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Wirtschaft Wabco stärkt den Standort Hannover
Nachrichten Wirtschaft Wabco stärkt den Standort Hannover
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00:21 24.08.2018
Nach 18 Monaten Bauzeit pünktlich fertig: Wabcos neues Entwicklungszentrum. Quelle: Droese
Hannover

Mit einem Rückblick auf die Geschichte von Wabco in Hannover könnte man Bücher füllen. Der Nutzfahrzeug-Zulieferer mit Wurzeln in den USA eröffnete schon 1884 seinen ersten Standort in der Stadt. Doch am Dienstag sprachen die Wabco-Manager lieber über die Zukunft: Sie eröffneten ein neues Entwicklungszentrum am Lindener Hafen. Mit dem offiziell „Global Technology and Innovation Center“ getauften Gebäude bekennt der internationale Konzern sich nicht nur zu seinem Traditionsstandort, er stellt auch die Weichen für weiteres Wachstum.

Hannover ist heute schon das Herzstück der Produktentwicklung bei Wabco. Rund 750 Ingenieure arbeiten hier an Antiblockiersystemen, Abbiegeassistenten und weiteren Komponenten für Lkw und Busse. 420 von ihnen finden nun in dem 11.500 Quadratmeter großen und rund 25 Millionen Euro teuren Neubau Platz. Bisher waren ihre Büros über das Gelände verstreut – Deutschland-Chef Jürgen Heller rechnet deshalb nun mit höherer Effizienz dank kürzerer Wege und schnellerer Absprachen.

Mehr Geschosse möglich

Heller denkt aber nicht nur an die Leute, die er schon hat. „Wir suchen immer Ingenieure“, sagte er am Dienstag beim Rundgang durch den Neubau. Das moderne Ambiente soll auch helfen, im Wettbewerb um Talente mit Konzernen wie Google mitzuhalten. Falls dann der Platz knapp wird, kann Wabco weitere Geschosse aufstocken. Beschlossen ist zwar noch nichts, aber Heller kann sich, je nach Marktentwicklung, durchaus vorstellen, dass in fünf Jahren schon 1000 Ingenieure in Hannover für Wabco arbeiten.

Außer in Linden investiert Wabco auch in sein Testgelände in Jeversen an der A7 nördlich von Hannover. Rund 18 Millionen Euro fließen in den Ausbau dieses Standorts. Künftig sollen dort zum Beispiel auch urbane Umgebungen simuliert werden, in denen Wabco Abbiegeassistenten testen will, die Lkw-Unfälle mit Fußgängern und Fahrradfahrern verhindern sollen.

Der Wabco-Betriebsrat begrüßte am Dienstag die Investitionen. Der Neubau in Linden und die Erweiterung in Jeversen seien ein klares Bekenntnis zu Hannover und den deutschen Standorten generell, sagte der Betriebsratsvorsitzende Jens Schäfer. „Die Betriebsräte und die Belegschaft haben dieses Bekenntnis immer wieder in der Vergangenheit eingefordert.“

Betriebsrat fordert weitere Investitionen

Man erwarte nun einen verstärkten Fokus auf die Entwicklung innovativer Produkte, die dann in der Produktion in Hannover in Serie gehen und dort dauerhaft Arbeitsplätze sichern, betonte Schäfer. In der Produktion beschäftigt Wabco in Linden rund 1400 Mitarbeiter. Insgesamt arbeiten hier rund 2200 Menschen, vor fünf Jahren waren es ungefähr 2000. Der Neubau setze auch einen Standard für moderne und gesundheitsfördernde Arbeitsplätze, ergänzte der Betriebsratsvorsitzende. Man werde sich dafür einsetzen, dass Wabco weiter in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten investiert.

Auch Wabcos Vorstandsvorsitzender Jacques Esculier hofft nun auf viele gute Ideen der Ingenieure. „Auf dass die Leidenschaft und Stärke der Wabco-Produktentwickler uns in die nächste Ära der Innovation führt“, sagte der Franzose am Dienstag auf Deutsch, als er das Band zur Eröffnung zerschnitt. Esculier war aus der Wabco-Zentrale in Brüssel nach Hannover gekommen. Zumindest in der Vergangenheit haben die hannoverschen Entwickler ihr Soll erfüllt: Zum Beispiel stammt das erste Antiblockiersystem für Nutzfahrzeuge von ihnen.

Wann fahren Lkw autonom?

Nicht nur Autos, auch Lkw nehmen dem Fahrer mehr und mehr Aufgaben ab und sollen irgendwann selbständig fahren. Doch wann genau ist die Technik so weit, dass zumindest auf der Autobahn kein Mensch mehr im Führerhaus sitzt? Thomas Dieckmann, der die Vorentwicklung von Wabco in Hannover leitet, will sich nicht auf ein Jahr festlegen. Nicht in den nächsten fünf Jahren, aber auch nicht erst in 50, sagt er diplomatisch. Zuerst müsse man weitere Erfahrungen sammeln, die dann auch noch in gesetzliche Regeln einfließen müssten, erklärt er. Tatsächlich ist in Deutschland bislang noch nicht einmal „Platooning“ erlaubt. Dabei fahren Lkw im Windschatten eng hintereinander her und bremsen falls nötig automatisch, aber ein Fahrer ist noch an Bord.

Chancen für autonomes Fahren sieht Dieckmann aber nicht nur auf der Autobahn. Ein „heißer Kandidat“ ist aus seiner Sicht auch der „Hofbetrieb“. Auf dem Betriebsgelände etwa von Speditionen könnten Lkw künftig allein die richtige Rampe finden und Auflieger abstellen. Aber auch das werde Wabco erst anbieten, wenn man absolute Sicherheit gewährleisten könne. „Wir werden nichts übereilt auf den Markt werfen“, betont er.

Von Christian Wölbert

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