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Wirtschaft Müller: VW informiert Halter über Update-Termine
Nachrichten Wirtschaft Müller: VW informiert Halter über Update-Termine
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14:25 10.12.2015
Steht Rede und Antwort: VW-Konzernchef Matthias Müller. Quelle: dpa
Wolfsburg

+++ Der Aufsichtsratschef wählte deutliche Worte: "Verlassen Sie sich darauf: Die Verantwortlichen der Abgas-Affäre werden zur Rechenschaft gezogen." Aber es gelte Sorgfalt vor Geschwindigkeit. Der Konzern wolle genau wissen, was wann geschehen sei. Dafür seien externe Ermittler eingesetzt. Pötsch sagte, es soll alles auch den Tisch. "Auch wenn manches Ergebnis schmerzen könnte."

+++ Pötsch machte drei Hauptursachen für den Abgasskandal aus: "Erstens: Individuelles Verhalten von Mitarbeitern in einem kleinen Bereich des Konzerns. Zweitens: Schwachstellen in unseren Prozessen. Drittens: Es wurden Regelverstöße toleriert. Das ist am schwersten zu akzeptieren."

+++ Die externen Ermittler hätten 102 Terabyte an Daten gesichtet, was 50 Millionen Büchern entspreche. 87 Interviews mit Mitarbeitern wurden geführt. 1500 elektronische Datenträger wie Smartphones und Laptops von  400 Mitarbeitern sind eingesammelt und ausgewertet worden.

+++ Pötsch: Eine überschaubare Anwahl von Mitarbeitern habe zur Manipulation beigetragen.

+++ Die Manipulationen seien aber kein einmaliger Fehler gewesen, sondern eine Fehlerkette, die nie unterbrochen wurde.

+++ Dies widerspreche allen Werten von VW, nach denen 600.000 Mitarbeiter von VW tagtäglich handelten.

+++ Für den in den USA ins Gerede gekommenen V6-Motor von Audi werde es eine technische Lösung geben, die bald vorgestellt werde. Von dem Motor gebe es 100.000 Einheiten.

+++ Bei den angelich erhöhten CO2-Werten habe sich der Verdacht nicht erhärtet. Die Messungen von entsprächen dem Industriestandart. Nur neun Modelle würden "leicht von den Katalogwerten" abweichen. Die Dekra überprüfe die Verbrauchswerte der Fahrzeugmodelle nun.

+++ VW fordert nun real-life-Tests für alle Autos auf den Straßen. Dafür solle es externe Überprüfungen geben. Pötsch fordert bei den Verbrauchsangaben von Autos allgemein mehr "Mut zur Ehrlichkeit". Die Diskrepanz zwischen Werksangaben und den tatsächlichen Verbräuchen sei für Verbraucher nicht mehr vermittelbar.

+++ VW-Konzernchef Matthias Müller übernimmt und erklärt die Aufklärung zur zentralen Aufgabe. Man wolle die richtigen Konsequenzen ziehen und den exzellenten Ruf von VW wieder herstellen.

+++ Für die Kunden in Deutschland stünden technische Lösungen bereit, die vom Kraftfahrtbundesamt abgenommen seien.

+++ Die Umrüstungen für die betroffenen Autos mit dem Motor vom Typ EA 189 sollen bereits im nächsten Monat für den 2.0-Liter-Diesel beginnen, der ein Software-Update erhält. Im zweiten Quartal sei der kleine 1.2-Liter-Diesel an der Reihe.

+++ Im dritten Quartal kämen die 1.6-Liter-Diesel an die Reihe, die einen sogenannten Strömungsgleichrichter erhalten. Dafür bedürfe es einer gewissen Verlaufzeit für die Produktion der Hardware.

+++ Die gesamte Umstellung werde sich über das komplette Kalenderjahr 2016 hinziehen. Es sei eine "enorme logistische Herausforderung", so Müller.

+++ Die Halter werden von VW informiert, wann ihr Auto mit dem Update an der Reihe sei.

+++ In den USA sei die Umrüstung komplizierter wegen der strengeren Stickoxid-Grenzwerte. Die Lösungen dafür würden erst vorgestellt, wenn sie mit den Behören abgestimmt seien.

+++ Müller wird grundsätzlicher: "Ich gebe Ihnen mein Wort: VW wird nicht ruhen, bevor das Problem im Konzern gelöst ist."

+++ Der Konzern werde seine Neuausrichtung vorantreiben. "Das wäre eh notwendig gewesen, das beschleunigen wir nun."

+++ Man wolle endlich die Synergien heben.

+++ Müller: VW braucht ein Stück mehr Silicon Valley. Die Digitalisierung bei den Autos solle vorangetrieben werden.

+++ Außerdem will VW bis zum Jahr 2020 20 zusätzliche Elektromobile und Plug-In-Hybrid-Modelle auf den Markt bringen.

+++ Ach ja: VW verkauft seinen firmeneigenen Airbus. Die hochbezahlten Manager sollen laut Müller nicht mehr so viel in Gremien irgendwo auf der Welt sein, sondern mit ihren Teams vor Ort arbeiten. VW betreibt eine eigene kleine Fluglinie, die über mehrere Maschinen verfügt.

+++ Müller versichert, dass das Update "maximal marginale Auswirkungen" auf die Fahrleistung der Autos haben werde.

+++ Angesprochen auf die Kompensationen für Kunden in den USA sagt Müller: "Für alle Kunden erarbeiten wir in Paket, um das Update so angenehm wie möglich zu machen."

+++ Laut Müller ist der Bestelleingang in den ersten elf Monaten dieses Jahres konzernweit 3,5 Prozent höher als 2014.

+++ Müller auf die Frage nach möglichen Verkäufen von Unternehmensteilen: Dafür gebe es keine Notwendigkeit. Sollten Strafzahlungen in den USA verhängt werden, werde der Konzern das auf sich zukommen lassen und dann reagieren.

+++ Müller zur Zukunft des Diesel: "Das Image des Diesel ist beschädigt. Aber wir brauchen Diesel, um die CO2-Werte im Jahr 2020 realisieren zu können." Elektromobilität habe ich nicht so entwickelt wie erwartet.

sbü

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