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Wirtschaft Neuer Smartphone-Tarif: So gelingt der Wechsel
Nachrichten Wirtschaft Neuer Smartphone-Tarif: So gelingt der Wechsel
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21:11 31.07.2018
Wer gern viel telefoniert, sollte beim neuen Tarif auf ein gutes Minutenkontingent achten – oder gleich eine Flatrate wählen. Quelle: dpa
Bonn

Vieltelefonierer oder Dauertipper? App-Junkie oder Film­streamer? Lieber wenig zahlen und auf den Verbrauch achten oder einmal zahlen und nicht mehr nachdenken müssen? Allerlei Fragen, die auf dem Weg zum neuen Mobilfunkvertrag geklärt werden müssen.

Ist der alte Tarif zu teuer, hat ein zu geringes Datenvolumen oder ist im falschen Netz für den neuen Wohnort, dann muss ein neuer her. Und wie der aussieht, hängt davon ab, was man im Alltag mit seinem Telefon so anstellt.

Wer viel telefoniert, sollte einen Tarif mit vielen Freiminuten oder gleich eine Flatrate für eine unbegrenzte Sprechzeit wählen. Dauersurfer und Streamer brauchen eher viel Datenvolumen und wenig Sprechzeit. Wer weit draußen wohnt, muss auch noch schauen, welcher Netzanbieter eine gute Versorgung liefert.

Stiftung Warentest warnt vor Vergleichsrechnern im Internet

Aber wo bekommen Kunden einen guten Überblick? Zahlreiche Vergleichsportale im Netz wollen dabei helfen. Allein auf sie sollte man sich aber nicht verlassen: „Da muss man vorsichtig sein, weil fast alle diese Vergleichsrechner immer nur einen Ausschnitt von den Anbietern in ihrem Portfolio haben“, sagt Thomas Grund von der Stiftung Warentest. „Die Portale finanzieren sich natürlich auch über entsprechende Provisionen oder Verlinkungen.“ Deshalb sollten Verbraucher mehrere Portale nutzen und die Ergebnisse vergleichen.

Neben den drei großen Netzbetreibern Deutsche Telekom, O2 und Vodafone gibt es noch eine Vielzahl an Discount-Anbietern. Sie vermarkten ihre Tarife fast ausschließlich im Netz. Häufig sind die etwas billiger als die der großen Anbieter. Dort lohnt der Vergleich von Preisen und Leistungen der häufig wechselnden Tarifangebote.

Auf Kündigungsfrist achten

Vor dem Wechsel ist aber zunächst ein Blick auf die Kündigungsfrist des alten Tarifs nötig, erklärt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Wenn es ganz schlecht läuft, habe ich sonst auf einmal zwei Mobilfunkverträge, für die ich zahlen muss.“ Kunden sollten auch darauf achten, dass die Kündigung des alten Vertrags mögliche Partnerkarten einschließt.

Die alte Mobilfunknummer können Kunden in den meisten Fällen problemlos mitnehmen, erläutert Michael Reifenberg von der Bundesnetzagentur. Bis zum Vertragsende muss dabei niemand warten. „Man kann jederzeit den Vertrag wechseln, aber man muss den alten Vertrag natürlich weiterhin bis zum vereinbarten Zeitpunkt bezahlen.“ Die alte Nummer könne jedoch schon vor dem Ende der Vertragslaufzeit in das neue Netz wandern, und Kunden sind dann dort erreichbar.

Rufnummerportierung ist meist problemlos möglich

Diese sogenannte Rufnummernportierung wird von den meisten Anbietern auch problemlos erledigt. Dabei gibt es jedoch eine Ausnahme, sagt Reifenberg: „Wenn man beim gleichen Anbieter in einen anderen Vertrag wechselt, dann muss der Provider diesen Wechsel nicht gewährleisten.“ Bevor man also einen Anbieter auswählt, sollte man sich informieren, ob die Portierung wirklich angeboten wird.

Verbraucherschützerin Rehberg rät, sowohl den neuen als auch den alten Anbieter über den Wunsch zu informieren, die Handynummer zu behalten. „Man sollte den neuen Anbieter mit der Portierung am besten beauftragen, bevor der alte Vertrag endet. Wenn man es im Nachhinein versucht, klappt es wohl auch meistens, aber man hat keinen Anspruch mehr darauf.“

Tücken bei Rufnummernmitnahme und SIM-Karte

Für die Mitnahme der angestammten Handynummer zum neuen Mobilfunkanbieter fallen Kosten in Höhe von 30 Euro an. Diese Summe kann aber auch niedriger liegen, und manche Anbieter erstatten Neukunden diese Gebühr ganz oder teilweise per Gutschrift. Prepaid-Kunden müssen dafür sorgen, dass die Portierungskosten noch als Guthaben auf dem Konto der Karte sind, weil die Nummernmitnahme sonst scheitern kann. „Manche Anbieter geben einem die Möglichkeit, diesen Betrag extra einzuzahlen, aber oftmals ist es so, dass sie ihn vom Guthaben abziehen“, erklärt Thomas Grund von der Stiftung Warentest.

Zusätzlich sollten Kunden sichergehen, dass ihr Mobiltelefon keinen SIM-Lock hat, weil sie die neue SIM-Karte sonst nicht ohne Weiteres austauschen können, rät er. „Wenn ich das Handy separat gekauft habe, wird es ohne SIM-Lock sein, aber wenn ich es in Verbindung mit einem Vertrag gekauft habe, kann es da so eine Sperre geben“, erläutert Grund. In einigen Fällen lässt sich die Sperre gegen eine Gebühr oder auf Nachfrage nach einiger Zeit entfernen – ein Anruf beim alten Anbieter hilft weiter.

Von dpa/RND