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Nachrichten Wirtschaft SAP-Geschäfte laufen dank der Cloud rund
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14:34 19.07.2018
Vorstandschef Bill McDermott: Bei SAP geht es weiter aufwärts. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Europas größter Softwarehersteller SAP profitiert von immer besseren Geschäften mit Mietsoftware. Im zweiten Quartal trieben Anwendungen in der sogenannten Cloud den Umsatz und den Gewinn nach oben. Zudem erhöhte der Walldorfer Konzern angesichts des starken Wachstums in diesem Geschäftsbereich die Umsatzprognose für das laufende Jahr.

Man signalisiere damit, dass SAP in eine neue Wachstumsphase eingetreten sei, sagte Vorstandschef Bill McDermott am Donnerstag. Der Softwarekonzern ist mit einem Börsenwert von knapp 129 Milliarden Euro schon jetzt das mit Abstand wertvollste Unternehmen Deutschlands.

Umsatz übertrifft Erwartungen

Im zweiten Quartal legte der Gesamtumsatz um vier Prozent auf rund sechs Milliarden Euro zu, trotz des nach wie vor negativen Effekts des starken Euro. Die von Experten viel beachtete operative Marge zog leicht auf 27,3 Prozent an (Vorjahr: 27,2). Das Verhältnis von Umsatz und Gewinn vor Steuern ist eine wichtige Kennziffer zur Bewertung von Unternehmen. Unter dem Strich verdiente SAP 720 Millionen Euro und damit gut acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Mit den Zahlen übertrifft SAP die Prognosen der Experten beim Umsatz. Der Gewinn fiel dagegen in etwa so aus, wie es Beobachter erwartet hatten. Aufgrund der guten Cloud-Geschäfte erhöhte SAP die Wachstumsprognosen in diesem Bereich für 2018 und seine Ziele für 2020. Zudem hob der Konzern die untere Grenze der Prognosespanne für den Umsatz und das operative Ergebnis in diesem Jahr an. Vielen Anlegern reichte das offenbar aber nicht, am Donnerstag verlor die SAP-Aktie bis zum Nachmittag rund zwei Prozent an Wert.

Die Cloud bringt verlässliche Einnahmen

„Dieses Quartal ist beispielhaft für den Weg, den wir gewählt haben: schnelle Ausrichtung des Unternehmens auf die Cloud bei beträchtlicher Steigerung der Gewinne und Margen“, erläuterte Finanzchef Luka Mucic. SAP macht mittlerweile zwei Drittel seines Umsatzes mit Cloud-Geschäften sowie mit Software-Kundendienst.

Das ist deutlich besser planbar im Vergleich zum Verkauf von Softwarelizenzen, der teils starken Schwankungen unterliegt. Mucic sagte, er sei überzeugt, dass diese Dynamik weiter zunehmen werde. Bis 2020 sollen die langfristig planbaren Umsätze bis zu drei Viertel des Gesamtumsatzes ausmachen.

Lidl-Projekt gefloppt

Doch selbst bei SAP läuft nicht immer und überall alles rund: Das Scheitern eines großen Projekts zur Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems beim Discounter Lidl schlug in den vergangenen Tagen hohe Wellen in der Softwarebranche. Wie die „Heilbronner Stimme“ zuerst berichtete, zog Lidl vergangene Woche die Notbremse, weil die Ziele nicht mehr mit vertretbarem Aufwand erreichbar seien.

Die Entwicklung der Software soll nach Expertenschätzungen bereits mehrere Hundert Millionen Euro gekostet haben. SAP bestätigte das Ende des Lidl-Projekts. Das beeinträchtige jedoch „in keiner Weise“ die fortgesetzte Zusammenarbeit mit Lidl in anderen Bereichen, sagte ein Sprecher.

Von Bernd Zeberl und Christian Wölbert

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