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Wirtschaft Sparkassen-Lager ist wieder im Spiel
Nachrichten Wirtschaft Sparkassen-Lager ist wieder im Spiel
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00:19 18.01.2019
Die Norddeutsche Landesbank in der Morgendämmerung. Quelle: dpa
Hannover

 Die Sparkassen bereiten sich für den Notfall auf eine Rettung der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) in letzter Minute vor. Für nächsten Montag hat Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis die Chefs aller Landesbanken und regionalen Sparkassen-Verbände nach Berlin geladen, um gemeinsame Finanzhilfen für die Nord/LB auf den Weg zu bringen. Es gehe um eine Kapitalspritze in Milliardenhöhe, falls die Verhandlungen über den Einstieg eines Finanzinvestors scheitern, hieß es am Dienstag.

Die Landesbank in Hannover benötigt eine Kapitalstärkung von 3,5 Milliarden Euro, weil ihre Bilanz durch faule Schiffskredite belastet ist. Ende September standen noch 7,3 Milliarden Euro in den Büchern. Die verbleibenden Kredite will die Bank verkaufen – wegen der zu erwartenden Abschläge wird das jedoch ein Loch in die Bilanz reißen. Das Land Niedersachsen als größter Anteilseigner darf diese Lücke nicht allein füllen, weil das gegen die EU-Beihilferichtlinien verstößt.

Aktuell verhandeln das Land und die Bank mit den US-Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge über eine Minderheitsbeteiligung. Nach HAZ-Informationen sollen die beiden Privat-Equity-Firmen bis Ende nächster Woche verbindliche Angebote vorlegen, bis Ende Januar erwartet die Nord/LB Gebote für ihre notleidenden Schiffskredite. Der Verkaufsprozess könne sich möglicherweise noch bis Ostern hinziehen, hieß es.

Bei einem Einstieg eines Finanzinvestors würde die Nord/LB voraussichtlich deutlich schrumpfen. Centerbridge wolle das Geschäft der Bank auf deren Stärken fokussieren, sagte ein Beteiligter. „Zu den am Finanzmarkt anerkannten Kernkompetenzen zählen derzeit Firmenkunden, Infrastrukturprojekte, erneuerbare Energien und die Finanzierung von Flugzeugen.“ Die Bilanzsumme der Bank von heute rund 150 Milliarden Euro könnte sich um ein Drittel verringern; auch die Kosten sollen sinken. Die Nord/LB will bereits jetzt bis 2020 jede fünfte ihrer aktuell 6000 Stellen abbauen – das werde jedoch nicht reichen, verlautete aus dem Kreis der Investoren.

Sparkassen-Präsident Schleweis hatte bereits im Herbst für eine öffentlich-rechtliche Auffanglösung für die Nord/LB geworben – als Startschuss für eine Fusion aller Landesbanken. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband war damit im eigenen Lager auf wenig Gegenliebe gestoßen. Inzwischen wachse jedoch die Sorge, dass die Nord/LB zu einer Belastung für die Haftungsverbünde der Landesbanken und der Sparkassen werden könne, falls die privaten Kapitalgeber nicht zum Zuge kämen oder sich zurückzögen. Eine Abwicklung der Nord/LB würde das öffentliche-rechtliche Lager deutlich mehr als 10 Milliarden Euro kosten, sagte ein Sparkassen-Chef.

Die Landesregierung hält so ein Szenario für unwahrscheinlich: „Die Gespräche mit den Finanzinvestoren laufen wie geplant und ich bin zuversichtlich, dass sehr zeitnah eine Entscheidung möglich ist und erfolgen kann“, sagte Finanzminister Reinhold Hilbers. Er sei aber auch offen für eine öffentlich-rechtliche Beteiligungslösung, „allerdings müssten sich dafür alle Beteiligten in diesem Sektor ein Stück weit bewegen“.

Von Jens Heitmann

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