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Wirtschaft Nord/LB hat kein Interesse an der HSH Nordbank
Nachrichten Wirtschaft Nord/LB hat kein Interesse an der HSH Nordbank
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02:15 04.03.2017
Von Albrecht Scheuermann
„Anwalt der Sparer“: Der wirtschaftliche Druck auf die Sparkassen des Landes wächst, doch die Kunden sollen das noch nicht spüren. Foto: dpa Quelle: Ole Spata
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Hannover

Schließlich habe die Nord/LB genug mit ihren eigenen faulen Schiffskrediten zu tun.

Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein suchen derzeit einen Käufer für die HSH. Die nur durch staatliche Milliarden-Spritzen am Leben gehaltene Bank sitzt ebenfalls auf einem riesigen Bestand von Schiffskrediten, die nicht mehr vertragsgemäß mit Zinsen und Tilgung bedient werden. Am Wochenbeginn hatten die Regierungen in Hamburg und Kiel über den Eingang zahlreicher Interessebekundungen berichtet. Nun können Interessenten bis Ende März vorläufige Angebote einreichen. Sollte es letztlich jedoch nicht zu einem Verkauf kommen, droht der Bank die Abwicklung.

Auch der Nord/LB wird ein Interesse nachgesagt, aber sie wird laut Mang kein Angebot einreichen. Die Bank befinde sich nicht auf Expansionskurs, sondern auf Konsolidierungskurs, gerade im Bereich Schiffsfinanzierung. „Solange ich in den Entscheidungsgremien sitze, wird das so bleiben“, sagte Mang. Vorstand und Träger der Bank hätten viel Energie darauf verwendet, die Bank „durch schwieriges Gewässer zu bringen“. Die Bank habe das bisher sehr gut gemacht, das dürfe man nicht gefährden.

„Kein politischer Druck“

Der Sparkassenpräsident wollte nicht ausschließen, dass es politische Bemühungen gibt, die HSH Nordbank zu erhalten. Allerdings bestritt er, dass es politischen Druck auf die Nord/LB gebe, bei der Bank einzusteigen - um so etwa eine Übernahme durch chinesische Investoren oder eine Abwicklung der Bank zu verhindern. „Es geht nicht um eine politische, sondern um eine wirtschaftliche Fragestellung.“

Mehrheitseigner der Nord/LB ist das Land Niedersachsen mit 59 Prozent. Die 44 niedersächsischen Sparkassen sind über ihren Verband mit gut 26 Prozent beteiligt. Mang gab gestern einen Überblick über die Entwicklung dieser Geldhäuser im vergangenen Jahr. Demnach hat das Zinstief ihnen weiter zugesetzt, doch nicht so schlimm wie vor rund einem halben Jahr angekündigt. So schrumpfte das Betriebsergebnis der niedersächsischen Sparkassen insgesamt um knapp 7 Prozent auf 850 Millionen Euro - angekündigt hatte der Sparkassenpräsident im August ein Minus von 15 Prozent.

Das starke Kreditgeschäft ließ die zusammengefasste Bilanzsumme mit 101,5 Milliarden Euro erstmals die 100-Milliarden-Schwelle überwinden. Der Verband berichtete über einen Boom im Geschäft mit gewerblichen Kunden, aber auch eine weiterhin rege Kreditvergabe für den privaten Wohnungsbau. Zudem investierten die Kunden mehr Geld in Wertpapiere, was das Provisionsergebnis klettern ließ.

Laut Mang dürften Negativzinsen für Spargelder bei den Sparkassen auch in diesem Jahr noch kein Thema sein, obwohl der wirtschaftliche Druck steige. Für die Sparkassen als „Anwalt der Sparer“ wäre die Einführung von Strafzinsen für Einlagen ein „unheimlich schwieriger Schritt“.

Überweisung
 auch mit Foto

Die Sparkassen wollen im Markt mit neuen digitalen Angeboten punkten. Allerdings dürfte die moderne Technik auch dazu beitragen, dass die Zahl der Zweigstellen im Land weiter sinkt. Derzeit sind es noch knapp 1000. Bei den Neuheiten geht es etwa um eine Fotoüberweisung, bei denen eine Legitimation per Bild erfolgt. Außerdem präsentierte der Sparkassenverband ein Angebot namens „Kwitt“, bei dem Beträge bis zu 30  Euro fast in Echtzeit per Smartphone überwiesen oder angefordert werden können – ohne Kontonummer und TAN.

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