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Autobranche

VW rüstet Werk in Emden zur "grünen Fabrik" um

Es ist bisher einmalig in Deutschland: Autobauer VW rüstet sein Werk in Emden zur "grünen Fabrik" um. Autos sollen in Zukunft klimaneutral produziert werden.
Bald mit „sauberer“ Energie: Passat-Produktion im Volkswagen-Werk Emden.

Bald mit „sauberer“ Energie: Passat-Produktion im Volkswagen-Werk Emden.

© ddp

Es ist bisher einmalig in Deutschland: Das VW-Werk in Emden will bei der Produktion von Autos – eigentlich als Klimakiller verschrien – künftig ganz auf fossile Energie verzichten. Schon in fünf bis zehn Jahren soll das Werk seinen Bedarf an Strom und Wärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken. Pünktlich zum Auftakt der heißen Phase auf dem Klimagipfel in Kopenhagen haben die Autobauer dafür gestern auf dem Gelände des Volkswagenwerkes die ersten Pappeln und Weiden für einen Energiewald gepflanzt. Außerdem sollen eigene Photovoltaik- und Windkraftanlagen für laufende Werksbänder sorgen.

Der 40 Hektar große werkseigene Wald mit bis zu 500 000 Bäumen entsteht auf einer Brachfläche auf dem VW-Gelände am Emder Stadtrand. Die nur 50 Zentimeter hohen Setzlinge sollen schon in drei bis vier Jahren bis zu acht Meter groß sein und dann maschinell abgeerntet werden. Acht bis zehn Tonnen Feldholz pro Jahr und Hektar will das Werk so jedes Jahr gewinnen. Das Material wird in einem Biomasseheizkraftwerk verbrannt und soll dann für warme Werkshallen sorgen. „Wir kommen unserem Ziel, der grünen Fabrik am Meer, mit diesem Umweltprojekt einen großen Schritt näher“, sagt VW-Produktionsplaner Detlev Hoge.

Bisher verbraucht das Emder Werk mit 8800 Mitarbeitern und einer Kapazität von 1200 Autos pro Tag rund 250 Megawatt Strom pro Jahr – mehr als die Stadt Emden selbst. Um den Bedarf in Zukunft ohne fossile Brennstoffe zu decken, baut der Konzern an der meist windigen ostfriesischen Küste nur wenige Kilometer vom Werk entfernt eine eigene Windkraftanlage. Sie soll den Strom nicht ins öffentliche Netz einspeisen, sondern direkt ins Werksstromnetz. Außerdem gibt es bereits eine Photovoltaikanlage auf den Dächern einiger Hallen – finanziert von einer Belegschaftsgenossenschaft.

Auch innerhalb des Werkes sollen verschiedene Ideen zum Ziel beitragen. Energiesparlampen und eine moderne Beleuchtungssteuerung reagieren auf die Wetterverhältnisse und sparen so Strom – und damit CO2. Dennoch wird es nach Einschätzung der Autobauer noch ein paar Jahre dauern, bis der VW-Passat in Emden wirklich klimaneutral gebaut werden kann. „Das ist ein Weg, den man nicht von heute auf morgen gehen kann. Fünf bis zehn Jahre muss man rechnen“, sagt Werkssprecher Georg Goericke. Auch wenn die grüne Fabrik vollendet wäre, gäbe es für die Autobauer in Emden beim Klimaschutz noch einiges zu tun. Zwar läuft dort schon heute der sparsame Passat BlueMotion und der erdgasbetriebene Passat TSI EcoFuel vom Band. Die meisten der Passatmodelle aber fahren mit Diesel oder Benzin. Mit dem Verlassen des Werkstores ist es für sie mit der Klimaneutralität dann wieder vorbei.

[Dirk Schmaler]

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