Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Nach Filialschließungen: Banken setzen auf Videoberatung
Nachrichten Wirtschaft Nach Filialschließungen: Banken setzen auf Videoberatung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:31 09.01.2019
Videoberatung: Der Kunde sieht den Berater und kann auch Berechnungen und Dokumente einsehen. Quelle: Sparda-Bank Hannover
Hannover

Nach Tausenden Filialschließungen in den vergangenen Jahren wollen deutsche Banken mit einer neuen Technik den Kontakt zu ihren Kunden halten: Immer mehr Institute bieten eine Videoberatung an. Kunden können dabei von zu Hause aus mit Bankmitarbeitern sprechen sowie Dokumente und Berechnungen einsehen. In Hannover hat die Sparda-Bank die Videoberatung Anfang Januar eingeführt. „Die Video- und Telefonberatung ergänzt die persönliche Beratung in den Filialen und wird schon in den ersten Tagen sehr gut von den Kunden angenommen“, sagte eine Sprecherin.

Auch die Hannoversche Volksbank will künftig über Video beraten. Das Angebot sei in Planung, man könne aber noch keinen Zeitpunkt für den Start nennen, sagte ein Sprecher. Bei der Sparkasse Hannover läuft schon seit 2017 ein Pilotprojekt mit rund 10.000 Kunden. Man habe dabei „sehr positive“ Erfahrungen gemacht und werde das Angebot ausbauen, teilte die Sparkasse mit.

Die Videoberatung gewinne auch bundesweit weiter an Verbreitung, sagte Oliver Mihm, Chef von Investors Marketing, einer auf Banken spezialisierten Beratungsfirma aus Frankfurt. „Für gut ein Drittel der Kunden kommt sie in Frage, wenn eine Beratung in der Filiale mal nicht möglich ist, zum Beispiel außerhalb der Öffnungszeiten.“

In den meisten Fällen können die Kunden sich von zu Hause aus mit dem Bankberater unterhalten. Einige Volksbanken – wie die VR Bank Südpfalz – gehen einen anderen Weg und bauen Videokabinen mit Bildschirmen in ihre SB-Center ein. Wo Kunden bislang nur Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker vorfanden, können sie sich nun also auch persönlich beraten lassen.

Spagat zwischen Service und Kosten

Die Ursache für den Trend: Niedrige Zinsen und die Konkurrenz durch Internetbanken zwingen klassische Geldhäuser seit Jahren, ihre Kosten zu senken und Filialen zu schließen. Die persönliche Beratung ist jedoch ihr Hauptargument im Wettbewerb mit der Online-Konkurrenz. Dank Videoberatung soll der Spagat zwischen gutem Service und niedrigen Kosten gelingen.

Bundesweit gibt es mittlerweile nur noch 30.000 Bankfilialen, rund 6000 weniger als vor fünf Jahren. Auch in Hannover haben die Unternehmen ihr Netz ausgedünnt. So betreibt die Hannoversche Volksbank aktuell 39 Filialen – im Jahr 2014 waren es noch rund 60. Die Sparda-Bank hat seit 2015 ein halbes Dutzend Filialen in SB-Center umgewandelt. Die Sparkasse Hannover hatte 2016 angekündigt, bis Ende 2019 rund 30 Filialen zu schließen oder in SB-Standorte umzuwandeln. Sie wird aber auch dann noch die meisten Filialen in der Region haben.

Wer die Videoberatung nutzt, muss übrigens nicht unbedingt zu Hause aufräumen und sich schick machen: In der Regel können Kunden frei entscheiden, ob sie ihre Kamera aktivieren oder nicht. Die Kunden sehen also den Berater, dieser sieht die Kunden aber nicht unbedingt.

Von Christian Wölbert

Der reichste Mann der Welt lässt sich scheiden: Jeff Bezos gab den Schritt gemeinsam mit seiner Ehefrau auf Twitter bekannt. Die Nachricht liest sich versöhnlich: „Wir hatten so ein großartiges Leben zusammen“, schreiben sie.

09.01.2019

Sechzehn Millionen Dollar – das ist die Summe, die Tim Cook im abgelaufenen Geschäftsjahr verdient hat. Ist das der Leistung des Apple-Chefs angemessen? Diese Frage stellt sich bei Cook besonders, weil Apple seine Strategie gründlich umbauen muss, kommentiert Frank-Thomas Wenzel. Als Vorbild könnte Amazon taugen.

09.01.2019

In Hamburg schickt der VW-Fahrdienst Moia ab April seine eigens entwickelten E-Fahrzeuge auf die Straße. In Hannover müssen die Kunden hingegen noch länger mit Benzin-Bullis vorliebnehmen.

09.01.2019