbjahr auch auf gutem Weg, die Ziele für 2018 zu erreichen.

27.06.2018

Die vielfach befürchtete Abmahnwelle aufgrund neuer Datenschutzregeln ist bislang ausgeblieben. Firmen müssen bei Verstößen aber auch mit Buß- und Schmerzensgeldern rechnen.

27.06.2018