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Wirtschaft Trump kündigt drei große Apple-Fabriken an
Nachrichten Wirtschaft Trump kündigt drei große Apple-Fabriken an
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16:30 26.07.2017
Zieht es vor, zu schweigen: Apple-Chef Tim Cook will nichts sagen zu der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, der iPhone-Hersteller werde in den USA drei Fabriken bauen. Quelle: DPA
Washington

Donald Trump hat es schon im Präsidentschaftswahlkampf immer wieder versprochen: Er werde dafür sorgen, dass US-amerikanische Unternehmen in den USA produzieren – und nicht mehr billig zum Beispiel im Fernen Osten. Wer sich verweigere, müsse mit Strafmaßnahmen seiner Regierung rechnen. Inzwischen gab es von der US-Industrie einige Ankündigungen für neue Werke oder Investitionen in bestehende Werke – allerdings blieb unklar, ob dies nicht lange geplante Projekte waren, die mit Trump nichts zu tun hatten. Jetzt aber hat der US-Präsident eine ganz besondere Nachricht verbreitet: Ausgerechnet Apple werde in den USA drei große Fabriken bauen – der iPhone-Hersteller lässt bisher fast ausschließlich in Asien produzieren, weil das dort billiger ist.

Trump hatte in einem am späten Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Interview mit dem „Wall Street Journal“ gesagt, Apple-Chef Tim Cook habe ihm „drei große Werke versprochen – groß, groß, groß“. Der Präsident machte keine Angaben dazu, wann diese „wunderschönen“ Fabriken gebaut werden könnten oder was sie herstellen sollen. Apple wollte am Mittwoch auf Anfrage keine Stellung zu den Informationen nehmen. In der Branche gilt es aber als unwahrscheinlich, dass Apple seine Smartphones effizient in den USA bauen kann – in Asien befinden sich weite Teile der Zuliefererkette und auch große Reserven günstiger und qualifizierter Arbeitskräfte.

Motorola ist in den USA gescheitert

Motorola versuchte es als gut finanzierte Google-Tochter im Jahr 2013. Das Smartphone Moto X wurde zur Überraschung der Branche in einem einstigen Nokia-Werk in Texas montiert. Ein Argument für die Produktion in den USA war der kurze Weg zu den Kunden: Das Moto X konnte man bei der Bestellung personalisieren, indem viele verschiedene Farben und Gehäuse-Varianten zur Auswahl standen.

Das Motorola-Werk konnte zum Start 100 000 Geräte pro Woche herstellen, es hieß, die Kapazität könne auf Dutzende Millionen ausgebaut werden. Dazu kam es aber nicht: ein durchschlagender Erfolg des Modells blieb aus, Google verlor zudem wenig später das Interesse an Motorola und verkaufte den Handy-Pionier Anfang 2014 an den chinesischen PC-Hersteller Lenovo. Die Produktion in Texas wurde noch im selben Jahr dichtgemacht.

Nur noch eine eigene Apple-Fabrik – in Irland

Apple hat bereits ein Werk in den USA: Der Konzern siedelte in Texas 2013 die Produktion seines Computers Mac Pro an. Die Geräte sind für Kreativ-Profis gedacht, die zum Beispiel viel Rechenleistung für Videoschnitt oder Bildbearbeitung brauchen. Die Pro-Macs sind teuer und werden in kleinen Stückzahlen gebaut. Zumal das Modell seit 2013 nicht mehr aktualisiert wurde: Apple hatte sich mit der Design-Entscheidung, auf zwei mittelstarke Grafikkarten zu setzen, in eine Sackgasse manövriert und kündigte vor kurzem die Entwicklung eines komplett neuen Modells an. Wo das gebaut wird, ist unbekannt.

Seine iPhones lässt der Konzern lokal nur in Ländern bauen, wo es ansonsten Verkaufsbeschränkungen gäbe. So wurde mit dem asiatischen Produktionspartner Foxconn eine Fertigung in Brasilien aufgesetzt, um einem Einfuhrzoll von 30 Prozent zu entgehen. Und in Indien soll die Herstellung vor Ort eine Voraussetzung für die Eröffnung von Apple Stores gewesen sein. Apples einzige verbliebene eigene Fabrik befindet sich im irischen Cork und stellt iMac-Computer her.

Von RND/dpa

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