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Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen

Langenhagen

Hannovers Flughafen verliert
 weiter Passagiere

Der Flughafen Hannover schraubt seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten: Statt eines erhofften Zuwachses von 8 Prozent wäre man in Langenhagen inzwischen schon mit einem Plus von 2 bis 3 Prozent zufrieden.

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Die Aschewolke aus Island legte im April auch den Flughafen Hannover lahm.

Die Aschewolke aus Island legte im April auch den Flughafen Hannover lahm.

© Daniel Marcus Kunzfeld

Von Januar bis Ende Juni hat der Flughafen 2,25 Millionen Passagiere gezählt – ein Minus von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen auf Anfrage erklärte.

Für den Rückgang nennt der Flughafen mehrere Gründe: Wie alle Airports in Deutschland habe auch Hannover-Langenhagen unter dem Streik der Lufthansa-Piloten und dem Flugverbot infolge des Vulkansausbruchs auf Island gelitten, sagte ein Unternehmenssprecher. Hinzu kamen zwei standortspezifische Probleme: Zum einen habe Air Berlin nach dem Rückzug von TUIfly aus dem sogenannten City-Strecken-Geschäft nicht alle Städteverbindungen übernommen, zum anderen sei der neue Anbieter Germanwings erst Ende April gestartet.

Im Juni lag die Zahl der Passagiere mit 495 000 erstmals knapp über dem Ergebnis des Vorjahresmonats. „Die Entwicklung dreht sich jetzt langsam“, sagte der Unternehmenssprecher. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Passagiere in Hannover knapp unter die Marke von 5 Millionen gefallen, ein Einbruch von 11 Prozent. Im Schnitt lag das Minus der deutschen Flughäfen seinerzeit bei 4,8 Prozent.

Der Billigflieger Germanwings ist zuversichtlich, in diesem Jahr die angestrebte Zahl von 500 000 Passagieren zu erreichen. „Wir liegen im Plan“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Lufthansa-Tochter hat in Langenhagen drei Maschinen stationiert und fliegt 15 Städte direkt an, 13 weitere Ziele sind über einen Zwischenstopp in Stuttgart erreichbar.

Air Berlin hingegen fliegt von Hannover aus einige Orte nicht mehr an, die früher TUIfly im Angebot hatte. So sind beispielsweise die österreichischen Ziele Salzburg und Klagenfurt nicht mehr buchbar, das Gleiche gilt für Rimini und Pisa in Italien. Mit der Übernahme der TUIfly-Städteverbindungen hatte Air Berlin nach eigenen Angaben „vor allem“ die Präsenz an den Flughäfen Köln und Stuttgart stärken wollen – das ist offenbar zulasten von Hannover geschehen.

Deutlich besser als im vergangenen Jahr läuft nach Angaben des Flughafens das Geschäft mit der Luftfracht. Hier hat Hannover bisher um 30 Prozent besser als vor einem Jahr abgeschnitten – allerdings auf einer recht bescheidenen Basis. Im vergangenen Jahr hatte der Flughafen in diesem Geschäft einen Einbruch um mehr als 20 Prozent hinnehmen müssen. Das Unternehmen ist vergleichsweise stark von einzelnen Großkunden abhängig.


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