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15:53 23.11.2018
Die Preise für Strom und Gas steigen im nächsten Jahr so stark wie lange nicht mehr. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
Frankfurt

Die Preise für Strom und Gas steigen im nächsten Jahr so stark wie lange nicht mehr. Die Ursache ist ein systematisches Versagen der Bundesregierung in der Energiepolitik.

Zunächst: Die Preiskalkulationen der Stadtwerke sind äußerst komplex. Sowohl Strom als auch Gas beschaffen sie sich in der Regel gestaffelt. Ein Teil wird über langfristige Lieferverträge abgesichert, die über zwei oder drei Jahren gehen. Ein weiterer Teil wird für eine Terminkontrakte mit mittlerer Laufzeit beschafft und der Rest kurzfristig eingekauft. Das mindert Risiken und garantiert einigermaßen günstige Konditionen. Nun ist die Situation eingetreten, dass viele Versorger noch von günstigen Langfristverträgen profitieren. Deshalb könnten sie 2019 auch ohne Preiserhöhungen einigermaßen über die Runden kommen, obwohl aktuell die Preise im Großhandel massiv gestiegen sind.

Wenn sie schon jetzt massiv an der Preisschraube drehen, dann geschieht dies präventiv, um Gewinne schon für das übernächste Jahr abzusichern. Aus Sicht der Versorger ist das ein Verhalten, das sich sehr gut nachvollziehen lässt.

Geschäft mit Privatkunden auf dem Energiemarkt ist träge

Die entscheidende Frage ist: Warum können sich die Stadtwerke das erlauben? Weil das Geschäft mit den Privatkunden auf dem Energiemarkt extrem träge ist. So bezahlen beim Strom noch 70 Prozent der Haushalte die teuren Grundversorgertarife oder Varianten davon, die die elektrische Energie nur geringfügig billiger machen. Die Versorger können sich die alljährlichen Preiserhöhungen leisten, weil sie wissen, dass nur ein kleinerer Teil der Kundschaft abwandert.

Das ist ein erstaunlicher Befund im Land der Schnäppchenjäger. Doch die Ursache dafür ist schnell gefunden. Besonders bei älteren Menschen ist die Angst groß, in die Fänge von dubiosen Energiediscountern zu geraten, die sie über den Tisch ziehen. Spektakuläre Fälle mit Pleiten und Betrügereien gab es in der Vergangenheit genug. Und noch immer ist Ärger an der Tagesordnung. Mit unberechtigten Abschlagzahlungen und verspäteten und fehlerhaften Stromrechnungen und mit allerlei Fallen im Kleingedruckten. Wer sich beschweren will, bleibt nicht selten in einer Endloswarteschleife hängen und gibt irgendwann entnervt auf.

Verbraucherschutz muss für strengere Regeln und härtere Strafen sorgen

Doch das ist keine Naturgesetzlichkeit. Dass nach wie vor massiv getrickst werden kann, ist das Ergebnis einer laxen Kontrolle der Billiganbieter durch die Bundesnetzagentur. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, ob das politisch so gewollt ist oder ob das einfach nur Ausdruck von Nachlässigkeit ist. Der Effekt ist jedenfalls klar: Profiteure sind die sogenannten Grundversorger, also in der Regel die Stadtwerke. Das bedeutet aber auch: Verbraucherschutz, der es ernst meint, muss für strengere Regeln und härtere Strafen für schwarze Schafe sorgen. Das kann ganz schnell mehr Wettbewerb und sinkende Preise bringen.

Von Frank-Thomas Wenzel/RND

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