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Wirtschaft Gewinn schrumpft um 76 Prozent
Nachrichten Wirtschaft Gewinn schrumpft um 76 Prozent
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16:49 15.10.2018
Monatelange Hitze und Dürre verhageln den Zurckerrübenbauern die Ernte. Quelle: dpa
Hannover

Der Verfall der Zuckerpreise lässt die Nordzucker AG in die roten Zahlen rutschen. Im bis Ende Februar laufenden Geschäftsjahr 2018/19 könne ein Verlust nicht mehr vermieden werden, teilte der Braunschweiger Konzern am Montag mit. Für das Folgejahr 2019/20 sei mit einem „noch deutlicheren Verlust“ zu rechnen. Von März bis Ende August schrumpfte der Umsatz um 18 Prozent auf knapp 690 Millionen Euro, unter dem Strich blieben 11,6 Millionen Euro übrig – ein Minus von 76 Prozent.

Man habe nach dem Auslaufen der Zuckerquote zwar einen Preisverfall erwartet, heißt es in einem Schreiben des Vorstandes an die Aktionäre: Dessen Ausmaß jedoch treffe den Konzern hart. Seit Oktober 2017 ist der EU-Zuckerpreis um mehr als 140 Euro je Tonne gefallen und liegt aktuell mit etwa 350 Euro auf dem niedrigsten Niveau seit zwölf Jahren. „Niemand kann dauerhaft zu diesem Preisniveau profitabel Zucker produzieren und absetzen – es sei denn, die Zuckerindustrie wird staatlich gestützt“, schreibt die Nordzucker-Führung.

Der Preisverfall hat jetzt auch zwei Branchenverbände auf den Plan gerufen. In einem Brief an die EU-Kommission, das Europaparlament und die Mitgliedstaaten betonen der Verband der Europäischen Zuckerindustrie (CEFS) und der Europäische Verband der Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Tourismusgewerkschaften (EFFAT), dass sie die handelsverzerrende Zuckermarktpolitik von Staaten wie Thailand, Indien oder Pakistan nicht mehr hinnehmen wollen.

Der Hinweis der EU-Kommission, dass die europäischen Rübenbauern und Zuckerhersteller den Preisverfall durch eine Ausweitung der Produktion auch selbst verschuldet hätten, weisen die Verbände zurück. Eine solche Argumentation zeuge von „elender Arroganz“, heißt es in ihrem Schreiben. Vor allem Thailand sei durch einen exzessiven Ausbau seiner Kapazitäten für das Überangebot auf dem Weltmarkt verantwortlich, Indien und Pakistan würden die Lage durch Exportsubventionen noch verschlimmern.

Die beiden Verbände mahnen die EU-Institutionen zur Eile: „Wenn sich diese unvorhergesehene Situation fortsetzt, wird das zum Verlust von Arbeitsplätzen und zur Schließung von Fabriken führen.“ Schon heute hätten selbst gut geführte Hersteller Schwierigkeiten, kostendeckend zu arbeiten – viele Investitionen würden aufgeschoben oder stünden auf dem Prüfstand: „Und wenn eine Zuckerfabrik geschlossen wird, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie in dem bisherigen Einzugsgebiet wieder öffnet.“

Bei Nordzucker zeigt man sich überzeugt, einen längerem Atem zu haben als andere. „Wir verfügen über gut ausgestattete Werke, umfassenden finanzielle Rücklagen und sind in attraktiven Anbau- und Vermarktungsgebieten aktiv“, heißt es im Schreiben des Vorstandes. Der Konzern ist der zweitgrößte deutsche Zuckerhersteller und die Nummer vier in Europa – und will expandieren. Das gelte mit Blick auf den Export, sagte Vorstandschef Lars Gorissen kürzlich im Aktionärsmagazin „Akzente“. Es gehe aber auch um Zukäufe: „Derzeit schauen wir ganz intensiv nach Südamerika und können uns vorstellen, dort in eine bestehende Struktur einzusteigen.“

Von Jens Heitmann

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