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Druck auf Vorstand der HSH Nordbank wächst

Verlust-Geschäft Druck auf Vorstand der HSH Nordbank wächst

Der Vorstand der finanziell schwer angeschlagenen HSH-Nordbank gerät durch ein verlustreiches Milliardengeschäft weiter unter Druck. Entgegen bisherigen Berichten hat die Bank-Spitze das Geschäft mit dem Namen Omega selbst genehmigt, darunter der jetzige HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher.

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HSH-Nordbank

Quelle: ddp

Dies berichtete der Radiosender NDR Info am Dienstag unter Berufung auf ihm vorliegende Dokumente.

Der Aufsichtsratschef der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein, Hilmar Kopper, kündigte für Mittwoch „eine deutliche Erklärung“ an, wie HSH-Sprecher Frank Laurich sagte. Laurich verwies zudem auf eine Mitteilung vom Juni, in der Nonnenmacher ausdrücklich auch im Rahmen der Omega-Transaktion entlastet wird. Unterdessen hat die NordLB in Hannover auf die neuerliche Entwicklung reagiert und den Ex-HSH-Banker Luis Marti-Sanchez beurlaubt. Er soll als eine der Schlüsselfiguren in das Omega-Geschäft verstrickt sein.

Durch das Omega-Geschäft hat die HSH 2008 einem vertraulichen Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zufolge 500 Millionen Euro abschreiben müssen. Experten werteten dies als einen entscheidenden Schritt zur Beinahe-Pleite der Bank. Besonders brisant sei, dass die HSH entscheidende Teile des Geschäfts offenbar vor der Finanzaufsicht Bafin verheimlicht habe. Das legten ein NDR Info vorliegender Brief der HSH sowie interne E-Mails nahe.

Die HSH Nordbank hatte Ende 2007 Immobilienkredite in Milliardenhöhe an mehrere Großbanken verkauft, darunter die französische BNP Paribas. Durch den Verkauf wollte die Landesbank mehr flüssige Finanzmittel bekommen. Der Vertrag mit der BNP Paribas war jedoch an eine andere Abmachung gebunden, wonach die HSH Risiken der BNP über eine Zweckgesellschaft mit dem Namen Omega Capital Funding wieder zurücknehmen musste.

Laut den NDR Info vorliegenden Dokumenten haben auch Nonnenmacher sowie sein Stellvertreter Peter Rieck den entsprechenden Antrag für dieses Geschäft unterschrieben. Zuvor hatte das bankeigene Risikomanagement auf Gefahren hingewiesen. Neben einem engen Zeitrahmen für die Begutachtung hielten die Risikoexperten es für möglich, dass die Bafin das Geschäft nicht genehmigen werde.

Marti-Sanchez wurde „mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden“, wie ein Sprecher der NordLB sagte. Gründe für die Beurlaubung wollte der Sprecher nicht nennen. Marti-Sanchez war erst im Frühjahr von der HSH Nordbank nach Hannover gewechselt. Bei der HSH fungierte der Banker als Leiter der Londoner Niederlassung.

„Der Spiegel“ hatte über Betrugsvorwürfe um Marti-Sanchez berichtet. Demnach soll er noch zu seinen HSH-Zeiten über eine vermeintliche HSH-Firma und angebliche Beraterverträge einen Millionenbetrag in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.

Derweil sollen nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagausgabe) bei einer Sondersitzung des Aufsichtsrats in der kommenden Woche zwei neue Vorstandsmitglieder berufen werden. Ziel der Aktion ist es nach Angaben aus Finanzkreisen, Nonnenmacher zu entlasten, der vor allem in FDP-Kreisen als überfordert gelte. Die FDP dränge bei der Bildung der neuen Regierung in Schleswig-Holstein darauf, den HSH-Chef auszuwechseln.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 2009. Es ist im Verlauf der Ermittlungen am Ende nicht zu einer Anklage gegen Herrn Marti-Sanchez gekommen.

ddp

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In der Affäre um mögliche Betrügereien eines ehemaligen Managers der Londoner Filiale der HSH Nordbank ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) offenbar wegen Geldwäsche eingeschaltet worden.

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