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Wirtschaft Salzgitter AG sträubt sich gegen Fusion
Nachrichten Wirtschaft Salzgitter AG sträubt sich gegen Fusion
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21:26 24.08.2017
Die Stahlbranche profitiert derzeit von der guten Konjunktur – dennoch gibt es Überkapazitäten. Quelle: dpa
Düsseldorf/Hannover

Nach Informationen des „Handelsblatts“ formiert sich jedoch Widerstand gegen diese Fusion. Demnach dringen Gewerkschafter und Politiker darauf, eine Veräußerung des Geschäftsbereichs an Tata zu verhindern.

Es gebe Bestrebungen, als Alternative eine Deutsche Stahl AG zu bilden, die die hiesigen Stahlerzeuger zusammenbringen solle, hieß es. Dem „Handelsblatt“ zufolge spielt bei den Überlegungen auch ein bekannter Unternehmer aus Niedersachsen eine Rolle: Jürgen Großmann, früherer RWE-Chef und Eigentümer des Stahlunternehmens Georgsmarienhütte, werde gedrängt, seine Stahlgruppe einzubringen, berichtete die Wirtschaftszeitung. Großmann habe zwar entsprechende Pläne dementiert – im Hintergrund lote er die Machbarkeit dennoch aus. Ein Sprecher von Georgsmarienhütte erklärte dazu: Großmann habe dem „Handelsblatt“ gesagt, dass er kein Befürworter einer Deutschen Stahl AG sei.

Gegen die Pläne für eine solche Allianz sperrt sich ein anderes niedersächsisches Unternehmen: Eine Fusion komme für die Salzgitter AG nicht infrage, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Zwar sei der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern nicht grundsätzlich gegen Kooperationen – die Eigenständigkeit sei jedoch bislang der beste Weg gewesen.

Die Überlegungen über eine Neuordnung des Stahlmarkts sind nicht neu. Hintergrund sind die Überkapazitäten, die den Anbietern seit Jahren zu schaffen machen. Der Chef des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine, Wolfgang Eder, ging deswegen mit seiner eigenen Branche hart ins Gericht: Die Stahlindustrie verschließe mit Unterstützung der Politik die Augen vor ihren Problemen.

Der aktuelle Aufschwung der Stahlindustrie täuscht nach Eders Ansicht nur über weiter bestehende tiefe Strukturprobleme hinweg. Angesichts der Überkapazitäten von 30 bis 40 Millionen Tonnen allein in Europa werde mittel- und langfristig an Kapazitätsverringerungen bis hin zu Werksschließungen kein Weg vorbeigehen. „Es ist eine Macho-Industrie, in der Millionen Tonnen immer noch mehr zählen als Millionen verdienter Euro, Dollar oder Renminbi.“ Das Problem sei auch, dass die Politik aus falsch verstandener Standortpolitik um jedes auch unrentable Werk kämpfe, meinte Eder, der auch Vizepräsident des Weltstahlverbands ist.

Derzeit profitiert die Stahlbranche von der starken Konjunktur,  doch es zeichnet sich schon die nächste Krise ab. Nach Angaben von OECD und Weltstahlverband werden die weltweiten Kapazitäten für die Produktion von Stahl im Jahr 2018 auf 2,43 Milliarden Tonnen steigen. Der Bedarf liege aber nur bei 1,6 Milliarden Tonnen. Vor allem in Asien sei eine spürbare Produktionsausweitung bis 2019 geplant.

„Wir haben eine permanente Aufwärtsentwicklung bei den Kapazitäten – auch in den kritischen Jahren nach der Finanzkrise 2009“, kritisierte Eder, dessen Unternehmen mit Hightech-Qualitätsstählen zu den wichtigen Zulieferern der Automobil-, Luftfahrt- und Eisenbahnindustrie zählt. Ein Grund für die Probleme der Stahlindustrie ist auch der technische Fortschritt. So wiegt heute eine Autokarosserie 40 Prozent weniger als vor 30 Jahren – was die Stahlnachfrage entsprechend sinken lässt.

Nach einer Analyse der Schweizer Bank UBS hatten die Stahlkocher zu besten Zeiten wie Ende 2008 noch rund 215 Euro pro Tonne Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erzielt. Der Absturz 2016 auf 46 Euro pro Tonne war hart. Aktuell rechnen die von der „Financial Times“ zitierten UBS-Experten mit rund 100 Euro.

Von Matthias Röder und Albrecht Scheuermann

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