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Nachrichten Wirtschaft Hannoverimpuls zeichnet Gründer aus
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00:32 17.03.2018
Preisverleihung des Hannover Impuls Start-Up-Wettbewerbs bei der Sparkasse.  Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

 Als Tennisprofis haben Maik Burlage und Jaan Brunken es nicht bis ganz nach oben geschafft. Burlage stand einmal auf Nummer 1201 der Weltrangliste, Brunken auf 469. Doch in ihrer neuen Rolle als Firmengründer haben die beiden Hannoveraner am Mittwoch ein wichtiges Turnier gewonnen und vielleicht sogar den Grundstein für eine Weltkarriere gelegt: Sie erhalten 30.000 Euro von der Wirtschaftsfördergesellschaft Hannoverimpuls für die Weiterentwicklung ihrer „Wingfield Box“, die Tennis-Matches auswertet und Spielern mit Leistungsdaten beim Training hilft.

Burlage und Brunken sind die Hauptgewinner bei der diesjährigen Auflage des Gründungswettbewerbs der Sparkasse Hannover und Hannoverimpuls, der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft der Stadt und der Region Hannover. Es ist laut Hannoverimpuls der höchstdotierte regionale Gründungswettbewerb in Deutschland: Insgesamt schütten die Organisatoren über 100.000 Euro an die Gründer aus. Obendrauf kommen Extrapreise wie Reisen ins Silicon Valley und individuelle Beratung.

Deutlich mehr Bewerber

Aus Sicht der Wirtschaftsförderer hat der Wettbewerb „entscheidend“ dazu beigetragen, dass Hannover mittlerweile bundesweit als ernstzunehmendes Start-up-Habitat wahrgenommen wird. „Wir sind auf Augenhöhe mit Standorten wie München“, sagte Adolf Kopp, Geschäftsführer von Hannoverimpuls, bei der Preisverleihung. Über zu wenig Bewerber konnte er sich auch nicht beklagen: 148 Gründer reichten ihre Ideen ein, fast 50 mehr als im Vorjahr.

Sparkassen-Vorstandsmitglied Marina Barth betonte die Bedeutung des Preisgelds: Kapitalbedarf gehöre für jedes Start-up zu den zentralen Herausforderungen. Der Wettbewerb helfe daher Hannover, auch bei Digitalisierung und Globalisierung „die Nase vorn zu haben“.

Im Hauptwettbewerb belegten die Start-ups Spectre und Cruisewatch den zweiten und den dritten Platz hinter Wingfield. Hinter Spectre stehen drei Doktoranden der Leibniz-Uni, die ein neues System für die automatische Qualitätskontrolle von geschnittenen Blechteilen entwickelt haben. Cruisewatch vergleicht Preise und Angebote von Kreuzfahrten im Internet. Weitere Preise gab es für Solo-Starter sowie für Gründer aus dem Bereich „Hochschule & Wissenschaft“.

Die Preisträger

Maik Burlage (Bild) und Jaan Brunken wollen Tennisspielern mit Hightech beim Training helfen. Sie arbeiten an einem Kamerasystem, das auf dem Tennisplatz Spielstand und Leistungsdaten ermittelt – zum Beispiel die Ballgeschwindigkeit und Fehlschläge. Die Ergebnisse erscheinen in einer Smartphone-App. Solche Systeme gibt es zwar schon, aber sie kosten typischerweise rund 30.000 Euro. Die hannoverschen Gründer wollen ihr System so günstig anbieten, „dass es sich jeder kleine Verein leisten kann“.

Preisträger Maik Burlage. Quelle: Philipp Von Ditfurth

Der Elektrotechnik-Ingenieur Jürgen Schmidt aus Wunstorf hat den ersten Preis im Sonderwettbewerb für Solo-Gründer gewonnen. Er arbeitet an einem Gerät im Schuhkarton-Format, das Fertigungsmaschinen überwacht – und zwar akustisch. Geräusche können schließlich auf Fehler oder Verschleiß hinweisen. Schon lange vor einem Ausfall der Maschine warnt die kleine Kiste den Betreiber via SMS oder E-Mail. Einen Prototypen hat Schmidt schon entwickelt. Ende März will er das Unternehmen JSLabs gründen, und schon im Sommer will er mit dem Vertrieb anfangen.

V.l.: Stefan Schostok und Jürgen Schmidt von JSLabs. Quelle: Philipp Von Ditfurth

In der Kategorie „Hochschule & Wissenschaft“ gibt es zwei Gewinnerteams. Eines kommt von der Leibniz-Uni: Paul Stopp und seine Mitgründer haben ein Verfahren entwickelt, das die Nitratbelastung des Grundwassers reduzieren soll. Für das Problem sind vor allem Gülle und Mist verantwortlich. Das neue Verfahren namens Sequesta dampft diese Stoffe ein. Ammoniak entweicht und wird aufgefangen – „in einer hoch vermarktungsfähigen Konzentration und Reinheit“. Das verhindert die Umwandlungs des Ammoniaks im Boden zu Nitrat.

Dr. Paul Stopp. Quelle: Philipp Von Ditfurth

Der andere Gewinner in der Kategorie „Hochschule & Wissenschaft“ ist das Team „ProTon“ von der Hochschule Hannover. Andreas Chmielecki, Gerrit Brinkmann und Artur Lewin arbeiten an einem Verstärker, mit dem hörgeschädigte Menschen ihre Lieblingsmusik und -filme in hoher Qualität genießen können. „Hörgeräte sind auf Sprache optimiert und bilden nur die Hälfte des Spektrums ab“, erklärt Chmielicki, der selbst hörgeschädigt ist. Der ProTon-Verstärker ist aber auch für Menschen ohne Hörprobleme gedacht, die Wert auf Klangtreue legen. 2019 soll er marktreif sein.

Andreas Chmielecki. Quelle: Philipp Von Ditfurth

Von Christian Wölbert

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