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Nachrichten Wirtschaft VW steigt von Kohle auf Gas um
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17:12 11.03.2018
Zum Advent gerne rot illuminiert: Die Schornsteine am Kanal bei VW in Wolfsburg sind ein Wahrzeichen.  Quelle: picture alliance / dpa
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Wolfsburg

Vier Schornsteine am Mittellandkanal: Das Kraftwerk des Volkswagen-Werks in Wolfsburg ist ein Denkmal und ein Wahrzeichen des Autobauers. Jetzt hat Volkswagen angekündigt, das Kraftwerk umzubauen. Rund 400 Millionen Euro will VW in den nächsten Jahren investieren – sowohl das (alte) Kraftwerk am Kanal als auch das (neue) Heizkraftwerk West werden von Kohle auf Gas umgestellt. Das soll vor allem die CO2-Emissionen drastisch senken. „Es handelt sich um die größte Einzelmaßnahme im Umweltschutz, die der Konzern jemals getätigt hat“, sagte VW-Sprecher Eric Felber.

Reduzierung um 60 Prozent

Zurzeit stoßen die beiden Steinkohle-Kraftwerke zusammen 2,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus, diese Menge wird um rund 60 Prozent auf 1,1 Tonnen verringert. Die Reduzierung entspricht nach Angaben von VW dem jährlichen Ausstoß von etwa 870.000 Kraftfahrzeugen. „Wir leisten hier einen signifikanten Beitrag, die Umweltlasten zu reduzieren“, sagte Michael Heinemann, Sprecher der VW-Kraftwerk-GmbH. 

Erreicht wird die Minimierung zum einen dadurch, dass nach der Umstellung auf Gas rund ein Drittel weniger Brennstoff als bisher eingesetzt wird, zum anderen durch den wesentlich höheren Wirkungsgrad der beiden modernen Anlagen.

Errichtet werden sogenannte Gas- und Dampfturbinenanlagen anstelle der bisherigen Steinkohlekessel. Zwischen Mitte 2021 und Mitte 2022 sollen die neuen Anlagen in Betrieb gehen, die alten anschließend stillgelegt werden. Zudem wird das Gas-Zuleitungsnetz ins Werk ausgebaut, um den dann erhöhten Brennstoffbedarf transportieren zu können. Dafür entfallen dann die Güterzug-Lieferungen mit 45 Waggons Steinkohle pro Woche und 21 Lastwagenladungen mit Asche pro Tag. Weitere Konsequenz: Für das Festival Movimentos ist kein Platz mehr.

Unter Denkmalsschutz

Die zwei Kraftwerke sind für die Stromversorgung der Standorte Wolfsburg, Emden, Hannover, Kassel, Braunschweig und Salzgitter zuständig – jedenfalls zum überwiegenden Teil. Außerdem dienen sie der Wärmeversorgung des Werkes sowie der Stadt Wolfsburg.

VW-Chef Matthias Müller betonte, der Volkswagen-Konzern „will und muss seinen Beitrag leisten, um den Klimawandel einzudämmen und die Luftqualität zu verbessern“. Bis 2025 werde man die gesamten Umweltlasten (Energie, CO2 , Wasser, Lösemittel, Abfall) im Vergleich zu 2010 um 45 Prozent reduzieren. Die Umstellung der beiden Kraftwerke am Konzernsitz sei dafür „ein klares Zeichen und ein wichtiger Schritt. Weitere werden folgen.“

In der Betriebsratszeitung „Mitbestimmen“ wird die Umstellung von Kohle auf Gas als „Zeitenwenden“ beschrieben. Langfristig sinke dann zwar die Zahl der Arbeitsplätze dort. „Trotzdem muss bei uns niemand von Bord gehen. Die Arbeitsplätze insgesamt machen wir auf Jahrzehnte zukunftssicher“, wird Betriebsrätin Gabriele Trittel bei VW zitiert. 

Langfristig soll nach Angaben des Betriebsrats zwar die Zahl der Mitarbeiter in den Kraftwerken von 170 auf 80 sinken. Der Personalabbau verlaufe allerdings „entlang der demografischen Kurve“ – Altersabgänge würden nicht mehr ersetzt. Kurzfristig allerdings werde so gar mehr Personal benötigt für die Bedienung der Leittechnik, für Sicherheitssysteme und die Interpretation von Messdaten.

Was passiert mit dem Wahrzeichen – den vier roten Schornsteinen am Kanal? Die haben fast ausgedient, die neue Anlage bekommt zwei eigene Schlote. Dennoch blieben die vier Schornsteine selbstverständlich auf Dauer erhalten, versichert Heinemann als Sprecher der Kraftwerk GmbH: „Erstens brauchen wir sie teilweise noch. Und zweitens stehen sie ja unter Denkmalschutz.“

Von Florian Heintz und Ulrich Franke

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