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Überprüfung

Nord/LB-Kooperation im Ostseeraum steht auf der Kippe

Die Nord/LB-Kooperation im Baltikum steht auf der Kippe: Die DnB-Nor-Gruppe erwägt, die mit großen Hoffnungen begonnene Zusammenarbeit mit der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) im Ostseeraum wieder zu beenden.
Die Nord/LB-Zentrale in Hannover.

Die Nord/LB-Zentrale in Hannover.

© lni/Archiv

Die Norweger hätten der Nord/LB mitgeteilt, dass sie das Gemeinschaftunternehmen DnB Nord A/S von Ende Januar an einer „grundlegenden gemeinsamen Evaluierung“ unterziehen wollten, teilte die Landesbank am Mittwoch mit. Am Ende der Überprüfung könnte es dazu kommen, dass der Partner von seinem Recht Gebrauch macht, den Nord/LB-Anteil an dem Joint Venture zu übernehmen. Der Preis müsste dann in einem festgelegten Verfahren ermittelt werden. Die Nord/LB will an der Tochter festhalten, die ihr zuletzt Verluste einbrachte.

Die DnB Nord mit Sitz in Kopenhagen und 3300 Beschäftigten wurde im Juni 2005 gegründet. Die norwegische Bankengruppe hält 51 Prozent und die Nord/LB 49 Prozent. Inzwischen konzentriert sich das Institut auf die baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen sowie den polnischen Markt. Seine Aktivitäten in Dänemark und Finnland hat es eingestellt. Die Tochter bereitet den Partnern momentan wenig Freude: Da die baltischen Länder besonders unter der Wirtschaftskrise leiden, musste die DnB Nord in den ersten neun Monaten 2009 einen Vorsteuerverlust von mehr als 350 Millionen Euro verkraften. Das Beteiligungsergebnis der Nord/LB wurde dadurch mit knapp 160 Millionen belastet, wie die Landesbank erklärte. Auch 2010 werde die DnB Nord voraussichtlich Verluste schreiben. Unklar ist, ob weiteres Kapital eingebracht werden muss.

Die Partner schauten sich das Joint Venture nun genauer an und machten sich Gedanken, wie es weitergehen könne, erläuterte ein Nord/LB-Sprecher. Sie haben sechs Monate Zeit, um sich auf eine Weiterführung zu verständigen. Eine solche Bewertung ist laut Joint-Venture-Vereinbarung vorgesehen, ehe ein Beteiligter seine Möglichkeit nutzt, die Verbindung zu lösen. Die DnB-Nor-Gruppe als Mehrheitseigentümer hat eine sogenannte Call-Option, die ihr das Recht gibt, die Nord/LB-Anteile an der gemeinsamen Tochter zu erwerben. Die Nord/LB wiederum könnte sich dabei die Aktivitäten in Polen sichern. Zugleich können die Hannoveraner die Option nutzen, ihre Anteile die DnB-Nor-Gruppe zu veräußern.

Die Nord/LB sei nach wie vor bereit, das Joint Venture durch die wirtschaftlich schwierige Zeit im Baltikum zu begleiten, betonte Vorstandschef Gunter Dunkel laut Mitteilung. Dazu gehöre auch die Bereitschaft, „sich auch an einer Stärkung der Kapitalausstattung der DnB Nord zu beteiligen – allerdings nicht zu allen Bedingungen“. Die vertraglichen Grundlagen der DnB Nord müssten „an die aktuellen Herausforderungen angepasst“ werden. Der Optionsmechanismus müsse revidiert werden.

[Dirk Stelzl]

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