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Wirtschaft VW-Vertriebschef: Freigabe für Golf und Tiguan „in den nächsten Tagen“
Nachrichten Wirtschaft VW-Vertriebschef: Freigabe für Golf und Tiguan „in den nächsten Tagen“
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12:40 30.08.2018
Nicht zugelassene Volkswagen stehen auf einem Parkplatz des noch nicht eröffneten Flughafens BER in Schönefeld bei Berlin. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
Wolfsburg

Volkswagen kommt kurz vor der Einführung der neuen Abgas-Prüfverfahren bei den Freigaben für die Volumenmodelle voran. Für 7 von 14 Modellen der Kernmarke VW Pkw gebe es die entsprechende Genehmigung, sagte Deutschland-Vertriebschef Thomas Zahn am Donnerstag. Darunter seien auch die Baureihen Polo und Passat. Für den Golf sowie den Stadtgeländewagen Tiguan werde dies „in den nächsten Tagen und Wochen“ erwartet. Bis Ende September sollten weitere Freigaben folgen.

Zum Stichtag 1. September werden nicht alle Volkswagen-Modelle zertifiziert sein

Klar sei aber: Bis zum Stichtag 1. September würden nicht alle Modelle für den Abgas-Prüfzyklus WLTP zertifiziert sein. Daher erwarte man im September und Oktober eine Delle bei den Auslieferungszahlen. Der August dagegen werde erneut ein starker Monat. Zahn ergänzte: „Die beliebtesten Modelle bleiben bestellbar.“

WLTP steht für „Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure“. Der neue europaweite Standard ist ein Messverfahren, das für realistischere Werte bei den Schadstoff-Emissionen sowie beim Verbrauch sorgen soll. Die Untersuchungen sind gründlicher als im bisherigen Verfahren NEFZ. Von Samstag an dürfen nur noch Autos neu zugelassen werden, die den neuen Prüfstandard durchlaufen haben.

VW-Vertriebschef sieht keine nachhaltigen Folgen der Lieferschwierigkeiten

Im Juli hatte der VW-Konzern mit hohen Rabatten vor dem WLTP-Start deutlich mehr Autos verkauft – die Auslieferungen kletterten um 10,6 Prozent auf 908.200 Fahrzeuge. Zahn erklärte, der Auftragseingang sei trotz der Verzögerungen wegen der aufwendigen WLTP-Zertifizierung auf normalem Niveau.

Er sehe nicht, dass Kunden deswegen abspringen. Bei den Varianten mit Freigabe habe WLTP „praktisch keine Auswirkungen“ auf die Lieferzeiten, bei den übrigen seien es einige Wochen bis Monate.

Vor allem die Kernmarke von VW hadert mit dem Prüfverfahren, weil Hunderte Getriebe-Motor-Kombinationen neu zugelassen werden müssen. Die WLTP-Teams seien auch an der Entwicklung der Software-Updates für Dieselmotoren beteiligt, sagte Zahn.

Bis zu 250.000 Autos zwischengeparkt

Der Konzern rechnet im zweiten Halbjahr mit Belastungen in Milliardenhöhe, weil er nicht mit den Messungen hinterherkommt. Rund 200.000 bis 250.000 Autos müssen den Angaben zufolge weltweit zwischengelagert werden – unter anderem hat VW dafür 8000 Stellplätze auf dem Berliner Pannenflughafen BER angemietet. Über 80 Prozent der Autos seien Kundenbestellungen, erste Fahrzeuge davon seien bereits ausgeliefert.

Von RND/dpa