Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft VW baut Arbeitsplätze schneller ab als geplant
Nachrichten Wirtschaft VW baut Arbeitsplätze schneller ab als geplant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:41 09.08.2017
Quelle: dpa
Hannover

Bis 2020 will VW 9000 Mitarbeiter in Altersteilzeit schicken, dieses Ziel sei bereits zu 90 Prozent erreicht, sagte Osterloh. „Der Zukunftspakt greift.“

Das Abkommen hatten Vorstand und Betriebsrat 2016 ausgehandelt, um die Rendite der Kernmarke zu steigern sowie Digitalisierung und Elektromobilität voranzutreiben. Insgesamt sollen bundesweit 23 000 Arbeitsplätze abgebaut werden – ohne betriebsbedingte Kündigungen. Gleichzeitig sollen 9000 Stellen geschaffen werden, sodass unter dem Strich 14 000 Jobs wegfallen, 12 Prozent der Stellen.

Hinsichtlich der geplanten 9000 neuen Jobs mahnte Osterloh Tempo an: „Wir müssen vorankommen bei den Zukunfts-Arbeitsplätzen rund um Digitalisierung und Mobilitätsdienstleistungen, aber auch Batteriezellforschung.“ Er plädierte für einen Einstieg in die Produktion von Batteriezellen, weil die Batterie für 40 Prozent der Wertschöpfung künftiger Autos stehe.

In der Debatte um die mit VW abgestimmte Regierungserklärung von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) haben unterdessen Bundespolitiker mehrerer Parteien einen Ausstieg des Landes aus dem Konzern gefordert. „Der Staat sollte VW komplett privatisieren“, sagte FDP-Chef Christian Lindner dem „Handelsblatt“. Regierungen müssten als „starke Schiedsrichter“ über einzelnen Interessen stehen. Für einen Verkauf plädierte auch der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs. Linke-Chef Dietmar Bartsch forderte eine Übertragung der Aktien an die Belegschaft.

In Niedersachsen stehen SPD und CDU weiter zur Beteiligung. CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann will einen der beiden Aufsichtsratsplätze des Landes an einen externen Experten geben, falls er die Wahl im Oktober gewinnt. FDP-Landeschef Stefan Birkner sagte, dass seine Partei Staatsbeteiligungen kritisch sehe, man aber keinen politischen Partner für einen Verkauf finden werde.

Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, lehnt einen Rückzug des Landes ebenfalls ab. „Es wäre wahnsinnig, wenn Niedersachsen diesen Schritt machen würde.“ Mit Niedersachsen als Anteilseigner sei VW zum größten Autobauer der Welt geworden. „Es ist allerdings dringend geboten, dass das Land seine Beteiligung professionalisiert.“ Der Verband der niedersächsischen Familienunternehmer forderte ein Ende der Doppelfunktion des Ministerpräsidenten als VW-Aufsichtsrat, da dies zu Interessenskonflikten führe. Gebe es keine andere Lösung, müsse das Land seine Beteiligung verkaufen.

"Altautos nicht exportieren"

Der Grünen-Politiker Oliver Krischer warnt angesichts der Umtauschprämien für Altdiesel vor einer Verlagerung der Umweltprobleme ins Ausland. Schon bei der 2009 eingeführten staatlichen Abwrackprämie seien zahlreiche Wagen nicht wie vorgeschrieben verschrottet, sondern nach Afrika exportiert worden. Die Hersteller könnten auch nun nicht verhindern, „dass die Autos am Ende im Ausland landen und dort munter weiterfahren“, sagte Krischer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Von Thomas Strünkelnberg und Christian Wölbert

Die Deutsche Umwelthilfe will, dass Porsche für seine Verstöße zur Kasse gebeten wird: Sie hat ein Bußgeld von 110 Millionen Euro gegen den Automobilkonzern beantragt. Es soll ein Präzendenzfall werden.

09.08.2017

Niedersachsens CDU-Landesvorsitzender Bernd Althusmann hat sich gegen einen Verkauf der VW-Anteile des Landes Niedersachsen ausgesprochen. Auch die Debatte über die Abschaffung des VW-Gesetzes bezeichnete er am Mittwoch als „überflüssig“.

09.08.2017
Wirtschaft US-Reserven im Fokus - Ölpreise geben nach

Die jüngste Zuspitzung im Nordkorea-Konflikt hat offenbar zunächst keine Auswirkungen auf die Ölpreise – diese sind am Mittwoch deutlich gesunken.

09.08.2017