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Wirtschaft Sprecherin revidiert: Lkw-Fahrer dürfen doch in Kabine schlafen
Nachrichten Wirtschaft Sprecherin revidiert: Lkw-Fahrer dürfen doch in Kabine schlafen
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15:29 04.12.2018
Ein voll besetzter ein LKW-Parkplatz an der Autobahn-Raststätte Michendorf (Brandenburg). Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Brüssel

Die EU-Verkehrsminister haben sich mehrheitlich auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrern in Europa geeinigt. Für gleiche Arbeit am gleichen Ort solle gleicher Lohn gelten, teilte Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer in der Nacht auf Dienstag in Brüssel mit.

Außerdem sollten die Fahrer ihre wöchentliche Ruhezeit nicht mehr in ihren Führerhäusern verbringen. Hofer sprach in einer Pressekonferenz von einem „absoluten Kabinenschlafverbot“. Eine Sprecherin stellte später jedoch klar, dass dies nur für die wöchentliche Ruhezeit gelte, nicht für die Übernachtung nach einer regulären Schicht.

Mit dem Beschluss soll Lohn-Dumping erschwert werden. Nun muss noch eine Einigung mit dem Europaparlament gefunden werden, bevor die Änderungen in Kraft treten können.

Maximal vier Wochen ohne eine Rückkehr nach Hause

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen von etwa zwei Millionen Kraftfahrern in Europa würden verbessert, sagte Hofer weiter. Die Missstände auf überfüllten Autobahnparkplätzen würden demnach ebenfalls beseitigt.

Vor allem westeuropäische Staaten beklagten seit geraumer Zeit, dass im Transportgewerbe Sozialdumping und unlauterer Wettbewerb herrschten. Frankreich, Österreich, Belgien, Dänemark, Italien, Luxemburg, Norwegen und Schweden hatten sich im vergangenen Jahr mit Deutschland zusammengeschlossen, um dagegen vorzugehen.

Bemängelt wurde dabei auch, dass Fahrer teilweise wochenlange Touren ohne eine Rückkehr nach Hause absolvieren müssten. Dem Verkehrsminister-Beschluss zufolge dürfen die Kraftfahrer nun maximal vier Wochen am Stück in Europa unterwegs sein.

Kritik aus Polen

„Nach dem Beschluss sind sich viele um den Hals gefallen. Da ist eine große Sache gelungen“, sagte Verkehrsminister Norbert Hofer, wie tagesschau.de schreibt. Allerdings sind nicht alle glücklich damit. Kritik kam laut tagesschau.de aus Polen. Verkehrsminister Andrej Adamczyk sagte demnach: „Es gibt noch Verhandlungsspielraum, und ich möchte, dass er genutzt wird. Das, was heute beschlossen wurde, kann uns nicht zufrieden stellen. Einige Länder haben dagegen gestimmt.“

Von RND/dpa