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Wirtschaft Telekom-Anrufer drängt Kundin teureren Vertrag auf
Nachrichten Wirtschaft Telekom-Anrufer drängt Kundin teureren Vertrag auf
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21:20 11.08.2017
Von Jens Heitmann
Quelle: dpa
Hannover

Der Anrufer trat sehr bestimmt auf: Die Deutsche Telekom stelle ihr Netz auf den IP-Standard um, deshalb könne die Kundin bald nicht mehr wie bisher telefonieren – sie benötige einen Router für einmalig 99 Euro, ihr Anschluss koste dann 24,99 Euro monatlich im ersten Jahr und anschließend 40 Euro. Die Bitte um einen schriftlichen Vertrag lehnte der Mann ab – wenn sich die Kundin jedoch gleich am Telefon zu einer Bestellung entschließe, könne er einen Rabatt von 120 Euro gewähren.

Die 78-jährige Kundin aus Hannover war irritiert: Sie wusste weder, was das Kürzel „IP“ bedeutet, noch, wie ein Router funktioniert – sie ist seit 51 Jahren bei der Telekom und nutzt ihren Anschluss nur zum Telefonieren, mit dem Internet will sie sich nicht mehr beschäftigen. „So kann das Unternehmen doch mit alten Leuten nicht umspringen“, sagt sie.

Das sieht die Deutsche Telekom auch so – im Prinzip zumindest. „Wenn die Kundin tatsächlich eine solche Auskunft bekommen hat, ist sie falsch“, sagt ein Konzernsprecher. „Ich kann dafür nur um Entschuldigung bitten.“ Kunden, die nur Telefonie nutzten, bekämen von der Umstellung des Netzes von der bisherigen analogen auf die digitale Technik praktisch nichts mit, heißt es in der Bonner Zentrale. „Sie können ohne Vertragswechsel ihre gewohnten Endgeräte und Leistungen zu den bisherigen Bedingungen weiternutzen.“

Für den Anruf bei der Kundin macht die Telekom einen „externen Vertriebspartner“ verantwortlich. Solche Falschinformationen seien eine bedauerliche Ausnahme, sagt der Unternehmenssprecher.

Das sieht man bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein anders. Es handele sich bei solchen Anrufen keineswegs nur um Einzelfälle, sagt eine Sprecherin. Die Telekom-Kunden sollten sich davon nicht unter Druck setzen lassen, es gebe keinen Grund für eine Vertragsänderung.

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