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Wirtschaft Autokäufer haben wieder mehr Lust auf Diesel
Nachrichten Wirtschaft Autokäufer haben wieder mehr Lust auf Diesel
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14:47 19.07.2018
VW-Diesel-Motor: Echtes Comeback oder Zwischenhoch? Quelle: imago/photothek
Hannover

Jahrelang ging es mit dem Diesel nur bergab. Vor drei Jahren war jedes zweite in Deutschland verkaufte Auto ein Selbstzünder, mittlerweile ist es nur noch knapp jeder dritte, zeigen die Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes. Doch nun zeichnet sich eine Trendwende ab: Zumindest bei VW entscheiden sich plötzlich wieder mehr Kunden für einen Diesel. Der Anteil an den Auftragseingängen in Deutschland liege aktuell bei 38 Prozent, sagte eine Sprecherin der Marke. „Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorquartalen.“

Auch der Verband der deutschen Hersteller geht davon aus, dass die Talsohle beim Diesel bald durchschritten ist. „Wir sind zuversichtlich, eine Trendwende zu schaffen“, sagte VDA-Präsident Bernhard Mattes Anfang Juli dem „Handelsblatt“. BMW äußerte sich auf Anfrage noch vorsichtig: Der Dieselanteil habe sich in den letzten Monaten „stabilisiert“, man wolle daraus aber keinen Trend ableiten.

Dieselplus dank SUVs und Prämien

Auf dem Gebrauchtmarkt entspannt sich die Lage ebenfalls. 2017 wollten 36 Prozent der Dieselfahrer ihr Auto schnellstmöglich verkaufen, mittlerweile nur noch 28 Prozent, ergab eine Umfrage der Deutschen Automobil Treuhand (DAT). Laut DAT geht die Schere zwischen den Preisen gebrauchter Diesel und gebrauchter Benziner nicht mehr weiter auseinander. „Die aktuellen Zahlen lassen darauf hoffen, dass ein Stück Normalität im Markt Einzug hält“, resümieren die Experten.

VW erklärt das jüngste Diesel-Plus unter anderem mit den – vor Kurzem ausgelaufenen –Eintauschprämien für Altdiesel und mit neuen SUV-Modellen wie dem T-Roc. Bei SUVs greifen Kunden besonders gern zum Diesel, um den Spritverbrauch der relativ schweren Modelle im Zaum zu halten. Mittlerweile ist fast jeder dritte Neuwagen in Deutschland ein SUV, und Experten rechnen mit weiterem Zuwachs. Ob das reicht, um den Diesel auch nach dem Prämienende weiter nach oben zu ziehen, mag VW nicht vorhersagen. „Wir werden mit einer Diesel-Offensive am Markt sein“, betonen die Wolfsburger aber.

Experte rechnet höchstens mit einem „Zwischenhoch“

Der Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer ist allerdings skeptisch. „Nach meiner Einschätzung ist die Vorstellung einer Renaissance des Diesel eine Wunschvorstellung“, sagte der Duisburger Forscher. Ein „kleines Zwischenhoch“ mit Euro 6d sei denkbar – also mit den neuen Modellen, die im Zulassungsverfahren auch auf der Straße niedrige Emissionen nachweisen. Davon abgesehen würden sich die Dieselanteile „auf dem heutigen niedrigen Niveau eher stabilisieren“, meint er.

Langfristig sieht der Experte weitere Herausforderungen für Dieselmodelle. So würden Benziner dank Hybridtechnik ähnlich sparsam werden, und der Diesel werde aufgrund der hinzukommenden E-Autos Volumenvorteile in der Produktion verlieren – also teurer werden. Außerdem erwartet er weiter sinkende Diesel-Restwerte auf dem Gebrauchtwagenmarkt und deshalb auch höhere Leasingraten für Firmenkunden. „Sollte dann die willkürliche steuerliche Bevorzugung von Dieselkraftstoff wie in anderen Staaten – zum Beispiel Frankreich – reduziert oder abgebaut werden, geht der Diesel schnell in die Knie“, warnt Dudenhöffer.

Von Christian Wölbert

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