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00:16 27.01.2016
Ende Januar werden de ersten Dieselautos von Volkswagen zurückgerufen - zunächst der Amarok. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Bundesweit gibt es nach Angaben des Unternehmens 2173 Volkswagen-Partner, deren Werkstätten für den Rückruf autorisiert sind. Damit ergeben sich bei 2,4 Millionen zurückgerufenen Dieselautos rechnerisch 1100 Fahrzeuge je Werkstatt. Brancheninsider gehen von durchschnittlich mindestens 90 Minuten Arbeitszeit pro Wagen aus, wobei neben der eigentlichen Nachbesserung auch die Zeit für Formulare und Dokumentation berücksichtigt ist. VW nennt 30 Minuten reine Arbeitszeit.

Eine Stunde Wartezeit

Für die Kunden dürfte eine Stunde realistisch sein: rein zum Autohaus, dort den Papierkram erledigen, auf die Einfahrt in die Werkstatt warten, dann die halbe Stunde dort, dann wieder raus. Vielleicht gibt es auch längere Wartezeiten. Bei der 90-Minuten-Rechnung ergäben sich rund 200 Arbeitstage für eine Kfz-Arbeitskraft – wenn diese sich ausschließlich mit dem Rückruf beschäftigt.

Neben den knapp 2200 VW-Partnern gibt es noch eine kleinere, nicht näher bekannte Zahl von autorisierten Servicebetrieben. Diese decken nur die ebenfalls vom Rückruf betroffenen VW-Schwestermarken Audi, Seat, Skoda und VW-Nutzfahrzeuge ab – nicht aber gleichzeitig auch die Kernmarke VW-Pkw. Die freien Kfz-Werkstätten sind außen vor. „Um die vorgeschriebenen Dokumentationspflichten zu erfüllen, soll die Umsetzung der vom Hersteller vorgegebenen Nachbesserungsarbeiten beim jeweiligen Vertragspartner erfolgen“, erklärt ein VW-Sprecher.

In den nächsten Tagen sollen zunächst alle Halter eines VW-Pick-ups Amarok mit dem 2,0-Liter-Dieselmotor, bei dem die Abgasnorm Euro-5 gilt, Post erhalten. Sie könnten voraussichtlich ab Ende Januar in die Werkstätten. Feste Zeitfenster für die Fahrt zum VW-Service gebe es nicht, betont Volkswagen. Die Halter hätten die Wahl bei der Absprache für einen Termin mit der Werkstatt.

Volkswagen hat in Dieselmotoren der Reihe EA189 mit Euro-5-Norm eine illegale Software eingebaut, die die Stickoxidwerte bei Tests auf dem Prüfstand drückt. Weltwelt sind rund elf Millionen Diesel aus dem Konzern betroffen, auch bei Audi, Seat, Skoda und den leichten VW-Nutzfahrzeugen. In Deutschland geht es um 2,4 Millionen Autos. Sie sollen in mehreren Etappen über das gesamte laufende Jahr zurückgerufen werden. Dafür erteilt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nach und nach Freigaben.

Nach den Amaroks folgen die ersten Varianten der Passat-Diesel mit 2,0-Liter-Hubraum und Euro-5-Norm – aber erst in einigem Abstand. Die ersten Passat-Halter sollen frühestens im Februar Post bekommen. Wann die übrigen Passats in die Werkstatt sollen, ist noch unklar. Auch zum Verkaufsschlager Golf sind noch keine Details klar. VW will möglichst bald informieren. Frühestens von April an sind die betroffenen Motorversionen mit 1,2-Liter-Hubraum an der Reihe. Im Herbst folgen die 1,6-Liter-Maschinen. Bei ihnen ist auch der Einbau eines Röhrchens mit Gitternetz nötig; es reicht nicht nur das Update der Software. Dennoch soll auch hier die reine Arbeitszeit unter einer Stunde liegen. „Wir bieten allen betroffenen Kunden eine angemessene und kostenfreie Ersatzmobilität an“, verspricht Volkswagen.

Prüfungen bei Opel in Belgien

Opel droht wegen angeblich höherer Abgaswerte beim Modell Zafira Ärger in Belgien. Das belgische Wirtschaftsministerium kündigte Untersuchungen an, wie ein Sprecher in Brüssel bestätigte. Das Ministerium fordere von Opel Transparenz über eventuelle Softwareänderungen. Zuvor hatte der Sender VRT berichtet, dass in zwei Fällen belgische Opel-Händler die Emissionswerte beim Zafira nachträglich angepasst haben sollen, ohne die Besitzer der Fahrzeuge zu informieren. Opel weist die Anschuldigungen zurück.

von Heiko Lossie

Das Debakel um Airbags des japanischen Herstellers Takata nimmt kein Ende. Von neuen Rückrufen sollen nun auch Daimler und der VW-Konzern betroffen sein - vor allem für Volkswagen käme das zur Unzeit.

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