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Nachrichten Wirtschaft Stadtwerke-Kunden sollen Rabatt bei Üstra erhalten
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00:16 28.05.2017
Von Albrecht Scheuermann
Wollen Kunden mit Üstra-Rabatt gewinnen: Stadtwerke Hannover. Quelle: dpa/Montage
Hannover

Die Stadtwerke Hannover haben sich einen tiefgreifenden Umbau verordnet - und wollen Verbraucher in der Region mit neuen Angebote locken: Am 1. August kommt die „Enercity-Mobilcard“ auf den Markt. Kunden des hannoverschen Energieanbieters erhalten dann beim Kauf der „Mobilcard“ der Üstra 10 Prozent Rabatt auf das Nahverkehrs-Abo im ersten Jahr - vom zweiten Jahr an sind es noch 7,5 Prozent. Die jährliche Ersparnis reiche bis zu 300 Euro, erklärten die Stadtwerke.

Das Angebot ist Bestandteil der neuen Unternehmensstrategie, die eine stärkere Kundenorientierung vorsieht. „Wir müssen Produkte haben, die erlebbarer sind“, erklärte Vorstandsmitglied Marc Hansmann - der frühere hannoversche Stadtkämmerer - am Mittwoch bei der Präsentation der Pläne.

Stadtwerke sind in der Defensive

Die Stadtwerke Hannover sind durch die Energiewende und die Umwälzung an den Energiemärkten in die Defensive geraten und haben in den vergangenen Jahren viele Kunden verloren. Doch so soll es nicht weitergehen. Vorstandschefin Susanna Zapreva gab am Mittwoch ein ehrgeiziges Ziel aus: „Wir wollen bis 2035 unsere Kundenzahl verdoppeln.“ Auch der Gewinn soll dann mit 220 Millionen Euro jährlich doppelt so groß sein wie heute. Neue Enercity-Kunden will man in ganz Deutschland gewinnen. Kern der Strategie: „Wir wollen nicht mehr als Unternehmen wahrgenommen werden, das Strom und Gas liefert, sondern als Dienstleister“.

So wollen die Stadtwerke den Kunden beim Energiesparen helfen, die nötige Infrastruktur für die Elektromobilität bereitstellen und neue Technologien für die Steuerung der Haustechnik anbieten.

Ein wichtiger Punkt ist der Ausbau des Anteils der erneuerbaren Energien. Laut Zapreva soll der Anteil von Sonne und Wind an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2035 von jetzt rund 15 auf 53 Prozent klettern. Noch ehrgeiziger ist die Zielsetzung bei der Fernwärme: Heute kommt sie zu 100 Prozent aus konventionellen Kraftwerken - im Jahr 2035 soll der Öko-Anteil bei der Hälfte liegen.

Neue Aufgaben für viele der 2400 Mitarbeiter

Hansmann gab jedoch zu erkennen, dass es zunächst einmal darum geht, die Kundenverluste einzudämmen, Kosten zu verringern und Erlöse zu steigen. 80 Millionen Euro soll dies bis zum Jahr 2020 bringen. Entlassungen sind ausgeschlossen - und auf längere Sicht kann sich der Vorstand sogar einen Personalzuwachs vorstellen. Doch zunächst müssen sich viele der rund 2400 Stadtwerke-Mitarbeiter an neue Aufgaben gewöhnen. „Gefühlt“ dürfte dies für gut die Hälfte der Mitarbeiter gelten, sagte Zapreva. Für viele Jobs im Bereich der Digitalisierung müsse man aber Leute von außen anwerben - weil sie intern nicht zur Verfügung stehen. „Das wird eine gute Mischung“, meinte die Stadtwerke-Chefin.

Das erste Quartal dieses Geschäftsjahres ist für die Stadtwerke gut gelaufen: Der Gewinn war deutlich höher als im Vorjahr. Allerdings könne man das nicht aufs Jahr hochrechnen, betonte Hansmann.

Stolz ist der Vorstand auf zwei Geschäftsabschlüsse, die zur neuen Strategie passen. In Bremerhaven bekam Enercity den Zuschlag, die Straßenbeleuchtung auf stromsparende LED-Lampen umzurüsten und 20 Jahre lang zu betreiben. Und in Hamburg startete jetzt ein gemeinsames Projekt mit dem Kupferhersteller Aurubis. Die Stadtwerke werden dessen Abwärme nutzen, um bis zu 12 000 Wohnungen im östlichen Teil der Hafencity mit Heizwärme zu versorgen.

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