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Wirtschaft Privates Kapital könnte Nord/LB-Hauptproblem lösen
Nachrichten Wirtschaft Privates Kapital könnte Nord/LB-Hauptproblem lösen
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00:47 26.03.2018
Die Nord/LB in Hannover braucht mehr Kapital. Quelle: dpa
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Hannover

 Die Norddeutsche Landesbank hat schwere Zeiten hinter sich, aber ihre Probleme sind noch nicht gelöst. Im Mittelpunkt steht die Kapitalfrage. Die Bank braucht mittelfristig deutlich dickere Sicherheitspuffer. Die Eigentümer – allen voran das Land Niedersachsen – denken intensiv darüber nach, wie dies ohne Griff in die eigenen Kassen zu erreichen ist. Auch der Einstieg eines privaten Investors wird nicht ausgeschlossen. 

Am Freitag bestätigte das Finanzministerium in Hannover erneut, dass verschiedene Möglichkeiten einschließlich einer Teilprivatisierung geprüft würden. Entschieden sei noch nichts, ein Komplettverkauf sei jedoch ausgeschlossen. Das Land ist mit gut 59 Prozent beteiligt, die niedersächsischen Sparkassen halten 26 Prozent, der Rest verteilt sich auf das Land Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. 

Die Kapitalknappheit ist bei der Bank ein Dauerbrenner. Allerdings hat sich das Problem jüngst durch die gewaltigen Verluste im Geschäft mit Schiffskrediten verstärkt, die stark an der Kapitalquote genagt haben. Zugleich werden die Eigenkapitalanforderungen der staatlichen Bankenaufsicht immer strenger. Dies soll die Gefahr mindern, dass wieder die Regierungen mit Steuergeldern Banken retten müssen oder Bankenpleiten eine Wirtschaftskrise auslösen. 

Wichtigster Maßstab ist die sogenannte harte Kernkapitalquote. Vereinfacht gesagt ist sie das prozentuale Verhältnis zwischen dem Eigenkapital und den Kreditrisiken. Mit jetzt gut 12 Prozent liegt die Nord/LB derzeit zwar deutlich über der Mindestgröße, aber dennoch zeichnet sich jetzt schon ab, dass das Polster zu dünn ist. Schließlich schlummern in den Büchern der Bank immer noch Milliarden an faulen Schiffskrediten. 

Wie knapp das Eigenkapital der Bank ist, zeigt schon ein Vergleich zu den anderen drei großen Landesbanken in München, Stuttgart und Frankfurt, die allesamt mehr als 15 Prozent ausweisen. Wenn die Nord/LB eine ähnliche Größenordnung erreichen wollte, bräuchte sie etwa 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital. 

Bankchef Thomas Bürkle hatte bereits im vergangenen Frühjahr erklärt, dass bei der Bank alles auf dem Prüfstand stehe. Dazu gehören auch Beteiligungsverkäufe. Den ins Auge gefassten Verkauf der Deutschen Hypothekenbank in Hannover hat die Nord/LB jedoch schon Ende 2017 wieder zu den Akten gelegt. Er hätte zwar die Eigenkapitalquote um einen ganzen Prozentpunkt angehoben, aber die gebotenen Preise für die Hypothekenbank waren der Nord/LB zu niedrig. „Wir werden keine dumme Entscheidung treffen“, hatte Bürkle gesagt, so dringend sei der Verkauf schließlich auch nicht. 

Allerdings ist das Kapitalproblem damit weiter ungelöst. Der Einstieg eines neuen Investors bei der Bank ist dabei keineswegs eine neue Idee. Schon im Jahr 2005 hatte die Bank mit der norwegischen DnB Nor ein Gemeinschaftsunternehmen für die Ostseeregion gegründet und eine gegenseitige Kapitalverflechtung nicht ausgeschlossen. Allerdings kam die gemeinsame Tochter dann in der Finanzkrise unter die Räder, die deutsch-norwegische Verbindung wurde aufgelöst. 

Eine vollständige Landesbank-Privatisierung ist dagegen in Hamburg und Kiel beschlossen. Kürzlich wurde der Verkauf der HSH Nordbank an eine Investoren-Gruppe verkündet. Die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein bleiben allerdings auf Milliardenverlusten sitzen, die die Bank unter anderem mit ihrem riesigen Schiffskreditgeschäft gemacht hat. 

Deshalb dürfte diese Privatisierung im Norden für Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) kaum beispielhaft sein. Indessen ist ihm klar, dass etwas passieren muss. „Die NordLB ist nicht üppig mit Eigenkapital ausgestattet, das wissen wir“, hatte er schon im Dezember erklärt. 

Vor wenigen Wochen ist der neue Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht angelaufen. Die Nord/LB gehört zu den 37 Geldhäusern in Europa, die ihre Krisenfestigkeit unter Beweis stellen müssen. Anfang November werden die Ergebnisse bekannt gegeben. Um den Test zu bestehen, dürften Eigentümer und Vorstand der Bank bereit sein, auch ganz neue Wege einzuschlagen. Sparkassenpräsident Thomas Mang hatte kürzlich erklärt, dass man die Beteiligung eines privaten Investors nicht zum Tabu erklären dürfe.

Von Albrecht Scheuermann. 

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