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00:42 03.06.2018
Auch die Sparkasse Hannover bietet die neuen Blitzüberweisungen ab 10 Juli ihren Kunden an. Sie sollen jeweils 2 Euro kosten Quelle: dpa
Hannover

In Sekundenschnelle Geld von einem Bankkonto auf ein anderes transferieren – diese Möglichkeit eröffnet seit dem vergangenen Jahr ein neues Zahlungssystem für Europa. In Deutschland spielte es bislang keine Rolle, aber dies wird sich nun ändern: Vom 10. Juli an bieten die Sparkassen ihren Kunden den neuen Service an, allerdings nicht kostenlos. Die Sparkasse Hannover verlangt 2 Euro für jede Echtzeitüberweisung.

Nach Angaben einer Sprecherin des Sparkassenverbandes werden „praktisch alle“ der 385 Sparkassen „Instant Payments“ anbieten. Dies bedeutet, dass das Geld innerhalb von zehn Sekunden dem Empfängerkonto gutgeschrieben sein muss. Der Höchstbetrag für die Blitz-Überweisungen ist auf 15 000 Euro begrenzt. Hinter dem neuen europäischen Bezahlverfahren steckt der European Payments Council. Er hat die Regeln festgesetzt, die für alle 34 Länder des Einheitlichen Europäischen Zahlungsraums (Sepa) gelten.

Die Banken und Sparkassen sind aber nicht verpflichtet, die neue Zahlungsmethode anzubieten. Bislang ist sie in Deutschland nur ein Randphänomen, da lediglich die Unicredit mit ihrer Tochter Hypovereinsbank die Sofortüberweisung eingeführt hat. Mit der Teilnahme der Sparkassen ändert sich dies aber nun, da sie hierzulande, gemessen an der Zahl der Girokonten, über einen Marktanteil von rund 40 Prozent verfügen. Jedoch setzt die Echtzeitüberweisung voraus, dass sowohl die Absende- als auch die Empfängerbank dem System angeschlossen sind – dies setzt der schnellen Verbreitung immer noch Grenzen.

Nach Angaben der Sparkasse Hannover können Kunden die neue Überweisungsoption im Online-Banking auswählen, dann wird zusätzlich eine Gebühr von 2 Euro fällig. Damit bewege sich die Sparkasse Hannover im Mittelfeld, sagte ein Sprecher. Tatsächlich geht es aber auch deutlich billiger. So verlangt die Unicredit 50 Cent für eine Sepa-Echtzeitüberweisung innerhalb der EU/EWR-Staaten. Teilweise gibt es jedoch auch für eingehende Zahlungen eine Gebühr. Die Berliner Sparkasse will sogar mit 25 Cent für einen Transfer begnügen. Bei der Deutschen Bank, die allerdings erst ab 20. November dabei ist, soll die Gebühr für Privatkunden 60 Cent betragen. Erst im November wollen auch die Genossenschaftsbanken den Service ihren Kunden anbieten. Nach Angaben eines Sprechers der Hannoverschen Volksbank hat diese noch nicht über die Höhe der Gebühren entschieden.

Eilüberweisungen bieten Banken und Sparkassen auch bisher schon an. Allerdings werden dafür Entgelte von 10 Euro und mehr berechnet - und es wird auch keine sekundenschnelle Ausführung garantiert. Experten erwarten, dass die Sepa-Echtzeitüberweisung große Veränderungen im Zahlungsverkehr auslösen wird. Die möglichen Einsatzgebiete für die Echtzeitüberweisung sind vielfältig – zum Beispiel bei einem privaten Gebrauchtwagengeschäft oder einer Ersteigerung bei Ebay. Interessant ist das Verfahren jedoch auch für den Einzelhandel. So könnte der Soforttransfer an der Kasse die Zahlung mit der Kredit- oder Bankkarte ersetzen – was vor allem aus Kostengründen für den Handel attraktiv sein könnte, weil er dann nicht mehr so viel Prozente vom Umsatz an Kreditkartenorganisationen und Banken abgeben muss. Vor allem jedoch ist die Echtzeitüberweisung eine Konkurrenz zu Zahlungsmethoden wie Paypal, die heute im Online-Handel eine große Bedeutung haben, weil sie dem Händler die Garantie bieten, dass er sein Geld bekommt.

Von Albrecht Scheuermann

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