Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Pleite-Airline vermittelt ihre Angestellten weiter
Nachrichten Wirtschaft Pleite-Airline vermittelt ihre Angestellten weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:46 10.10.2017
Schluss, Aus, Ende. Die Mitarbeiter von Air-Berlin müssen sich neue Jobs suchen. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

„Ich bin mittlerweile für alles offen“, sagt ein Mann, um dessen Hals ein roter Air-Berlin-Ausweis baumelt. Er verlässt gerade die Kantine der Fluggesellschaft, in der Hand Broschüren und Infomaterial diverser Unternehmen, die sich bei der Air-Berlin-Jobbörse präsentierten.

Während die Piloten der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft auf Übernahme durch die Lufthansa-Tochter Eurowings hoffen können, sieht es für das Bodenpersonal schlechter aus. Trotz massiver staatlicher Unterstützung in Höhe von 150 Millionen Euro können nicht alle Air-Berlin-Mitarbeiter auf eine neue Anstellung hoffen. Das geht aus einem internen Brief an die Beschäftigten hervor, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Die Geschäftsführung fordert in dem Schreiben die Mitarbeiter auf, sich aktiv auf dem Arbeitsmarkt umzuschauen.

Neue Angebote sind kaum dabei

Aus diesem Grund richtete die Fluggesellschaft für ihre Mitarbeiter am Dienstag, zusammen mit der Agentur für Arbeit Berlin Nord, eine eigene Jobbörse aus. Die Männer und Frauen des Bodenpersonals konnten sich bei 13 Firmen über 500 Jobs in Berlin und Brandenburg informieren. Unter anderem waren der Chemiekonzern BASF, die Deutsche Bahn und der Online-Versandhändler Zalando vertreten.

„Ich finde, es ist eine gute Gelegenheit, sich während der Arbeitszeit zu informieren“, sagt ein Air-Berlin-Angestellter, der lieber anonym bleiben möchte. „Man schaut sich ja aber schon seit dem 15. August nach neuen Jobs um“, erzählt der Mitarbeiter. Neue Stellenangebote hätten er und seine Kollegin, die ihn begleitet, an den Info-Ständen noch nicht gefunden. „Diese hier waren auch alle schon online zu sehen“, berichtet die Frau mit den langen schwarzen Haaren. Beide fühlen sich dennoch gut von ihrem Arbeitgeber über Perspektiven und Möglichkeiten informiert. Betrübt wirken sie in Bezug auf ihre ungewisse Zukunft nicht.

Beschäftigte wirken meist zufrieden

Den Eindruck hat auch Heiko Matzk, Kundenbetreuer bei der Lufthansa. „Die Leute, die bei uns am Stand waren, machten alle einen zufriedenen Eindruck“, schilderte er. Eine Mitarbeiterin habe ihm erzählt, dass die Trauerphase mittlerweile vorüber sei und man nun nach vorne schauen müsse. „Bis zum Mittag habe ich schon einige Gespräche geführt und Lebensläufe entgegen genommen“, erzählt der Kundenberater. Jedoch sei das Interesse nicht allzu hoch. „Der Job als Kundenberater ist eben doch ein wenig anders“, erklärte er. Zu seinen Aufgaben bei Lufthansa gehöre unter anderem Servicehilfe bei Umbuchungen und Reservierungen oder die Auskunft über verlorene Gepäckstücke.

Auf der Messe wurden die unterschiedlichsten Jobs, wie der Beruf eines Technikers, eines IT-Administrators oder der kaufmännischen Angestellten vorgestellt. Laut Air-Berlin haben sich mehrere hundert Beschäftigte über die Stellenangebote informiert und Kontakte geknüpft. Den Vorstandsvorsitzenden von Air-Berlin, Thomas Winkelmann, freute es, dass sich so viele Arbeitgeber für seine Mitarbeiter interessieren: „Das ist ein gutes Signal.“ Auch der Leiter der Agentur für Arbeit Berlin Nord, Christoph Möller, äußerte sich positiv über die Resonanz. „Wir freuen uns, dass die Jobbörse von den Air-Berlin Mitarbeitern und von den Unternehmen der Region so gut angenommen wird.“ In Zukunft wolle die Agentur noch weitere solcher Börsen organisieren.

Derweil schaut ein Herr mittleren Alters etwas skeptischer auf die Aushänge der Arbeitsagentur. Gefunden habe er an diesem Morgen noch nichts, sagt er und geht zu der Tafel mit den Jobs für den Berliner Norden. „Ich bin aber zuversichtlich, dass ich noch etwas finde.“ Was er genau sucht, weiß er jedoch selber nicht.

Von Lisa Neumann/RND

Die Warenhäuser in Deutschland stehen schon lange schlecht da. Nun ist klar: Die Geschäfte der Kette Kaufhof laufen so mies, dass die Mitarbeiter künftig weniger verdienen sollen. Um ihre Jobs zu sichern, will Kaufhof einen neuen Tarifvertrag aushandeln. Und der sieht harte Einschnitte vor.

10.10.2017

Die EU hat die zugelassenen Fangmengen für Hering, Dorsch, Lachs und Scholle in der Ostsee gesenkt. Ein Aalfangverbot konnte aber nicht durchgesetzt werden. Umweltschützer hätten sich mehr gewünscht.

10.10.2017
Wirtschaft Zugausfall nach „Xavier“ - Diese Rechte haben Bahnreisende

Nach dem Sturmtief „Xavier“ sind viele Züge ausgefallen, noch immer gibt es auf einigen Strecken heftige Verspätungen. Fahrgäste können sich die Kosten für gestrichene Bahnfahrten zurückholen – und haben noch weitere Rechte. Ein Überblick.

10.10.2017
Anzeige